Ein dauerhaft schönes Lächeln mit kieferorthopädischen Retainern: So geht's

Ein Retainer hilft dabei, die Zähne nach einer kieferorthopädischen Behandlung an Ort und Stelle zu behalten. (© yanlev - fotolia)

Nach viel Einsatz und langem Durchhaltevermögen ist die aktive kieferorthopädische Therapie endlich beendet und man freut sich über das neue, wunderschöne Lächeln. Auch der Biss fühlt sich angenehmer an. Jeder, der dieses Ergebnis geschafft hat, kann stolz auf sich sein und weiß, wie viel Mitarbeit dahintersteckt. Nun beginnt die Retentionsphase, um das erreichte Ergebnis zu sichern und langfristig zu bewahren.

Warum muss man das Behandlungsergebnis sichern?

Zähne haben die erstaunliche Eigenschaft, sich ein Leben lang bewegen zu können. Ohne Zahnspange beginnen Sie sich unweigerlich wieder zu bewegen und bleiben nicht in der gewünschten Position. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein. Sie liegen aber darin, dass sich der Körper ein Leben lang verändert und immer anpasst. So reicht ein veränderter Druck der Lippen oder der Zunge, um die Zähne in neue Positionen zu schieben.

Damit dem entgegengewirkt wird und es nicht zu so einem Rückfall (Rezidiv) kommt, muss der Behandler die neue Zahn- und Kieferstellung für einige Zeit mit einem Gerät stabilisieren. Während dieser Phase verändert sich das Gewebe noch und gewöhnt sich weiter an die neue Position. Erst nach dieser Retentionsphase, die üblicherweise ein Jahr dauert, kann die Behandlung abgeschlossen werden.

Welche Arten der Retention gibt es?

Es gibt herausnehmbare oder festsitzende Retainer. Ein festsitzender Lingualretainer ist meist ein kleiner, dünner Draht, der auf den Rückseiten der Zähne (lingual) befestigt wird. Diese sogenannten Kleberetainer sind für andere nicht sichtbar und können über mehrere Jahre problemlos im Mund bleiben, oft belässt man sie sogar ein Leben lang.

Hier ist eine gute, tägliche Mundhygiene mit Zahnseide und Zahnbürste notwendig, aber für jedermann machbar. Die herausnehmbaren Geräte hingegen sind aus Draht und Kunststoff. Sie werden seltener für die Retention genutzt und müssen jede Nacht getragen werden, damit sich die Zähne nicht wieder verschieben.

Eine andere Art des herausnehmbaren Retainers sind durchsichtige Schienen, ähnlich wie die Aligner von Invisalign. Diese bestehen jedoch aus einem stärkeren Material, da sie über Jahre jede Nacht getragen werden. Hier gibt es auch den Vorteil, dass sie die Zahnoberflächen umhüllen und dadurch auch als Knirscherschiene funktionieren können und die eigenen Zähne in der Nacht schützen. Nach ca. drei Jahren sind diese Retentionsschienen jedoch meist aufgebraucht und müssen erneuert werden.

Wie lange dauert die retentionsfreie Phase?

Egal ob es ein festsitzender Retainer oder eine Retentionsapparatur zum Herausnehmen ist – die Tragedauer hängt vom Schweregrad der behandelten Fehlstellungen ab. Als Faustregel gilt: Je umfassender die Zahn- und Kieferbewegungen, desto länger sollte die Retentionsphase dauern. Zumindest dauert die Retentionsphase ein Jahr, in den meisten Fällen jedoch benutzt man eine lebenslange, einfache Retentionslösung, die man einmal pro Woche nachts trägt.

Unser Tipp: Während und natürlich auch nach der Infektionsphase sind eine gründliche Prophylaxe und Mundhygiene sehr wichtig. Zähne und das Zahnfleisch benötigen Pflege, um gesund zu bleiben. Wir empfehlen daher, sich mindestens zweimal täglich für jeweils drei Minuten die Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta zu putzen, um Plaque zu vermeiden.

Was ist zu beachten?

Während der Retentionsphase sind regelmäßige Kontrollen notwendig. Die Termine werden aber nicht so häufig vergeben wie während der Behandlungsphase. Ist eine herausnehmbare Apparatur defekt bzw. drückt und klemmt sie oder hat sich der Kleberetainer gelockert bzw. gelöst, melden Sie sich bitte umgehend bei Ihrem Kieferorthopäden.

Ohne Motivation geht es nicht! Lassen Sie sich von Ihrem Kieferorthopäden noch einmal das Anfangs- und das vorläufige Abschlussmodell zeigen. Das Ergebnis wird Sie beeindrucken und von der Notwendigkeit einer Platzierung ganz sicher überzeugen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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