Das jameda-Interview: 10 Fragen an Dr. med. dent.Jonathan Rother

Dr. Rother

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© RotherHerr Dr. Jonathan Rother praktiziert als Zahnarzt in Hamburg. (© Rother)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. dent.Jonathan Rother interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Zahnarzt.

jameda: Herr Dr. J. Rother, was hat Sie motiviert, Zahnarzt zu werden?

Herr Dr. J. Rother: Schon als Kind hat es mir sehr viel Spaß gemacht, mich mit kleinen manuell anspruchsvollen Dingen wie z.B. Modellbau zu beschäftigen und lange darauf zu konzentrieren. In der Schule hat mir Kunst seit jeher viel Spaß gemacht. Außerdem fand ich Medizin schon immer faszinierend. Die Kombination aus Geschicklichkeit und Kopfarbeit machen hier den Reiz aus. Tatsächlich habe ich viel Freude an meiner Arbeit als Zahnarzt.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Herr Dr. J. Rother: Besonders viel Freude macht es mir, mit den Patienten zusammen ein zuvor erarbeitetes Behandlungskonzept umzusetzen und dabei zu sehen, wie engagiert der Patient sein kann, seine Mundgesundheit zu verbessern. Diese Patienten sind oftmals auch die dankbarsten Patienten.

Eine große Herausforderung sehe ich in den Patienten, die eigentlich unsere Hilfe nicht wollen, aber wissen, dass sie sie brauchen. Hier ist es oftmals ein langer steiniger Weg, mit dem Patienten zusammen einen Therapieplan umzusetzen.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Herr Dr. J. Rother: Die klassischen Zahnarztklischees halten sich sehr hartnäckig.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen?

Herr Dr. J. Rother: Oftmals ist es gut, bei einem umfassenden Behandlungsbedarf den Therapieplan in einzelne Etappen einzuteilen. Das ermöglicht dem Patienten Fortschritte zu erkennen und zu spüren.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Herr Dr. J. Rother: Das kommt natürlich drauf an, ob der Patient es nicht möchte oder ob er es aus eigener Kraft nicht kann. Ein Beispiel, wenn ein Patient gegen jeden Rat weiter stark raucht und dieses nicht reduziert und auch nicht möchte, kann das für den Therapieerfolg schon wichtig sein.

Dies sollte dem Patienten vor Augen geführt werden. Die Therapie ist ja letztlich für den Patienten und seine Gesundheitsprobleme. Falls ein Patient jedoch trotz aller Anstrengungen es einfach nicht schafft, müssen natürlich zusammen Wege erschlossen werden, wie man dem Patienten bestmöglich bei seinen Problemen helfen kann.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Herr Dr. J. Rother: Häufig berichten Patienten frustriert, dass die Krankenkassen so wenig für ihre Behandlungen bezahlt. Allerdings muss man sagen, dass wir ein vergleichsweise sehr gutes und zügig arbeitendes Gesundheitssystem haben. Wenn man da in andere Länder schaut, muss man sagen, dass wir es noch recht gut haben - auch wenn es an einigen Ecken sicherlich Verbesserungspotenzial gibt.

© RotherHerr Dr. Rother im Patientengespräch. (© Rother)jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Herr Dr. J. Rother: Im stressigen Alltag kommt es bei Ärzten gelegentlich vor, dass der Patient aus dem Fokus gerät und die Krankheit die Hauptaufmerksamkeit erlangt. In der heutigen schnellen Zeit sollte immer darauf geachtet werden, dass wir den Patienten behandeln und nicht nur seine Erkrankung.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Herr Dr. J. Rother: Der Fortschritt in der Medizin generell ist gewaltig. In der Zahnmedizin ist das nicht anders. Mit dem digitalen Zeitalter sind für die Zahnmedizin spannende Zeiten angebrochen - vom digitalen Röntgen bis hin zur CAD/CAM gefertigtem Zahnersatz, oder 3D-Planung von Implantaten.

Die Digitalisierung wird noch weitere tolle Dinge in Zukunft für uns bereit halten. Leider dauert es trotz allem immer einige Jahre bis anfängliche Probleme komplett behoben worden sind. Um für Sie immer eine top moderne und eine Behandlung auf höchstem Niveau gewährleisten zu können, sind wir für Sie ständig auf den Kongressen und Messen unseres Fachbereichs unterwegs.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. J. Rother: Da überwiegen definitiv die positiven Erlebnisse. Herzlichen Umarmungen und Tränen der Freude über die tollen neuen Zähne.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. J. Rother: Prophylaxe und Eigeninitiative sind eine solide Basis für die Mundgesundheit. Und falls es doch einmal ein Problem gibt, sind wir bestens vorbereitet für Sie da!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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