Craniomandibuläre Dysfunktion: So hilft die Aufbissschiene

Dr. Risser

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© RisserDie Aufbissschiene verhindert, dass Patienten nachts unbewusst mit den Zähnen knirschen (© Risser)Die Craniomandibuläre Dysfunktion ist eine Funktionsstörung des Kiefers. Leitsymptome sind Schmerzen im Bereich der Kiefergelenke, der Kaumuskulatur und der umliegenden Strukturen bis in den Nacken und den Schulterbereich, eine eingeschränkte Mundöffnung und Schmerzen beim Kauen. Da die Kiefergelenke in räumlicher Nähe zu den Gehörgängen liegen, entstehen oftmals auch Ohrenschmerzen.

Wieso knirsche ich nachts mit den Zähnen?

Die Ursache ist weitestgehend ungeklärt, jedoch treten die Symptome vermehrt in Zeiten erhöhter psychischer Spannung auf.

Die Stellung der Zähne zwischen Ober- und Unterkiefer haben einen bedeutenden Einfluss bei der Steuerung der Kaumuskulatur. In erster Linie beim Essen, jedoch auch während der Nacht. Wenn sich die Zähne im Backenbereich beim Schlafen berühren, beispielsweise in der Seitenlage, kann das in Zeiten psychisch belastender Lebenssituationen einen Knirsch- oder Pressreflex auslösen. Dadurch verspannt sich die Kaumuskulatur.

Eine Veränderung der Zahnkontakte kann auch nach einem Zahnverlust oder der Eingliederung eines Zahnersatzes die Stellung der Kiefer zueinander und somit die Funktion der Kiefergelenke verändern.

Wie kann nächtliches Zähneknirschen verhindert werden?

Die Aufbissschiene ist eine schnelle und nichtinvasive, kostengünstige Maßnahme, um das Kausystem zu entlasten. Die Schiene simuliert eine Veränderung der Zahnkontakte und der Stellung des Unterkiefers. Damit werden die Kiefergelenke entlastet.

Bei der Gestaltung gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Sichtweisen und Therapieansätze.
Wir haben die beste Erfahrung mit Entlastungsschienen im Oberkiefer gemacht, die so gestaltet sind, dass nur die Unterkieferschneidezähne auf einer Fläche Kontakt haben. Der Unterkiefer lässt sich ungehindert in alle Richtungen bewegen, ohne dass die Backenzähne in Kontakt kommen.

Bevor die Schiene im Labor angefertigt wird, müssen lediglich die Ober- und Unterkiefer abgeformt werden. Bei der Eingliederung wird darauf geachtet, dass die Schiene nicht zu stramm sitzt. Sie wird gegebenenfalls im Mund nochmals eingeschliffen.

Wie erfolgreich ist die Behandlung und welche Risiken gibt es?

Die Erfolgsrate ist sehr hoch, wenn keine weiteren Erkrankungen, wie z.B. eine Arthritis oder sonstige Schäden der Kiefergelenke vorliegen.

Risiken gibt es keine, da keine Veränderung an den Zähnen vorgenommen werden muss.
Die Schienentherapie ist eine Kassenleistung. Abhängig von den Materialien und Methoden können geringfügige Zusatzkosten entstehen.

Alternativen für eine Aufbissschiene gibt es keine, da auch bei einer Veränderung der Bisslage durch Kronen, Brücken und sonstigem Zahnersatz eine Aufbissschiene zur Entspannung der Kaumuskulatur und der Ermittlung des richtigen Bisses verwendet wird.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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