Haben Sie Zahnfleischprobleme? Gingivitis und Parodontitis erklärt

Dr. Cochardt

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© bilderzwerg - fotoliaEntwickelt sich eine Zahnfleischentzündung zu einer Parodontitis, können schwerwiegende Erkrankungen die Folge sein. (© bilderzwerg - fotolia)Haben Sie Zahnfleischprobleme? Jeder Zweite in Deutschland ist betroffen! Der jameda-Zahnarzttipp erklärt Gingivitis und Parodontitis.

Was ist eine Zahnfleischerkrankung?

Bei einer Zahnfleischerkrankung handelt es sich um eine Entzündung des Zahnfleisches, die fortschreitet und den Knochen angreifen kann, der Ihren Zähnen guten Halt bietet. Die Erkrankung wird durch Bakterien verursacht, die sich in der Plaque (Zahnbelag) befinden. Die Plaque ist ein klebriger, farbloser Film, der sich permanent neu auf den Zähnen bildet.

Wird der Zahnbelag nicht gründlich entfernt, kann er sich vermehren. Daraufhin können Stoffwechselprodukte der im Zahnbelag vorhandenen Bakterien das Zahnfleisch angreifen bis es zu einer Entzündung kommt. Schließlich gelangen die Bakterien in das tiefer liegende Gewebe und dringen bis zum Knochen vor. Das kann dazu führen, dass sich die Zähne lockern und ausfallen oder vom Zahnarzt entfernt werden müssen.


Die zwei Stadien der Zahnfleischerkrankung:

1. Gingivitis (Zahnfleischentzündung):

Das Zahnfleisch ist entzündet, kann gerötet oder geschwollen erscheinen und eventuell beim Zähneputzen bluten. Das ist das erste, noch vollständig heilbare Stadium der Zahnfleischerkrankung.

2. Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates):

Das Zahnfleisch beginnt, sich von den Zähnen zu lösen und geht zurück. Dadurch kann die Plaque bis zu den Zahnwurzeln vordingen und das tiefer liegende Stützgewebe und den Knochen angreifen.

Die Ursachen dieser Erkrankung sind hauptsächlich ein Ungleichgewicht der Bakterien im Mundraum und die Ansammlung von Plaque. Sie haben eine Vermehrung krankheitserregender Bakterien zur Folge.

Die Hauptursache für eine Zahnfleischerkrankung oder eine Zahnbettentzündung ist Plaque (Zahnbelag).

Aber auch andere Faktoren beeinträchtigen die Gesundheit Ihres Zahnfleisches:


Intensivanwendung bei Parodontitis

Bei der Parodontitisbehandlung "kratzt" der Zahnarzt mit scharfen, gebogenen Instrumenten (Küretten) an den Wurzeln unter dem Zahnfleisch. Zusätzlich gibt die Mundspüllösung Chlorhexidin den "Goldstandard" vor, wenn es um die Bekämpfung krankheitserregender Bakterien im Mund geht.

Es verhindert das Anhaften der Bakterien, indem es einen Schutzfilm auf den Zähnen, dem Zahnfleisch und der Mundschleimhaut bildet. Die Vermehrung der Bakterien im Mund wird gestoppt.

Aber: Bitte maximal drei Tage anwenden, da es die Zähne verfärbt und den Geschmacksinn verändert.


Wie erkenne ich, dass ich eine Zahnfleischerkrankung habe?

Eine Erkrankung des Zahnfleisches kann zwar in jedem Alter auftreten, in der Regel erkranken aber vor allem Erwachsene. Wenn eine Entzündung in einem frühen Stadium erkannt wird, kann sie wieder vollständig geheilt werden.

Gehen Sie also zu Ihrem Zahnarzt, wenn Sie bei sich eines der folgenden Symptome feststellen:

  • Das Zahnfleisch ist gerötet, aufgedunsen oder geschwollen, blutet beim Zähneputzen oder beim Reinigen mit Zahnseide.
  • Die Zähne erscheinen länger, weil das Zahnfleisch zurückgeht.
  • Zahnfleisch, das sich von den Zahnhälsen ablöst oder zurückzieht, sodass eine Tasche entsteht
  • Veränderungen in der Art, wie Ihre Zähne beim Zubeißen aufeinander passen
  • Zwischen den Zähnen und dem Zahnfleisch austretendes gelbliches Sekret (Eiter)
  • Andauernder Mundgeruch oder schlechter Geschmack im Mund

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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