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Das jameda-Interview: 8 Fragen an Herrn Dr. med. dent. Robert Ritschel

Dr. Ritschel

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© RitschelHerr Dr. Ritschel praktiziert als Zahnarzt in Dortmund. (© Ritschel)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. dent. Robert Ritschel interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Zahnarzt.

jameda: Herr Dr. Ritschel, was hat Sie motiviert, Zahnarzt zu werden?

Dr. Ritschel: Ich wollte schon immer gerne mit Menschen arbeiten, dabei aber auch handwerklich tätig sein. Natürlich bin ich in dieser Hinsicht auch durch meine Eltern beeinflusst, die beide Kieferorthopäden sind. Es ist jeden Tag aufs Neue wieder toll zu sehen, welchen Unterschied schon kleine Änderungen bewirken. Und was ist schöner als ein phantastisches Lächeln?

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Dr. Ritschel: Meine Arbeit macht mir grundsätzlich großen Spaß. Was mich aber ungemein motiviert und inspiriert ist, wenn sich die Patienten über ihr schönes und perfektes neues Lächeln freuen oder wenn wir einen Patienten mit einer CMD-Problematik, also einer Kiefergelenksfehfunktion, erfolgreich behandelt haben und er nach vielen Jahren endlich wieder beschwerdefrei ist.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Dr. Ritschel: Ein häufiges Vorurteil ist, dass sich ein Arzt nicht ausreichend Zeit für seine Patienten nimmt. Nach dem Beratungsgespräch sind die allermeisten Patienten positiv überrascht, wie ausführlich und intensiv wir uns mit jedem Einzelnen beschäftigen.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen?

Dr. Ritschel: Beharrlichkeit ist gerade bei einer kieferorthopädischen Therapie wichtig. Wir sehen und behandeln unsere Patienten ja nicht selten über einen längeren Zeitraum. Wichtig sind vor allem die Erfolge und Fortschritte im Rahmen der einzelnen Behandlungsschritte. Sehr positiv finden es die Patienten, dass wir ihnen das Behandlungsergebnis schon vor dem Start präsentieren und gemeinsam abstimmen können. Das schafft Vertrauen und Geduld und ist eine Motivation zum Durchhalten.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Dr. Ritschel: Ich suche immer das persönliche Gespräch und versuche die Gründe dafür zu erfragen. Manchmal hat der Patient die Wichtigkeit seiner Mitarbeit nicht verstanden, manchmal braucht er auch nur einen kleinen Motivationsschub.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Dr. Ritschel: Ganz klar: Kommunikation und Zeit. Wir müssen komplexe Sachverhalte so erklären, dass der Patient sie versteht. Medizinische Fachsprache ist da wenig hilfreich. Um alles einfach und verständlich erklären zu können, braucht es Zeit. Und diese Zeit nehmen wir uns.

Verbesserungspotenzial besteht aber auch im Bereich Service – angefangen von der Möglichkeit, einen Termin online reservieren zu können bis hin zur Dokumentation des gesamten Behandlungsverlaufs über professionelle Fotos etc. Wir haben das optimiert, aber in vielen Praxen ist hier noch sehr viel Luft nach oben.

© RitschelDer Wartebreich der Praxis Fricke & Ritsche. (© Ritschel)jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapien oder Geräte, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Dr. Ritschel: Die Digitalisierung ist in unserer Praxis bereits verankert. Seit mehreren Jahren können wir zum Beispiel eine komplett abdruckfreie Behandlung anbieten, da wir sowohl über einen 3D-Scanner als auch einen 3D-Drucker verfügen.

So können wir unseren Patienten unangenehme Abdrücke ersparen. Darüber hinaus sind wir in unserem Netzwerk ganzheitlich aufgestellt, sodass wir starke Partner, beispielsweise in Bereichen der Zahnmedizin, Orthopädie oder der Physiotherapie, haben.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Dr. Ritschel: Gesund beginnt im Mund. Der Mund ist die Eingangspforte zu unserem Körper und erweiterter Bestandteil unseres Immunsystems. Negative Einflüsse gelangen von hier in den ganzen Körper. Wichtig ist es daher, dass Zähne, Kiefer und das gesamte Kausystem harmonisch aufeinander abgestimmt sind.

Zur Person

Dr. Robert Ritschel ist spezialisiert auf Aligner-KFO, Lingualtechnik und CMD-Therapie. Zu diesen Themen hat er Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht und ist zudem regelmäßig als Referent auf Kongressen tätig.

Zur Praxis

An drei Standorten in Dortmund bietet die Praxis Dr. Fricke & Dr. Ritschel alle Methoden der modernen Kieferorthopädie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Zum Spektrum gehören u. a. die (fast) unsichtbare Behandlung mit Alignern, Lingualtechnik oder zahnfarbenen Brackets. Ein Schwerpunkt liegt im Bereich Kiefergelenkserkrankungen (CMD).

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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