Biss - Stress - Kiefergelenk

© Dr. med. dent. Sebastjan Varljen

Immer mehr Menschen klagen über chronische Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen - häufig liegt die Ursache in einem gestörten Kausystem. Die „osteopathische Kieferschiene“ hilft. Für die Behandlung von Kiefergelenkspatienten wurde eine spezielle BioAktiv-Schiene entwickelt.

Wie können Kopfschmerzen mit dem Kiefer zusammenhängen?
Das Kiefergelenk gehört zu den kompliziertesten Gelenksystemen des Menschen. Schlecht angepasste Zahnrestaurationen oder Zahnfehlstellungen können zu unbewussten Zähneknirschen oder Kieferpressen führen. Bei Stress verstärkt sich das übermäßige Mahlen und verursacht Zahnschäden. Es kann zu ausstrahlenden Schmerzen in den Gesichts- und Kaumuskeln sowie den Kiefergelenken kommen. Auch chronische Kopfschmerzen, Ohrgeräusche und Schwindelgefühle können auftreten: ein Teufelskreis von Spannung und Schmerz, das Cranio-Mandibuläre Dysfunktion (CMD) genannt wird.

Was genau ist eine „osteopathische Kieferschiene“?
In über zehnjähriger intensiver Zusammenarbeit mit Osteopathen wurde eine spezielle Kieferschiene zur Therapie von CMD-Funktionsstörungen entwickelt. Es werden die ganzheitlichen Zusammenhänge von Kausystem und Bewegungsapparat des Körpers berücksichtigt und so wird eine effizientere Therapie als mit herkömmlichen Schienen ermöglicht.

Wie läuft die Behandlung mit einer „osteopathischen Kieferschiene“ ab?
Nach einer manuellen Untersuchung der Kiefergelenke wird das Zusammenwirken von Zähnen, Kiefer und Muskulatur mit einer sehr genauen 3D-Funktionsanalyse vermessen. Die moderne Medizin kennt die intensiven Verschaltungen des Kausystems mit der Hals- und Nackenmuskulatur sowie dem weiteren Stütz- und Bewegungsapparat. Liegt der Zusammenhang von Körperfehlhaltung und falscher Bisslage vor, wird die begleitende Behandlung bei einem Osteopathen von der behandelnden Zahnarztpraxis koordiniert. Direkt nach der osteopathischen Behandlung nimmt der Körper eine ausbalancierte Haltung ein. Die ganzheitlich entspannte Bisslage wird zur Herstellung einer osteopathischen Kieferschiene benutzt, die hauptsächlich während der Nacht getragen wird. In vielen Fällen ist die Behandlung nach 6 - 12 Monaten beendet.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (7)

henrrikl, 14.02.2014 - 10:24 Uhr

Ich habe eine Schiene aufgrund von Kiefergelenkschmerzen und knacken bekommen. auch bestand der Verdacht, dass die Zahnschmerzen daher kamen, diese trage ich immer, jedoch ohne Erfolg. jetzt will der Chirurg eine neue andere anfertigen. das wäre schon die dritte und alles keine Kassenleistung. ist das noch sinnvoll, immer bezahlen und die Schmerzen beleiben?

Antwort von Dr. med. dent. Sebastjan Varljen, verfasst am 25.04.2014

Sehr geehrete(r) henrriki, vor jeder Therapie muss stets eine spezifische Diagnose und die entsprechende Prognoseeinschätzung stehen. Bitte fragen Sie Ihren Zahnarzt danach und lassen Sie sich erklären, wie genau die Verbesserung Ihrer Beschwerden erzielt werden soll. Auch die Konsultation eines Osteopathen erscheint ratsam. Gute Besserung wünscht Ihnen Dr. Sebastjan Varljen

Prof. Dr. med. Dietmar Daichendt M.D.O., 22.10.2013 - 16:09 Uhr

Sehr geehrter zahnmedizinischer Kollege, grundsätzlich ein richtiger Ansatz, aber im Detail nicht nicht ganz ausgereift. Grund: Bruxismus geschieht in maximaler Interkuspidation (für Nichtmediziner: Endbisslage). Dabei kann es - je nach Okklusion (Bisslage) zu einer kraniodorsalen (kopf-rückenseitigen) Verlagerung des Kiefergelenksköpfchens im Kiefergelenk kommen und somit zu einer Kompression der bilaminären Zone (Nervenzone) im Kiefergelenk. Diese führt durch ihre neuronale Verschaltung zu pathologischen (krankhaften) Afferenzen (zufließenden Informationen) auf Rückenmarksebene und somit zu Blockierungen der ersten beiden Halswirbelsäulengelenke (Occiput-Atlas-Axis-Komplex). Diese müssen ggf. manipulativ "deblockiert" werden. Im Idealfall erfolgt eine ärztlich osteopathische Untersuchung vor Bestimmung der Referenzposition (Bissnahme) um auszuschließen, dass bereits atlantoaxiale Blockierungen vorliegen, da diese die Okklusion negativ beeinflussen. All dies gehört nicht in die Hände von "Osteopathen" (die gibt es in Deutschland nicht, es ist ein ungeschützter Begriff, meist nennen sich Physiotherapeuten so), sondern in die Hände "ärztlicher Osteopathen", denn nur diese sind ausgebildet eine Manipulation im kraniozervikalen Ühbergang risikofrei vorzunehmen und ggf. eine Dissektion der Vertebralarterien (Schlaganfallrisiko) im Vorfeld duplexsonographisch (Ultraschall) auszuschließen. Mit freundlichen kollegialen Grüßen Prof. Dr. med. Dietmar Daichendt M.D.O. Professor für Manuelle Medizin, Osteopathie, Chirotherapie Präsident der "Deutsche Gesellschaft für Chirotherapie und Osteopathie e.V."

meziane, 11.10.2013 - 14:12 Uhr

ich leide unter chronische kopfschmerzen

Antwort von Dr. med. dent. Sebastjan Varljen, verfasst am 25.04.2014

Ich empfehle zunächst eine medizinische Abklärung. Sollte diese zu keinem Erfolg führen, können Sie von einem Fachkollegen nach Funktionsstörungen im craniomandibulären Bereich suchen lassen. Beste Grüße, Dr. Sebastjan Varljen

Anne, 11.10.2013 - 09:25 Uhr

wo bekomme ich diese Schiene, wie sind die Kosten.

Antwort von Dr. med. dent. Sebastjan Varljen, verfasst am 13.10.2013

Guten Tag Anne, Sie erhalten diese Schiene in meiner Freiburger Praxis: www.dentprevent.de, Tel. 0761-767830. Die Kosten werden individuell ermittelt und nach Aufwand berechnet. Gesetzliche Kassen bezahlen leider nichts dazu. Private Versicherungen erstatten in der Regel 80-100% des Preises. Mit besten Grüßen, Dr. Sebastjan Varljen

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