Einsetzen von Zahnimplantaten – Welche Vorbehandlungen sind nötig?

Ein Zahnimplantat besteht aus einem Gewinde, das in das Zahnfleisch eingesetzt wird. (©Jonathan Borba @unsplash)
Zahnimplantate gelten zu Recht als eine der effektivsten Möglichkeiten für Zahnersatz. Sie sorgen dafür, dass die künstlichen Zähne festsitzen und geben Betroffenen, die unter Zahnverlust leiden, ein großes Stück Lebensqualität zurück. Der Eingriff an sich ist minimalinvasiv und in der Regel auch nicht zeitaufwendig. Aber welche Vorbehandlungen sind für eine Implantation nötig? Wir klären auf.


Was ist ein Zahnimplantat?

Bei einem Zahnimplantat handelt es sich um ein Gewinde, das an der Stelle, an der ein Zahn fehlt, in das Zahnfleisch eingesetzt wird. Auf diesem Gewinde wird dann der sichtbare Teil des Zahnersatzes, also die Krone oder die Brücke, aufgebracht. In der Regel besteht ein Zahnimplantat aus Metall, es gibt außerdem Alternativen aus Keramik. Im Grunde dient ein Zahnimplantat als künstliche Zahnwurzel und sorgt für einen sehr guten Halt der künstlichen Zähne.

 

Ein Implantat braucht eine gute Basis

Implantate werden in das Zahnfleisch und damit auch in den Kieferknochen eingesetzt. Damit sie hier ordentlich einheilen können und auf Dauer einen festen Sitz haben, benötigen sie genügend Platz. In etwa zwei Millimeter Knochensubstanz sind nötig, damit die künstliche Zahnwurzel optimal eingebracht werden kann. Es gibt verschiedene Faktoren, weshalb ein Kieferknochen schwinden kann. Meist passiert das aufgrund des fehlenden Kaudrucks an der Stelle einer Zahnlücke. Wird der Knochen nicht mehr belastet, fängt er an, sich zurückzubilden.
 
Bei Patient*innen, bei denen das der Fall ist, muss ein Knochenaufbau im Vorfeld der Implantation erfolgen. Hierbei wird entweder körpereigenes Knochenmaterial an einer anderen Stelle entnommen und dem Kieferknochen hinzugefügt oder es wird ein bioverträgliches Knochenersatzmaterial verwendet. In manchen Fällen gibt es auch Kombinationen davon.
 
 

Ein gesunder Mundraum vor der Zahnimplantation

Ein Implantat sollte immer in eine gesunde Mundhöhle eingebracht werden. Daher wird der Zahnarzt/die Zahnärztin vor dem Eingriff eine umfassende Untersuchung durchführen. Eventuelle Vorerkrankungen wie eine Parodontitis oder Karies müssen im Vorfeld entfernt werden. Außerdem wird in den meisten Fällen eine Professionelle Zahnreinigung durchgeführt, um möglichst viele Bakterien aus dem Mundraum zu verbannen.
 
Weiterhin wird in der Zahnarztpraxis festgestellt, ob sich im Kiefer noch weitere Zähne befinden, die nicht erhaltungswürdig sind. Sie werden im Rahmen der Vorbehandlung entfernt und in den Implantationsplan einbezogen. Eine gesunde, möglichst bakterienfreie Mundhöhle ist nötig, damit das Implantat nach dem Eingriff ordentlich einheilen kann und sich nicht entzündet. Nur so ist der Erfolg der Behandlung auf Dauer gesichert.
 


Vorbehandlungen hängen von der individuellen Situation ab

Es ist also pauschal kaum zu sagen, welche Vorbehandlungen für eine Zahnimplantation wirklich nötig sind. Denn diese hängen stark von der individuellen Situation der Patient*innen ab. Schließlich kann ein Zahnverlust auch die Folge eines Unfalls sein. Die Betroffenen können völlig intakte Zähne und ein gesundes Zahnfleisch haben. In diesem Fall wäre lediglich eine Professionelle Zahnreinigung zur Vorbehandlung ratsam.
 
Um jedoch jedes Risiko ausschließen zu können, wird bei Patient*innen, die sich ein Zahnimplantat wünschen, eine umfassende Untersuchung durchgeführt. Meist werden dabei Abdrücke des Kiefers genommen und eine dreidimensionale Röntgenaufnahme gemacht. Dieses Röntgenbild ist wichtig für die Diagnostik. Allerdings wird sie auch zur Planung der Operation verwendet, da die Behandler*innen mit ihm den Sitz der Implantate präzise planen können.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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