Herausnehmbare Zahnspangen: Bionator, Aligner & Co.

Herausnehmbare Zahnspangen sind ein fester Bestandteil des kieferorthopädischen Inventars. (© guentherbraun0 - pixabay)

In der Kieferorthopädie gibt es eine Reihe von Behandlungsapparaturen, um die Zähne und das gesamte Kausystem in eine gesunde Position zueinander zu bringen.

Welche Formen herausnehmbarer Apparaturen gibt es?

Bei den herausnehmbaren Apparaturen unterscheidet man zwischen "aktiven Platten" und "funktionskieferorthopädischen Geräten“ (FKO-Geräte). Letztere greifen auf körpereigene Kräfte wie etwa auf die Mundmuskulatur zurück, um die Zähne zu bewegen und das Kieferwachstum zu fördern oder zu regulieren. Ein Knochenwachstum kann induziert werden, indem die Schleimhäute und damit auch die Knochenhaut unter Zugspannung gesetzt werden.

Die Optimierung der Kiefer zueinander dient einerseits dem Schutz der Zähne, aber andererseits auch dem Schutz der Kiefergelenke. Bei aktiven Platten hingegen wirkt eine Fremdkraft auf die Zähne und Kiefer. Eine Schraube wäre ein Beispiel für eine Fremdkraft.

Hierbei werden die Spange über die Schraube Schritt für Schritt geweitet und punktuell Kraft auf die Zähne und zusätzlich auch Kraft auf die Kiefer ausgeübt.

Zu den FKO-Geräten gehören unter anderem der Twinblock, die Vorschubdoppelplatte, der Bionator, der Aktivator und der Funktionsregler nach Fränkel. Bei den funktionskieferorthopädischen Geräten steht eher die Optimierung des gesamten Kausystems im Vordergrund als nur die Zahnbewegung. Sie werden meist in der Entwicklungs- und Wachstumsphase (zwischen 8-13 Jahren) oder postoperativ eingesetzt, um einen Rückfall zu verhindern.

So funktioniert der Twinblock

Bei einem Twinblock handelt es sich um modifizierte aktive Platten. Hierbei liegen zusätzlich auf den Zahnreihen Kunststoffblöcke, die durch eine schiefe Ebene den Unterkiefer nach vorne bewegen.

Was ist eine Vorschubdoppelplatte?

Die Vorschubdoppelplatte ist auch eine modifizierte Form der aktiven Platten. In der Oberkieferspange sind hier vorne im Bereich des Gaumens zwei Metallstege im Kunststoff befestigt. Sie gleiten entlang einer schiefen Ebene, die in die Unterkieferspange eingearbeitet ist.

Einzelne Spange mit dem Bionator

Im Gegensatz zu den gerade genannten Behandlungsapparaturen besteht der Bionator nicht aus zwei losen Spangen, sondern aus einer Einheit. Die Ober- und Unterkieferanteile sind miteinander verbunden und halten so als Vorrichtung den Unterkiefer in der gewünschten Position zum Oberkiefer. Im Vergleich zum Aktivator, der eine ähnliche Bau- und Wirkungsweise hat, sind die Kunststoffanteile auf der Innenseite reduzierter und zum Teil durch Drähte ersetzt. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass die Sprachfunktion beim Bionator nicht so stark beeinträchtigt wird.

Alles über den Funktionsregler nach Fränkel

Der Funktionsregler nach Fränkel besteht aus einer Einheit mit einer ähnlichen Wirkung wie der des Bionators und Aktivators. Hierbei liegen aber die Kunststoffanteile auf der Außenseite der Zähne. Deshalb ist die Sprachfunktion bei diesem Gerät am geringsten eingeschränkt. Den Funktionsregler nach Fränkel gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, die jeweils unterschiedliche Therapiemöglichkeiten bieten.

Mit den gerade aufgeführten Behandlungsapparaturen lassen sich Bissanomalien wie Unterkieferrücklagen, Tiefbisse und Verschiebungen in der Unterkiefermitte therapieren. Zusätzlich können muskuläre Fehlfunktionen beseitigt werden, die neuen Funktionen erlernt und eingeübt werden. Neben einer Unterkieferrücklage gibt es auch Oberkieferrücklagen. Sie können mit einem Funktionsregler nach Fränkel Klasse III therapiert werden.

Wie funktionieren Aligner-Schienen?

Die Aligner (Schienen) gehören ebenfalls zu den herausnehmbaren Apparaturen. Hier wird zu Beginn ein 3D-Scan angefertigt, der dazu verwendet wird, die weitere Behandlung zu planen und die benötigten Schienen vor zu konstruieren. Die Zahnbewegung in die gewünschte Endposition wird über mehrere Teilschritte mit einer Serie von Schienen erreicht.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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