Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Axel Langenbachinfo_plain_20gr

Herr Langenbach praktiziert als Zahnarzt in Darmstadt. (© Langenbach)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Axel Langenbach interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Zahnarzt.

jameda: Herr Langenbach, was hat Sie motiviert, Zahnarzt zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Herr Langenbach: Mein Großvater und mein Urgroßvater waren Zahnärzte im selben Ort, da lag dieser Beruf ein Stück weit quasi in der Wiege. Ich hatte ein freundschaftliches Verhältnis zu meinem Vorgänger, meinem Hauszahnarzt. Und ich wollte immer etwas Praktisches und Akademisches machen – und da ist die Zahnmedizin die ideale Kombination.

Im Alltag meiner Praxis beobachtete ich, dass sich immer mehr meiner Patienten sozusagen durch das Leben beißen (also Knirschen und Pressen) und dass dies starke Auswirkungen auf das Allgemeinbefinden hat. Daher spezialisierte ich mich auf auf Zähneknirschen und CMD bei Prof. Wühr. Hier habe ich mit der sogenannten JIG-Schiene das ideale "Stressbreaker- Instrument" gefunden.

Die regelmäßige Prophylaxe ist das A und O einer gesunden Mundhöhle und hat auch extrem positive Auswirkungen auf das Allgemeinbefinden. Ohne Prophylaxe gelingt keine ordentliche Zahnheilkunde; genauso wie man ohne gutes Fundament kein stabiles Haus bauen kann.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Herr Langenbach: Ich verstehe mich mehr als Generalist, als Haus-und Familienzahnarzt. Ich habe mir inzwischen ein starkes und fundiertes Netzwerk geschaffen, um in Situationen, in denen ich meine, dass es für den Patienten besser ist, einen Fach(zahn)arzt oder anderen Therapeuten hinzuzuziehen, diese kompetenten Partner zu empfehlen.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Langenbach: Ja, das war auf jeden Fall Herr Prof. Gutowski, dem ich quasi zu allen seinen Fortbildungen und Kongressen nachgereist bin. Er hat mich fachlich und mit seiner Lebenserfahrung sehr geprägt. Zudem bewundere ich Herrn Prof. Wühr für seine Lebensleistung und sein Netzwerk.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Langenbach: Die digitale Abformung von Zähnen und Gebissen ist ein Meilenstein in der Zahnheilkunde. Ohne würgereizproduzierende Abdruckmassen können Abformungen relativ einfach elektronisch durchgeführt werden. Man kann sie später feinjustieren, die Daten an den Zahntechniker senden, Simulationen anfertigen und vieles mehr. Auch der 3D-Druck wird einem in Zukunft das Leben erleichtern.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Langenbach: Die Bevölkerungszahl in Deutschland wächst, die Anzahl der Praxen nimmt aus verschiedenen Gründen ab – somit kommen auf die verbliebenen Praxen ganz andere Patientenströme zu. Zugleich wird es immer schwerer, adäquates Fachpersonal zu finden.

Außerdem wird das Korsett durch Vorschriften, Verordnungen und Gesetze (auch durch die Digitalisierung) immer enger und die verbleibende Zeit für den Patienten (also die ja eigentliche Aufgabe unseres Schaffens) dadurch immer weniger.

Nichtsdestotrotz nehmen wir uns getreu unserem Motto „Zeit für Zähne“ ausgiebig Zeit für unsere Patienten.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Langenbach: Die Patienten schätzen die herzliche und warme Atmosphäre schon beim Reinkommen und dem Empfang. Wir versuchen, uns so viel Zeit wie möglich zu nehmen, um aufzuklären, um Ängste zu nehmen und natürlich auch ein privates und persönliches Wort zu wechseln. Das wird von allen meinen Mitarbeiterinnen ganz aktiv mitgelebt.

Das Praxisteam um Herrn Langenbach. (© Langenbach)
jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Langenbach: Grundlegend sind unsere Patienten sehr höflich und respektvoll. Sie bedanken sich für die Behandlung und zeigen ihre Wertschätzung uns gegenüber. Mindestens einmal pro Woche werden wir mit Kuchen oder Aufmerksamkeiten verwöhnt und gerade vor großen Feiertagen kommen wir fast nicht nach bei all den Leckereien, die wir bekommen.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Langenbach: Ein Mann kann durch einen Zeckenbiss seine beiden Arme nicht mehr benutzen, hat aber in der Reha seine jetzige Frau kennen- und lieben gelernt. Sie kümmert sich rührend um ihn und macht ihm das Leben in seiner Situation so angenehm wie möglich. Und wenn man sich als Gesunder überlegt, bei welchen Gelegenheiten man seine Arme braucht – weiß man, was diese Frau (und auch der Mann, der sich nie beschwert und sein Schicksal so positiv trägt) alles leisten.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Herr Langenbach: Eigentlich sind dies Binsenweisheiten ;-) Ich möchte mich auch nicht als Oberlehrer darstellen, aber es sind nun mal:
Ausgewogene, zuckerarme und frische Ernährung, ausreichend Schlaf, UV-Schutz für die Haut und drei kleine aber feine Werkzeuge: Zahnbürste, Zahnseide/Interdentalsticks und Zungenschaber (mehr als die Hälfte aller schädlichen Bakterien lassen es sich auf der Zunge gut gehen)

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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