Zahnerhalt unter dem Mikroskop

© Dr. Schultze-Lohölter

Der eigene Zahn ist die beste Lösung
Den eigenen Zahn des Patienten zu erhalten, steht in der Zahnheilkunde als beste Therapie im Vordergrund. Um dieses Ziel auch bei Infektionen der Zahnwurzel umsetzen zu können, dient das Mikroskop als hervorragendes Hilfsmittel. Mit einer 24-fachen Vergrößerung können die Strukturen im Zahn deutlich besser erkannt werden. Nur was der Zahnarzt sieht, kann auch von ihm behandelt werden. Besteht eine Infektion im Zahninneren, gilt es, die bakterielle Besiedlung komplett zu beseitigen. Geschieht das nicht, bleibt der Zahn schmerzhaft oder es entstehen neue Schmerzen trotz Wurzelbehandlung. Oft wird dann ein chirurgischer Eingriff angeraten, die Zahnwurzel wird gekappt oder der Zahn muss gezogen werden.

Zahnerhalt mit fast 100-prozentiger Erfolgsaussicht
Die mikroskopische Wurzelbehandlung (Endodontie) hat jedoch durch bessere Sicht - und damit Infektionskontrolle - eine bis zu 100-prozentige Erfolgsaussicht, den Zahn auf Dauer zu erhalten. Dies gilt insbesondere für die Erstbehandlung eines Zahnes. Der auf die Wurzelbehandlung spezialisierte Zahnarzt (Endodontologe) hat durch intensive Fortbildung und Erfahrung ein spezielles Behandlungsprotokoll zur Verfügung, um die Infektion zu beseitigen. Haarfeine Verästelungen im Wurzelkanal, kleine zusätzliche Kanäle, können unter dem Mikroskop mithilfe spezieller Schallinstrumente dargestellt werden. Besonders flexible Instrumente helfen auch bei einer starken Wurzelkrümmung, den Wurzelkanal in der gesamten Länge zu reinigen. 

Rettung auch bei bereits durchgeführter Wurzelbehandlung
Der Endodontologe kann aber auch bei einer schon durchgeführten Wurzelbehandlung erneut zur Zahnrettung verhelfen. Oft bleiben diese Zähne weiterhin schmerzhaft, weil sich noch Bakterien im Zahninneren befinden. Vielleicht wurden bei der ersten Behandlung Kanäle übersehen oder nicht bis zur Wurzelspitze gereinigt. Zahlreiche universitäre Untersuchungen und Studien haben diese Problematik an behandelten Zähnen nachgewiesen. In den USA und vielen anderen Ländern gibt es deshalb schon lange den Fachzahnarzt für Endodontologie.

Schmerzfrei, verträglich und oft günstiger als Zahnersatz
Die mikroskopische Endodontie ist eine sicher zeitaufwendige, aber schmerzfreie Therapie. Sie erfordert vom Zahnarzt manuelle Geschicklichkeit und eine besondere technische Ausrüstung. Die Kosten für diese Behandlung sind oft günstiger als der Ersatz des Zahnes.

Solange wir eine Erkrankung im Zahn nachhaltig ausheilen können, sollte diese Behandlungsmethode gerade im Hinblick auf biologische Verträglichkeiten von Ersatzmaterialien genutzt werden. Ein Zahnimplantat ist, wie jede andere Art von Ersatzprothesen des menschlichen Körpers, immer die schlechtere Wahl im Vergleich zur Natur.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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