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Frontzahn verloren? So wird die Lücke mit Implantaten oder Brücken geschlossen

Dr. Peschel

von
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© irinaorel - fotoliaBesonders im Frontzahnbereich fallen Zahnlücken stark auf und stören die Ästhetik des Gesichts. (© irinaorel - fotolia)Wenn ein Frontzahn verloren geht, sollte die Lücke besonders aus ästhetischen Gründen rasch versorgt werden. Welche Möglichkeiten gibt es? 

Eine Zahnlücke kann sich auf den gesamten Mundraum auswirken

Bei einer Zahnlücke ist nicht nur die Ästhetik beeinträchtigt, denn die Schneidezahnlücke hat auch für die Sprach- und Abbeißfunktion sowie für das allgemeine und soziale Wohlbefinden des Patienten Folgen.

Außerdem können benachbarte Zähne aus ihrem Zahnfach herauswachsen und in die ungestützte Zahnlücke kippen. So kann wiederum der gesamte Biss beeinträchtigt werden. Daher sollte man Frontzahnlücken mit Zahnersatz versorgen.

Wir haben heutzutage verschiedene Behandlungsansätze. Die drei gängigsten Methoden werden hier aufgeführt und erklärt:


1. So funktioniert eine Brücke

Konventionell wird eine einzelne Zahnlücke mit einer festsitzenden Brücke versorgt. Dabei werden die zwei benachbarten Zähne der Lücke ca. 0,8-1 mm in ihrem gesamten Umfang beschliffen.
Im zahntechnischen Labor wird anschließend die Brücke angefertigt und dann fest auf die Nachbarzähne zementiert. 

Die Materialpalette, aus der die Brücke hergestellt werden kann, reicht von Metallkäppchen mit einer zahnfarbenen keramischen Verblendung bis hin zu vollkeramischen Systemen.
Die verwendeten Materialien unterscheiden sich in Festigkeit, Haltbarkeit, Abriebverhalten, Ästhetik und Kosten.

Hier bespricht und entscheidet der Zahnarzt gemeinsam mit dem Patienten, welche individuelle Materiallösung gewählt wird.

Der Nachteil einer Lückenversorgung mit einer Brücke liegt ganz klar in der Tatsache, dass Nachbarzähne, die möglicherweise noch komplett gesund sind, beschliffen werden müssen.
Auch die tägliche Zahnreinigung einer solchen Brücke ist durchaus aufwendiger als die von einzelstehenden Zähnen, da die Brücke gewisse Teile der Zahnreihe blockiert.


2. Welche Vorteile haben Zahnimplantate?

Unter einem Implantat verstehen wir eine künstliche Zahnwurzel aus Titan. Dieses Implantat wird in den Knochen eingebracht. Nach einer Einheilzeit von drei bis sechs Monaten kann im Dentallabor die künstliche Zahnkrone hergestellt werden.

Diese Einzelkrone wird dann auf dem Implantat verschraubt oder fest zementiert. Auch hier hat der Patient die schon benannte Materialpalette zur Auswahl.

© Sven Bähren - fotoliaDas Zahnimplantat besteht aus einer künstlichen Zahnwurzel, auf der die Prothese befestigt wird. (© Sven Bähren - fotolia)Der große Vorteil von Implantaten ist, dass Nachbarzähne nicht beschliffen werden müssen. Naturgesunde Nachbarzähne werden also bei dieser Variante komplett geschont. Außerdem können die Zähne im Alltag weiterhin gut gereinigt werden.

Während der Einheilphase des Implantats kann man zur Versorgung der Lücke vorübergehend eine kleine herausnehmbare Prothese tragen.

Den Vorteilen von Implantaten stehen ein operativer Eingriff, die Dauer der Einheilzeit und die höheren Kosten gegenüber.


3. Was sind Klebebrücken?

Eine Klebebrücke ist eine andere Alternative zur konventionellen Brücke. Sie besteht aus dem Brückenzahn und einem Flügel, der auf den zum Gaumen gerichteten Teil des Nachbarzahnes geklebt wird.

Diese Klebestelle muss etwas beschliffen werden, um Platz für den Brückenflügel zu erhalten. Die laborgefertigte Marylandbrücke wird mit Kunststoff an dem Nachbarzahn geklebt.

Der Vorteil dieser Variante liegt darin, dass hier nur die Gaumenseite der Nachbarzähne beschliffen werden muss. Es wird also substanzschonender gearbeitet.

In der Praxis zeigen sich jedoch die Flügelauflageflächen deutlich kariesanfälliger. Bei Patienten mit sehr starker Kiefermuskulatur oder Angewohnheiten wie Knirschen und Pressen ist diese Versorgung nicht anwendbar, da die Gefahr besteht, dass sich die geklebten Flügel lösen.


Fazit

Besprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt alle möglichen Behandlungsvarianten und finden Sie zusammen heraus, welche für Sie in Frage kommt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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