Kopfschmerz und Kiefergelenk

Herr Kirchmann

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© 9nong - Fotolia© 9nong - FotoliaEs verwundert nicht, dass immer mehr Menschen immer häufiger von Kopfschmerzen geplagt werden. Arbeiten am PC, Sitzen, Stress in Form von Zeitdruck oder emotionaler Disharmonie mit dem Arbeitsumfeld, Bewegungsmangel. Alles Faktoren, welche die Grundanspannung der Muskulatur in bestimmten Körperbereichen höher treiben.

Ruhetonus versus Arbeitsspannung
Der Ruhetonus eines Muskels ist seine niedrigste Anspannung im inaktiven Zustand. Demgegenüber gibt es die maximale Anspannungsfähigkeit für den Moment der höchsten Arbeitsleistung. Die im vorigen Absatz genannten Stressfaktoren bewirken ein Ansteigen des Ruhetonus. Natürlich nicht in allen Körpermuskeln, sondern nur in denen welche mit dem Stressthema eine Verbindung haben. Der Bewegungsmangel im Allgemeinen wirkt eher auf die Schultermuskulatur, Zeitdruck macht sich eher im oberen Halsbereich bemerkbar, der verzweifelte Wille eine schon lang dauernde Druckbelastung weiter durchstehen zu wollen, schlägt sich auf die Kaumuskulatur nieder.

Muskeltonus und Muskeldynamik
Der Arbeitstag ist beendet. Für Sport, Yoga, Entspannung oder Meditation ist man zu erschöpft. Einfach nach Hause und Ruhe haben! Leider funktioniert das nur bedingt. Zum Ausgleich der statischen Anspannung des ganzen Tages wäre dynamische Muskelarbeit angesagt. Sie würde den Ruhetonus aller Muskeln im Ergebnis absenken. Ohne dynamisches Intermezzo bleibt er erhöht. Wir nehmen die Anspannung teilweise mit in den Schlaf.

Kaumuskeln und Kiefergelenk
Der Spruch: „Da muss ich mich halt durchbeißen“ weist schon in die Richtung, wohin es geht. Während der Nachtruhe wird die Zunge nicht lockergelassen, sondern gegen den harten Gaumen gepresst. Gleichzeitig führt die angespannte Kaumuskulatur dazu, dass die Zahnflächen in Kontakt kommen. Über die sensiblen Nerven der Zahnwurzeln registriert der Körper die lokalen Missverhältnisse. Reflexmechanismen führen zur nachfolgenden Anspannung von Muskeln im Nacken. Morgens erwacht man wie gerädert und mit Anspannung im Gesicht.

Kiefergelenkfunktionsstörung
Durch Dauerkontakt, Druckerhöhung und unwillkürliche Mahlbewegungen des Kiefers werden die Zahnoberflächen ramponiert. Im Kiefergelenk verlieren die Bestandteile wie Haltebänder, Knorpelschicht, Discus, an Elastizität. Die Durchflutung der Gewebe mit nährstoffhaltiger Flüssigkeit wird vermindert. Ein Verschleißprozess kommt in Gang. Geräusche beim Mundöffnen und Kauen in Form von Knacken oder Knarzen werden wahrnehmbar. Nach einiger Zeit kommen Dauerschmerzen hinzu.

Kopfschmerz ist das Ergebnis
Die fortlaufend erhöhte Muskelspannung macht anfällig für Kopfschmerzen. Dies können typische Spannungskopfschmerzen sein, welche vom Nacken her beginnen oder auch Migränekopfschmerz. Er hat noch andere Ursachen, jedoch liefert die Reizung der sensiblen Nerven eine Grundlage für sein Entstehen.

Therapie, aber wie?
Natürlich ist es meist möglich, durch frühzeitige Anwendung von Schmerzmitteln oder Migränepräparaten den Kopfschmerz abzublocken. Besser wäre es aber, die Auslöseschwelle für sein Entstehen anzuheben. Dies ist möglich durch sinnvolle Therapie der vorher beschriebenen Grundstörungen.

Naturheilkundlich basiertes Therapiekonzept
Ursachen abzustellen ist sicher das Effektivste. Leider ist es oft nur bedingt möglich. Leichter ist es durch eine Manuelle Therapie mit Anleitung zur Eigenübung den Kiefer- und Nackenmuskelbereich zu harmonisieren. Idealerweise sollte parallel dazu durch die Kombination naturheilkundlicher Präparate mit Akupunkturanwendungen die Entspannung des gesamten Nervensystems verstärkt werden. Dies gewährleistet das bestmögliche Ergebnis in kürzest möglicher Zeit.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (3)


21.09.2015 - 08:41 Uhr

Häufig bestehen auch Fehlhaltungen im Bereich der...

von Hallöchen

... HWS und Dysgnathien im craniomandibulären System, die das Knirschen bedingen. Selbst wenn der Patient tagtäglich im Fitnessstudio entsprechenden Übungen nachgeht und regelmäßig für einen Ausgleich sorgt, ist dieses Problem nicht ohne eine Kieferorthopädie und/oder einen Eingriff in den Griff zu bekommen. Die Sache sollte nicht alleinig auf die Psyche geschoben werden und möglichst frühzeitig nach Versagen der ersten Standardschiene in Angriff genommen werden. Andernfalls bleiben langfristig nur ein Versteifungsoperation und Ruhigstellung im Bereich des Kopfgelenkes mit dauerhafter Arbeitsunfähigkeit. PS: Habe die Problematik seit Ende 2011 mit stetiger Verschlechterung!

11.05.2015 - 11:44 Uhr

Hallo, vorweg, ich habe Vorhofflimmern,...

von gretel

... Bluthochdruck. Nehme Sotalex mite80 - 80 und Candesartan16 - 16 mg und Marcumar. Ich habe seit langem Schwierigkeiten mit meinem Nacken, was sehr schmerzhaft ist. Habe schon viele Schmerzmittel eingenommen..,von Arzt zu Arzt gelaufen...Novasimsulfon, Naproxen 500, Ortoton usw. In diesem Jahr schon mindestens 30 Pysiotherapien gehabt. Jetzt kommen seit einigen Wochen auch noch sehr starke Kopfschmerzen dazu, die mich so beeinträchtigen, dass ich gar nichts mehr unternehmen möchte. Wenn es so weh tut, zieht es mir in den Nacken, der Kopf tut weh, ich kneife dann mein ganzes Gesicht zusammen. Ich weiß nicht mehr weiter, vielleicht kann mir ja jemand helfen

Herr Kirchmann

Antwort vom Autor am 11.05.2015
Valentin Kirchmann

Hallo Gretel, gerade wenn sich Kopfschmerz auf so einer komplexen Basis aufbaut ist es nicht damit getan zu den schon vorhandenen chemischen Substanzen noch eine weitere hinzuzunehmen! Die Physiotherapie alleine trifft das Problem oft auch nicht an der Wurzel. Was die Not wenden kann ist höchstwarscheinlich ein ganzheitliches Vorgehen bei dem letztlich gleichzeitig an mehreren Ursächlichkeiten parallel therapiert wird. Genaueres ist zu finden unter http://www.valentin-kirchmann.de/ueber-uns/ganzheitliche-medizin.php

30.03.2015 - 10:43 Uhr

Hallo zusammen, seit einiger Zeit leider ich...

von Elke

... vermehrt über Schmerzen im Kiefergelenk, dazu kommen Nacken- und Kopfschmerzen, die fast nicht auszuhalten sind. Nie hatte ich solche Kopfschmerzen in meinem bisherigen Leben.Trage schon seit Jahren in der Nacht eine Beißschiene. Beim Gähnen bekommen ich den Mund nicht weit genug auf, habe auch dabei Schmerzen.Brötchen kann ich ohne Einnahme von starken Schmerzmitteln nicht kauen, ebenso Äpfel und alles was nur etwas härter ist. Nachts werde ich wach und muss erneut Schmerzmittel nachschieben. Meine Zahnärztin schickte mich zum Kieferorthopäden, der feststellte, dass meine Zähne in Ordnung sind. Doch ohne mein Kiefergelenk anzuschauen, außer am PC, wollte er mir Botox empfehelen, was man direkt in die schmerzende Gelenke injiziert. Preis 450 Euro und die Kasse zahlt nicht. Von anderen Methoden riet er indirekt ab, mit dem Kommentar: es müsste nur ein sehr guter Physiotherapeut eigens für diese spezielle Behandlung sein, der mir da helfen könnte. Allerdings würden bei der Botoxbehandlung auch Schwierigkeiten auftreten, so z. B. ich kann nicht mehr richtig zubeißen, bekomme den Mund nicht mehr weit auf und es hält maximal ein viertel Jahr, muss dann wiederholt werden. Das hatte mich sprachlos gemacht. Meine Frage: hat jemand schon mal Botox ins Kiefergelenk gespritzt bekommen und bitte mit welchem Erfolg? Gibt es bessere Alternativen zu diesem Gift?

Herr Kirchmann

Antwort vom Autor am 31.03.2015
Valentin Kirchmann

Hallo Elke, Ihre Beschreibung ist ja weniger ein Kommentar zum Artikel als vielmehr eine konkrete Fragestellung an den Therapeuten. Schicken Sie das doch als Mail an mirch persönlich, dann kann ich Ihnen darauf antworten.


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