Das jameda-Interview: 10 Fragen an Herrn Dr. med. dent. Dan Herschbach

Dr. Herschbach

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© HerschbachHerr Dr. Herschbach praktiziert als Zahnarzt in München (© Herschbach)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. dent. Dan Herschbach interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Zahnarzt.


jameda:
Herr Dr. Herschbach, was hat Sie motiviert, Zahnarzt zu werden? 

Herr Dr. Herschbach: Die Arbeit am Patienten und die Faszination, etwas Filigranes zu gestalten. Und mein Vater, er war Zahnarzt und mein großes Vorbild.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Herr Dr. Herschbach: Die größte Freude sind definitiv große ästhetische Arbeiten in Zusammenhang mit digitaler Zahnheilkunde. In ein paar Stunden ein Lächeln zu verändern und die Überraschung in den Augen der Patienten zu erleben, ist ein wunderbares Gefühl. Deswegen habe ich das OneDaySmile Concept® entwickelt. 

Herausforderungen erlebe ich immer wieder in der Verwaltung. Während des Zahnmedizinstudiums wird man auf die Menge an Verwaltungsaufgaben nicht vorbereitet, die mit dem Beruf einhergeht.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis? 

Herr Dr. Herschbach: Das klassische Vorurteil ist, dass Zahnmedizin schmerzhaft und teuer sei. Hier überraschen wir unsere Patienten immer wieder im positiven Sinn. Viele Zahnoperationen sind dank lokaler Betäubung schmerzfrei. In unserer Praxis befindet sich außerdem ein Monitor über dem Zahnarztstuhl, so dass Patienten während der Behandlung einen Film schauen können.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen?

Herr Dr. Herschbach: Das hängt von der psychischen Struktur des Patienten ab.

Manch einer braucht nur eine kleine Pause, ein bisschen Humor und Ermunterungen.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Vollnarkose. Wir sprechen jeden Patienten individuell an, so dass am Ende ein positives Erlebnis steht.
 

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Herr Dr. Herschbach: Therapiepläne besprechen wir detailliert mit den Patienten, um einen gemeinsamen Weg zu finden. Daher passiert es sehr selten, dass die Patienten sich nicht daranhalten.
 

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Herr Dr. Herschbach: Sehr schwierige Frage. Ich denke, ich würde den Verwaltungsapparat drastisch reduzieren. Er verschwendet Geld, das in medizinische Leistungen investiert werden könnte. Zum Beispiel in mehr Zuschüsse für Zahnimplantate, die den Patienten deutlich mehr Lebensqualität schenken als wacklige Prothesen.
 

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Herr Dr. Herschbach: Hm ... Vielleicht müssen Ärzte lernen, mit ihrer Zeit besser umzugehen. Einerseits ist es wichtig, sich für die Patienten viel Zeit zu nehmen, andererseits sollen sie möglichst nicht oder nur kurz auf die Behandlung warten müssen.
 

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Herr Dr. Herschbach: Da gibt es einige. Wir sind seit 2007 eine digitale Zahnarztpraxis. Als wir gestartet haben, gab es nicht einmal ein Konzept dazu. Heute spricht jeder über Digitalisierung. Das kommt dem Patienten zugute: angefangen von digitalem Röntgen, das strahlungsarm ist, über 3-D-Röntgen für die schwierige Fälle bis zu Scans statt Abdrücke. Durch meine Tätigkeit als Referent für digitale Zahnmedizin und Integration des 3-D-Verfahrens in die Zahnheilkunde sind wir immer am Puls der Zeit.
 

© HerschbachDer Wartebereich der Praxis Dr. Herschbach. (© Herschbach)jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Herschbach: Es gibt sehr viele. An einen Fall erinnere ich mich gerne. Eine junge Frau mit einem wunderschönen Lächeln hatte einen Tag vor ihrer Hochzeit einen Unfall. Sie hatte dabei ein Frontzahn verloren. Zwei Stunden später war ihr Lächeln bereit für die Kamera.
 

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Herschbach: Vorsorge ist besser als Behandlung! Das ist auch das Motto unserer Praxis. Wenn Sie Ihre Zähne regelmäßig gründlich putzen, können Sie Zahnerkrankungen vorbeugen. Achten Sie darauf, keinen Zahn zu vergessen und jeden Tag Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten zu verwenden. Auch die jährlichen Kontrolltermine helfen vorzusorgen.
 

Zur Person

Seit 20 Jahren ist Dr. Herschbach Zahnarzt mit ganzen Herzen. Den Patienten eine moderne und angenehme Zahnmedizin bieten zu können, ist sein Ziel. Außerhalb der Praxis macht es ihm große Freude, sein Wissen mit anderen Kollegen zu teilen und sie auf dem Weg der Digitalisierung zu begleiten.
 

Zur Praxis 

2007 wurde die Praxis in Schwabing gegründet. Zusammen mit seiner Frau hat Dr. Herschbach die Lage erkundet, als das Gebäude noch nicht fertig war und nur die erste

Etage stand. Er malte die Umrisse der Zimmer in den Staub und träumte von der Praxis, die hier entstehen sollte. Herr und Frau Dr. Herschbach lieben ihre Zahnarzt-Praxis. Natürlich können sie den Praxisbetrieb nicht alleine bewältigen. Ihr Dank geht jeden Tag an das Personal, das alles mitträgt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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