Gummy-Smile-Korrektur – Zahnfleischüberschuss operativ behandeln

Ein Gummy Smile oder Zahnfleischlächeln ist häufig ein ästhetisches Problem bei Betroffenen (© alamy)

Das Thema "Gummy Smile" hat gleich mehrere Facetten. Das Thema lässt sich von verschiedenen Seiten aus beleuchten und setzt in Diagnose und Therapie auf Seiten des Behandlers ein komplexes Fachwissen in vielen Bereichen der Zahnheilkunde voraus.

Der Behandler

Diese/r sollte mit chirurgischen Möglichkeiten und Verfahren in der Zahnheilkunde ebenso vertraut sein wie mit den Grundsätzen der Kieferorthopädie, der konservierenden und restaurativen Zahnheilkunde. In jedem Fall gehört die Behandlung in die Hand eines oder mehrerer Fachleute auf diesem Gebiet.

Was ist ein "Gummy-Smile"? 

Zum einen ist das "Zahnfleischlachen" ein ästhetisches Thema, dessen Bedeutung und Wichtigkeit vor allem in den Augen des Betroffenen entsteht. Dabei wird beim Lachen ein bestimmtes Maß an Zahnfleisch gezeigt, das ab einer Größe von 5-6 mm von vielen Menschen überwiegend als "unästhetisch" empfunden werden kann.

Es gibt viele amerikanische SchauspielerInnen und Fotomodelle, die ein deutliches Gummy-Smile zeigen, ohne jemals damit zu hadern. Man kann damit auch einen deutschen Bundeskanzler zum Ehemann bekommen.

 

Ursachen eines Zahnfleischlächelns 

Zum anderen ist es – rein medizinisch betrachtet – Ausdruck verschiedener anatomischer Besonderheiten: Ein sehr hoher Oberkiefer und/oder eine kurze Oberlippe und/oder nicht vollständige durchgebrochene Oberkiefer-Frontzähne (incomplete eruption) können ein Gummy- Smile verursachen.

 

Behandlung des Zahnfleischlächelns

Möchte ein Betroffener diesen Zustand ändern, ist die erste Anlaufstelle meist der Zahnarzt mit kieferorthopädischer Ausbildung und Erfahrung. Er/sie vermisst den Kiefer auf Fotos, speziellen Röntgenbildern und auf Modellen. Nach eingehender Analyse kann er die Ursache oder Ursachen des Problems erkennen.

Der erste Fall (zu hoher Oberkiefer) entsteht in der Entwicklung und im Wachstum und erhält mit ca. 16-18 Jahren seine vollständige Ausdehnung. Der Umfang ist genetisch vorherbestimmt, ein Kieferorthopäde kann die Entwicklung jedoch während der Wachstumsphase positiv beeinflussen.

Im Erwachsenenalter hilft meist nur ein kieferchirurgischer Eingriff, der die Höhe des Oberkiefers reduziert. Alternativ kann ein Kieferorthopäde auch beim Erwachsenen noch die Zähne (nur) 1-2 mm langsam nach oben in den Kiefer hineinbewegen und damit eine Verbesserung erzielen.

Im zweiten Falle einer zu kurzen Oberlippe können relativ kleine chirurgische Maßnahmen an der Oberlippe und/oder der Einsatz von Botox die Situation deutlich verbessern.

Ein weniger häufiger Fall ist der unvollständige Zahndurchbruch, bei dem Teile der klinischen Zahnkrone nach ihrem Durchtritt von Zahnfleisch bedeckt bleiben. Dort hilft ein nicht sehr aufwändiger Eingriff, bei dem das überschüssige Zahnfleisch chirurgisch entfernt wird. In seltenen Fällen kann es auch im Erwachsenenalter durch bestimmte Medikamente zu Zahnfleischwucherungen kommen, die dann auf dieselbe Weise entfernt werden.

Wichtig für die Betroffenen ist eine genaue Beurteilung der Situation durch einen oder mehrere Fachleute und ein konsequentes Vorgehen, das sich an der Ursache des Problems orientiert.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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