Wurzelbehandlung: Was tun, wenn die Füllung herausbricht, schmerzt oder undicht wird?

Dr. Helber

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© fotohansel - fotoliaMit welcher Art von Füllung ein Zahn behandelt wird, hängt vom Ausmaß der Erkrankung ab. (© fotohansel - fotolia)Alles beginnt - wie die meisten Zahnerkrankungen - mit einer Karies. Je nach Ausdehnung der Karies kann der Zahn vom Zahnarzt mit unterschiedlichen Versorgungsformen repariert werden.

Während kleinere Defekte durch eine Füllung oder eine Teilkrone beseitigt werden können, muss mit zunehmendem Umfang der Defekte eine künstliche Zahnkrone eingesetzt werden, um den Zahn vor weiteren Beschädigungen zu schützen.

Welche Zahnfüllungen kommen in Frage?

Die Füllung wird bei kleinen Defekten direkt in einer Sitzung vom Zahnarzt in den Mund eingebracht (sogenannte direkte Restauration). Sie kann aus verschiedenen Materialien angefertigt werden, welche sich im Preis und in ihrer Haltbarkeit unterscheiden.

Die Amalgamfüllung stellt die preiswerteste Alternative dar. Sie wird vollständig von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen und es fallen keine Zuzahlungen an. Da Amalgamfüllungen jedoch das giftige Schwermetall Quecksilber enthalten, sind sie aus gesundheitlichen Gründen zunehmend in Verruf geraten.

Zahnärzte wenden als zuzahlungsfreie Amalgamalternative häufig Glasionomerzemente an. Diese enthalten keine giftigen Quecksilberbestandteile, weisen jedoch eine geringe Härte auf und sind daher nicht besonders kaustabil. Deshalb haben sie auch eine relativ eingeschränkte Lebensdauer von ca. drei Jahren.

Das hochwertigste Material aus dem eine direkte Restauration angefertigt werden kann, ist ein Hochleistungskomposit. Dabei handelt es sich um einen Kunststoff, in den mikroskopisch kleine Keramikpartikel eingelagert sind. Das macht den Komposit deutlich kaubeständiger als Zemente. Zudem wird eine Kompositfüllung durch eine Verklebung sehr fest mit dem Zahn verbunden. Sie ist absolut unsichtbar und hat eine durchschnittliche Haltbarkeit von ca. zehn Jahren.

So werden Zähne behandelt, bei denen eine Füllung nicht mehr ausreicht

Ist der Defekt am Zahn etwas größer, kommen als Ersatz ein Inlay bzw. eine Teilkrone (sogenannte indirekte Restauration) in Frage. Der Zahnarzt entfernt die Karies und nimmt einen Abdruck vom Zahn, der ins Labor geschickt wird. Hier stellt ein Zahntechniker eine sehr hochwertige Restauration zur Reparatur des Zahnes her. Diese kann entweder aus Gold oder aus Vollkeramik sein. Diese sehr hochwertige Art der Versorgung hat eine durchschnittliche Haltbarkeit von 15 Jahren.

Ist der Defekt am Zahn zu groß, um noch mit einer Füllung oder einer Teilkrone stabil versorgt zu werden, braucht der Zahn eine Krone. Diese übernimmt die Aufgabe der verloren gegangenen Zahnsubstanz und schützt den Restzahn vor weiterer Zerstörung. Außerdem stellt sie die vollständige Kaufunktion wieder her.

Der Zahnarzt beschleift für eine Krone den Teil des Zahnes, der in die Mundhöhle ragt, vollständig ringsherum. Dann nimmt er einen Abdruck und der Techniker stellt im Labor die Krone her. Diese kann entweder aus Gold sein, ein Metallgerüst mit einer keramischen Verblendung haben oder vollständig aus Keramik bestehen. Der Zahnarzt setzt die fertige Krone dann auf den beschliffenen Zahn ein.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die geeignete Versorgungsform vor allem davon abhängt wie tief die Karies bereits in den Zahn eingedrungen ist. Warnzeichen für den Patienten sollten in jedem Fall Schmerzen im Bereich einer bestehenden Füllung sowie Zahnseide, die beim Reinigen im zahnzwischenraum hängen bleibt sein.

Eine bereits lockere oder gar herausgebrochene Füllung sollte immer unverzüglich einem Zahnarzt vorgestellt werden, da der Zahn ansonsten weitreichend zerstört wird, sodass er im schlimmsten Fall auch nicht mehr repariert werden kann.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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