Warum eine gesunde Ernährung bei Parodontitis wichtig ist

Dr. Risser

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© gpointstudio_iStockBereits unter Seefahrern war bekannt, dass Vitaminmangel zu Zahnfleischproblemen führt. (© gpointstudio_iStock)Die Parodontitis ist eine der am weitesten verbreiteten Zivilisationskrankheiten. Sie ist die häufigste Ursache für Zahnverluste im Erwachsenenalter. Etwa 85 % der Erwachsenen leiden an dieser Erkrankung mit unterschiedlichem Schweregrad.

Was ist eine Parodontitis?

Die Parodontitis ist die Immunantwort auf bakterielle Beläge, die an den Zähnen anhaften. Anfänglich beschränkt sich die Entzündungsreaktion auf das Zahnfleisch. Wenn sie nicht früh genug erkannt wird, kann sie aber dazu führen, dass sich der Knochen abbaut und der Zahn ausfällt.

Die individuelle Entzündungsreaktion ist genetisch bedingt. Aber auch Faktoren wie der allgemeine Gesundheitszustand, Ernährung, Umwelt, psychosoziale Faktoren, Rauchen sowie regelmäßige Bewegung spielen eine Rolle.

Welche Rolle spielt das Immunsystem bei Parodontitis?

Wechselwirkungen zwischen Parodontitis und Erkrankungen wie Diabetes, einer Immunschwäche sowie die Auswirkung auf Herz-und Kreislauferkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen sind wissenschaftlich anerkannt und müssen bei der Behandlung immer berücksichtigt werden.

Neue Ansätze erkennen eine Parodontitis als ein frühes Anzeichen für ein Immunsystem, das nicht optimal funktioniert. Anhand der entzündlichen Prozesse im Mund können Rückschlüsse auf entzündliche Prozesse im Körper gezogen werden, die so nicht sichtbar sind oder diagnostiziert wurden.

Die richtige Ernährung bei Parodontitis

Der Zusammenhang zwischen der Ernährung und Parodontitis ist schon seit mehreren hundert Jahren bekannt. Er begründet sich auf Beobachtungen an Seefahrern, die vermehrt unter Zahnverlust als Folge eines Vitamin-C-Mangels litten, dem sogenannten Skorbut. 

Glücklicherweise gehören vitaminmangelbedingte Krankheiten der Vergangenheit an. Aber es gibt neue Erkenntnisse zur Ernährung.

Studien zeigen, dass eine Ernährung mit viel rotem Fleisch, Kohlenhydraten und Zucker zu einer Übersäuerung führt und die entzündlichen Prozesse im Körper begünstigt. Werden jedoch täglich vornehmlich frisches Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse gegessen, wirken sie eher entzündungshemmend. 

Zusätzlich enthalten Obst und Gemüse eine Vielzahl von Antioxidantien, die die freien Radikale neutralisieren, die als Folge der Übersäuerung und der Abbauprodukte im Körper entstehenden.

Da es eine große Herausforderung ist, sich täglich ausgewogen zu ernähren, bieten eine Vielzahl von Herstellern Nahrungsergänzungsmittel an. Sie enthalten alle erforderlichen Vitamine, Spurenelemente, Antioxidantien und Ballaststoffe in der richtigen Dosierung und Bioverfügbarkeit.

Aber um einer Parodontitis vorzubeugen, steht eine Belagkontrolle nach wie vor im Vordergrund. Die Ernährung sollte als ergänzender Faktor aber nicht außer Acht gelassen werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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