Wenn das Kiefergelenk Geräusche macht: Ursachen & Behandlung der CMD

Stress im Arbeitsalltag gehört zu den häufigsten Ursachen einer CMD. (© geralt - pixabay)

Haben Sie häufig Kopfschmerzen, Geräusche oder Schmerzen bei der Mundöffnung und beim Kauen, kann es sein, dass Sie unter einer Funktionsstörung des Kauorgans, der so genannten Craniomandibulären Dysfunktion, leiden.

Ungefähr 5 bis 10 % der Bevölkerung leiden darunter, davon wiederum 80 % Frauen. Bittet man die Patienten mit beiden Händen die Beschwerden zu beschreiben, greifen sich die betroffenen flächig an die Wangen oder zeigen mit den Fingern auf die Kiefergelenke. Dazu können seitliche Kopfschmerzen, absteigende Nacken- und Rückenschmerzen sowie Ohrgeräusche (Tinnitus) auftreten.

Vielleicht beobachten auch Sie einige dieser Beschwerden, haben sie aber bisher nicht in Zusammenhang mit dem Kauorgan gesehen.

Wie entsteht CMD und wie kann es behandelt werden?

Hauptursachen sind Stress und psychische Balance, Körperhaltung und Fehler im Biss durch fehlende Zähne, schlecht sitzende Prothesen und falsch angepasste Kronen oder Füllungen.

Ursächlich ist der Stress an schwierigsten zu behandeln. Denn er wird oft nicht als solcher wahrgenommen und viele Patienten empfinden ihn gar nicht mehr.

Hier hilft symptomatisch nur eine Aufbiss- oder Knirscherschiene, die meist nachts im Oberkiefer getragen wird. Diese entkoppelt Ober- von Unterkiefer, beugt empfindlichen Zahnhälsen vor und verschleißt anstatt der Zähne selbst. Nach einigen Monaten sieht man auf der Schiene auch die Verschleißspuren – ein sicheres Zeichen für die nächtlichen Aktivitäten und deren Zerstörungskraft.

Ursächlich hilft eine psychosomatische Beratung in unserer rastlosen und hektischen Industriegesellschaft.

Etwas schwieriger ist es, geometrische Fehler, Bisslagefehler und Fehlhaltungen bis zur Skoliose zu finden. In einem Netzwerk von Spezialisten können diese Faktoren aber erkannt und korrigiert werden. Auch bildgebende Verfahren wie CT und MRT liefern oft eine deutliche Ursache für die Beschwerden oder Schmerzen, die dann korrigiert werden.

Nach dem Ergebnis der MRT-Untersuchung liefern Repositionsschienen Korrekturmaßen auf den Zehntel Millimeter genau. Sie erlauben dem Gelenk und dem Bandapparat sich zu erholen, besonders in der Nacht. Tagsüber muss sich der Patient aktiv selbst beobachten und besonders in Phasen von Stress alte Verhaltensmuster vermeiden.

Die Performanceschienen in der Sportzahnmedizin beruhen auch auf diesem Prinzip der Störfeldvermeidung und Haltungskorrektur.

Welche Folgen können bei einer nicht behandelten CMD entstehen?

Werden diese Auslöser nicht in angemessener Zeit korrigiert, entstehen im schlimmsten Fall als mögliche Folgen

  • massive Gelenkschäden
  • Verklemmen von Gelenkbestandteilen
  • Gelenkarthrose

Sie können oft nur noch stabilisiert werden. Kracht es im Kiefergelenk, sollte man umgehend einen Zahnarzt aufsuchen, der sich mit diesem Beschwerdebild auskennt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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