Artikel 10/01/2022

Das jameda-Interview: 9 Fragen an Priv.-Doz. Dr. med. habil. Alexander Bartella (Bielefeld)

Priv.-Doz. Dr. Dr. Alexander Bartella Mund-Kiefer-Gesichtschirurg
Priv.-Doz. Dr. Dr. Alexander Bartella
Mund-Kiefer-Gesichtschirurg
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Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Priv.-Doz. Dr. med. habil. Alexander Bartella interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Mund-Kiefer-Gesichtschirurg.

jameda: Herr Priv.-Doz. Dr. med. habil. Alexander Bartella, was hat Sie motiviert, Mund-Kiefer-Gesichtschirurg zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Herr Dr. Bartella: Das Gesicht in all seinen Facetten und Untereinheiten hat mich schon ganz früh als Student der Anatomie sehr fasziniert!

Es gibt in keinem Bereich unseres Körpers mit so einer hohen Dichte an Nerven, Blutbahnen und wichtigen Strukturen. Ist hier auch nur ein kleiner Teil nicht intakt, so haben wir Probleme mit der sozialen Interaktion, dem Essen, Sprechen, Schlucken, Lachen und Kauen. Um hier bestmöglich behandeln zu können, ist deswegen für die Facharztausbildung zum Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen neben dem Studium der Medizin, auch das Studium der Zahnmedizin und eine fünf-jährige Facharztweiterbildung notwendig.

Diese fundierte Ausbildung ermöglicht es, einfache und komplexe Probleme aus allen Perspektiven zu sehen und den Patienten dadurch die optimale Behandlung zu ermöglichen.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht ihn so besonders?

Herr Dr. Bartella: In der funktionellen und ästhetischen Chirurgie!
Funktionell bieten wir insbesondere die Implantologie, also künstliche Zahnwurzeln, an, um das Kauen, Sprechen und Schlucken wieder ganz natürlich werden zu lassen.

Dank der umfassenden Ausbildung und bewährter Technologien ist es möglich, auch für jede ‘aussichtslose’ Situation eine Lösung zu finden.

Die Liebe zur ästhetischen Chirurgie hat mich erst später in der Ausbildung ergriffen. Es gibt viele Patienten, die unter kleinen oder großen Makeln im Gesicht sehr leiden. Es ist ein wundervolles Gefühl, diesen Patienten helfen zu können und festzustellen, dass sie mit einem neuen Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein durch ihr Leben gehen.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. Bartella: Das ist eine Frage, die wirklich nicht einfach zu beantworten ist, da es mehrere Personen gibt.

Zum einen habe ich die Tätigkeit von meinem Großvater und meinem Onkel immer sehr bewundert. Hier wurde immer solide Medizin für die Patienten gemacht und es ist auch ein Beweggrund, warum ich vom Universitätsklinikum Leipzig zurück nach Westfalen gekommen bin. Hier habe ich die Freude und Ehre die Praxisräume in dritter Generation nutzen zu können.

Zum anderen hat mich aber auch Dr. Mark Berman, plastischer Chirurg in Beverly Hills (Kalifornien, USA), in meiner frühen chirurgischen Ausbildung sehr inspiriert. Er hat mein initiales Interesse für die kosmetische Chirurgie geweckt und als einer der ersten Chirurgen weltweit Volumenaugmentation mit Eigenfett durchgeführt.

Und natürlich, last but not least, mein letzter Chef, Prof. Dr. Dr. Bernd Lethaus, hat mich unheimlich viel chirurgisch aber auch menschlich gelehrt. Es ist so wichtig, dass nicht jeder Patient ‘alles was möglich ist’ bekommt, sondern nur das, was den Leuten auch wirklich guttut und weiter hilft.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. Bartella: Ja! Sehr viele sogar! Die ästhetische und kosmetische Chirurgie lebt von der Verwendung neuester technischer Geräte und Behandlungsweisen.

Wir haben beispielsweise einen neuen Laser, der mit einem Strahl unterschiedliche Tiefen der Haut erreicht. Dadurch wird nicht nur die Oberfläche erneuert, sondern es kommt auch zu einer Bindegewebsreaktion, die zu einer strafferen Haut führt.

Aber auch für größere Operationen, wie beispielsweise Kinnverlagerungen oder Nasenkorrekturen, können wir heute deutlich besser planen. Dafür haben wir ein in hochauflösendes 3D Röntgen mit einer reduzierten Strahlendosis. Dadurch muss man die Patienten nicht mehr zu einem Radiologen schicken und die Strahlung für ein Bild ist geringer als die Strahlendosis der man bei einem Flug nach Mallorca ausgesetzt ist.

Aber auch Nachhaltigkeit und körpereigene Potentiale werden zunehmend genutzt. Das beste Beispiel hierfür ist das ‘Vampire-Lifting’, das in den letzte Jahren sehr bekannt geworden ist. Die Möglichkeit Wachstumsfaktoren, aus dem Blut der Patienten, für die kosmetische Chirurgie zu nutzen ist wunderbar. Es gibt keine Allergien und die Patienten sind sehr zufrieden.

Insgesamt zeigt sich zunehmend die Entwicklung dass die ‘moderne Technik’ zu den eigenen Heilungsmöglichkeiten des Körpers zurück findet- das ist ein sehr schöner Trend!

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. Bartella: Die Natürlichkeit! Kein Patient möchte heutzutage noch ‘operiert’ aussehen. Wir kennen wohl alle noch die furchtbaren Bilder aus den 90er Jahren, in denen Patienten nach einem Facelift maskenartig aussahen. Davon sind wir heute glücklicherweise weit entfernt!

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. Bartella: Das müssen Sie in erster Linie meine Patienten fragen (lacht, Anm. d. Red.)! Ich denke aber, dass das wichtigste immer gute Medizin mit dem Patienten im Mittelpunkt ist. Es ist wichtig, die Patienten so zu versorgen, dass es zu ihnen persönlich passt und sie am Ende glücklich sind.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. Bartella: Ich mag den Patientenkontakt sehr und freue mich jeden Tag über meinen Beruf!  Ich schätze an den meisten meiner Patienten die Bodenständigkeit. Häufig sind die Patienten schon gut informiert über Therapien die es gibt und man kann gemeinsam einen Weg für die optimale Behandlung finden.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Bartella: Das war in meiner Zeit als Oberarzt am Universitätsklinikum in Leipzig. Ich wurde nachts von einem Assistenzarzt herein gerufen, weil bei einem vier-jährigen Mädchen die Unterlippe durch einen Hundebiss fast vollständig zerstört war.

Diese konnten wir in einer Notoperation erfolgreich rekonstruieren. Als die Kleine wieder gesund, mit Ihrer Mutter und einem Blumenstrauss in meine Sprechstunde kam, war das ein wundervoller und prägender Moment, den ich nicht vergessen werde.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Bartella: Nicht rauchen! Zähneputzen! Gemüse (mag nicht jeder – ist aber gesund!), keinen Alkohol mit mehr als 12 %!

Zur Person

  • Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Arzt und Zahnarzt
  • Dr. med. habil und Dr. med. dent.
  • Habilitation und Lehrbefugnis („venia legendi“)
  • Autor vieler nationaler und internationaler Expertenartikel (‘Peer reviewed’)
  • Mehr als 70 Vorträge auf nationalen und internationalen Kongressen
  • Mitgliedschaften in zahlreichen nationalen und internationalen Fachgesellschaften
  • Ausbildung an verschiedensten Orten (Bratislava, Magdeburg, Los Angeles, Sydney, Zürich, Aachen, Leipzig)

Zur Praxis

  • Praxisräume meines Großvaters – seit 1952 in Betrieb
  • Eigener OP-Saal auf dem neuesten Stand der Technik für schonende und sichere Narkose-Techniken
  • DVT-Gerät (3D-Röntgen)
  • 3D Drucker Intraoraler Scanner
  • Fräse für sofortige Implantatkronen
  • Lasergerät für Hautbehandlungen

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