Das jameda-Interview: 9 Fragen an Frau Dr. Viktoria Schaffert-Hagelsteininfo_plain_20gr

Frau Dr. Viktoria Schaffert-Hagelstein praktiziert als Zahnärztin Hamburg. (© Schaffert-Hagelstein)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. Viktoria Schaffert-Hagelstein interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Zahnärztin.

jameda: Frau Dr. Viktoria Schaffert-Hagelstein, was hat Sie motiviert, Zahnärztin zu werden und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Dr. Schaffert-Hagelstein: Bereits in der Schule lagen meine Stärken im naturwissenschaftlichen Bereich, so dass ich logischerweise dieser Vorgabe gefolgt bin. Durch meinen Vater, als passionierter Zahnarzt hat er mich positiv geprägt, ohne Einfluss auf meinen Berufswunsch auszuüben.

Ich bin Praktikerin und empfand in dem Beruf eine optimale Kombination aus geistreicher Arbeit und handwerklicher Tätigkeit, die einen sehr befriedigen kann. Gelungene Arbeiten und zufriedene Patienten geben einem abends, nach einem harten Tag ganz neuen Auftrieb, um qualitätsorientiert weiterzuarbeiten und geben Kraft für neue Herausforderungen.

Schon als Studentin und dann als fertig approbierte Zahnärztin merkte ich im praktischen Alltag, dass mich die Chirurgie und chirurgische Parodontologie sehr reizten und herausforderten. So war es nur allzu nachvollziehbar, dass ich mich bereits in der Vorbereitungszeit schon zusätzlich auf die zahnärztliche Implantologie spezialisieren wollte.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Dr. Schaffert-Hagelstein: Meine Tätigkeitsschwerpunkte sind die Parodontologie mit allen chirurgischen Eingriffen, die Implantologie und die dazu gehörende Prothetik (Zahnersatz). Dadurch dass diese drei wichtigen Gebiete ineinandergreifen und voneinander abhängig sind und ich diese drei Gebiete sehr gut beherrsche, kann ich festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz in meiner Praxis aus einer Hand anbieten, ohne die Patienten an einen Kollegen oder in eine andere Praxis zu überweisen. Das ist Komfort für die Patienten und gibt Sicherheit. Des Weiteren habe ich dadurch eine sehr hohe Erfolgsrate für implantatgetragenen Zahnersatz.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Dr. Schaffert-Hagelstein: Das kann ich so nicht sagen.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Dr. Schaffert-Hagelstein: Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren meinen Praxisalltag schon enorm erleichtert. Meine Praxissoftware ist mein bester Partner für die Eingabe der täglichen Leistungen und für die Erstellung der Heil- und Kostenpläne und für die Dokumentation. Wenn das digitale Scannen hoffentlich bald noch günstiger wird, möchte ich mir einen Scanner zulegen, der mir dann den Praxisalltag bei der Erstellung von Zahnersatz noch mehr erleichtern wird. Zur Zeit muss ich mir den bei meinem Labor noch ausleihen.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Dr. Schaffert-Hagelstein: Die größten Herausforderungen sehe ich darin, dass ich in ein paar Jahren möglichst noch mit ausreichend Fachpersonal ausgestattet bin. Der Nachwuchs der Zahnmedizinischen Fachangestellten wird nicht mehr so ausreichend gelernt und dann ausgeführt wie der Markt es eigentlich bräuchte. Wir werden dann auf Quereinsteiger angewiesen sein oder noch andersartig erfinderisch werden müssen.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Dr. Schaffert-Hagelstein: Wie bereits oben gesagt, ich lege Wert auf Qualitätszahnheilkunde und möchte die Patienten nach Möglichkeit optimal versorgen. Im Umkehrschluss muss man wissen, dass Qualität entsprechend etwas kostet. Die Patienten sollten eine gewisse Investitionsbereitschaft für ihr Gebiss haben. Wer Zahnheilkunde ohne Zuzahlung bei mir verlangt, kann sie bekommen, kann dann aber keine hochwertige Arbeit von mir und der Kasse verlangen. Patienten, die mit mir seit 2003 zusammenarbeiten, haben einen gewissen "Dental IQ", ihnen sind ihre Zähne etwas wert und sie bleiben in der Praxis, weil sie langfristig und nachhaltig versorgt wurden und ihre Investition durch den regelmäßigen Recall erhalten bleibt.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Dr. Schaffert-Hagelstein: Ich liebe die Patienten, die eine gute Bereitschaft haben, das umzusetzen, was wir ihnen empfehlen und die regelmäßig zur Prophylaxe und zum Check-up bzw. zur Parodontal-Nachsorge kommen. Sprich die Patienten, die verstanden haben, wie man langfristig etwas von seinen Zähnen hat und sie erhält.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Dr. Schaffert-Hagelstein: Ich habe mich sehr über eine Patientin gefreut, die ich in meiner ersten Zweitpraxis in Bahrenfeld (2013) kennengelernt habe und dann zum ersten Mal in meine Stammpraxis kam, nachdem ich die Zweitpraxis geschlossen hatte. Sie sagte mir im Anschluss an die Behandlung (Sie war zuerst in der Prophylaxe-Sitzung und kam danach zur Kontrolle zu mir), dass der Besuch bei uns für sie ein echtes Erlebnis geworden ist und ihre Erwartungen an die Behandlung extrem übertroffen wurden! :-)

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Dr. Schaffert-Hagelstein: Ein gesundes Zahnfleisch ist genauso wichtig wie löcherfreie Zähne. Gesundes Zahnfleisch beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und ist sehr wichtig für Diabetes-Patienten!

Die Zahnarztpraxis Dr. Hagelstein in Hamburg (© Schaffert-Hagelstein)

Zur Person:

Werdegang

  • seit 2003 niedergelassene Zahnärztin in Hamburg, Übernahme der väterlichen Praxis
  • 2006 Promotion an der Universität Kiel
  • 2001-2003 Assistenzzeit in Schleswig-Holstein und Hamburg
  • 2000 Approbation
  • 1993-2000 Studium der Zahnheilkunde in Rostock und Kiel

Fachliche Qualifikation

  • 2011-heute Study Club für Implantologie und Parodontologie, Auszeichnung in Bronze (2013), Auszeichnung in Silber (2017)
  • 2005-heute regelmäßige Fortbildungen in den Fachgebieten Parodontologie und Implantologie
  • 2009 Zertifizierung in zahnärztlicher Implantologie durch die Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI)
  • 2004-2007 Weiterbildung „Betriebliche Kommunikation“ und „Personalführung“
  • 2003-2004 Curriculum Implantologie der DGI

Engagement

  • 2013-2014 Die Praxis Dr. Hagelstein bildete eine Mitarbeiterin (ZFA) mittels interner Ressourcen in acht Monaten erfolgreich zur Zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin (ZMV) aus.
  • 2013 Übernahme der Zahnarztpraxis Heidi Reif, Bahrenfeld, als Zweitpraxis, anschließende Zusammenlegung beider Praxen am Beseler Platz 3
  • 2006-2019 stellvertretende Obfrau der Zahnärzte im Bezirk Hamburg-West
  • 2003-2015 Ausbildung von sechs Mitarbeiterinnen zu Zahnmedizinischen Fachangestellten mit gutem oder sehr gutem Abschluss
  • 2003-heute Mitglied in der DGZMKDGIFVDZ
  • 1991-heute ehrenamtliche regelmäßige Zahnversorgung für Kinder aus Tschernobyl – eine Initiative, die Dr. Tönnies Hagelstein von Beginn an unterstützt hat und von Dr. Viktoria Schaffert-Hagelstein fortgeführt wird

Zur Praxis:

Zusammen mit meinen Kollegen decke ich das ganze Spektrum der Zahnheilkunde ab. Es gibt (außer Kieferorthopädie) nichts, das man bei uns nicht erhalten kann!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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