Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Dr. med. dent. Hermann-Josef Milde

Herr Dr. Milde praktiziert als Zahnarzt in Fürth. (© Milde)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. dent. Hermann-Josef Milde interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Zahnarzt.

jameda: Herr Dr. Milde, was hat Sie motiviert, Zahnarzt zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Herr Dr. Milde: Irgendwie war es eine Berufung in umgekehrter Richtung, weil ich bis zum 8. Lebensjahr unbedingt Bischof werden wollte. Durch meinen Hang zum Basteln und Werken merkte ich aber, dass es wohl besser wäre, eine auch manuelle Tätigkeit zum Beruf zu machen. Obwohl mich meine Zahnarztbesuche als Kind eher traumatisiert haben, hat mich das ganze Tätigkeitsfeld dort fasziniert. Der Entschluss stand fest und wurde durch meine Ausbildung als Zahntechniker (Numerus clausus sei Dank) immer fundierter.

Die Uni vermittelt aber nur Grundkenntnisse, die mich von Anfang an nicht befriedigt haben. Durch eine 2-jährige Zusatzausbildung in vielen Naturheilverfahren habe ich erkannt, dass an jedem Zahn auch ein Mensch hängt. Seitdem ist der Zahnarzt nicht nur mein Beruf, sondern auch mein Hobby und meine Leidenschaft, der täglich neue, interessante Herausforderungen an mich stellt. Die Lösung dieser Aufgaben zeigt sich in gesunden bzw. geheilten und zufriedenen Patienten.

Etwas Schöneres gibt es wohl nicht!

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht ihn so besonders?

Herr Dr. Milde: Mein Hauptaugenmerk liegt immer auf dem Menschen als Ganzem. Ich beobachte die Patienten schon beim Betreten der Praxis und achte auf ihre Haltung, den Gang, die Sprache, die Mimik und vieles mehr. Funktionsstörungen oder mangelnde Ästhetik der Zähne machen Menschen krank, mit sowohl körperlichen aber auch seelischen Symptomen.

Die Bedeutung des Kausystems für den Menschen ist unglaublich komplex und hat entscheidende Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Das können sein: muskuläre Störungen, Metall-/Amalgam- oder Materialbelastungen, Störfelder (meist unvollständige Wurzelbehandlungen) uvm. oder auch nur ein kleines, fehlendes Eckchen eines Frontzahns.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. Milde: Es gibt keine einzelne Person. Es sind alle diese Referenten, die mich auf meinen zahlreichen Fortbildungen fesseln, neu motivieren und weiterbringen konnten. Das sind alles Kollegen, die mich mit ihrem Charakter, ihrer Menschlichkeit und ihrer empathischen Weltanschauung fasziniert haben.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. Milde: Für uns ist unser neues DVT eine Riesenbereicherung. Die präzise dreidimensionale Darstellung der Zähne und der Umgebung erlauben eine wesentlich präzisere und sicherere Diagnostik und Therapie.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. Milde: Hier möchte ich vor allem die Digitalisierung in der Zahnheilkunde und Zahntechnik (CAD/CAM) etc. sowie die verbesserten Instrumente, Materialien, aber auch die bildgebenden Verfahren in der Endodontie (Wurzelbehandlung) und anderen Bereichen hervorheben. Durch diese Neuerungen erlebe ich in den letzten Jahren Quantensprünge und Paradigmenwechsel in meinem Beruf. Sie verbessern nicht nur die Zahngesundheit, sondern machen den Beruf des Zahnarztes auch noch interessanter.

Es besteht aber die große Gefahr, dass sie den "Arzt" im Zahnarzt immer weiter in den Hintergrund drängen. Das war schon immer eine große Herausforderung und wird es wohl auch bleiben.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. Milde: Als gebürtiger Rheinländer habe ich eine ehrliche, offene, humorvolle und oft auch sehr direkte Art, auf Menschen zuzugehen. Ich glaube, dass ich mich sehr gut in meine Patienten und ihre Probleme hineinversetzen kann.

Die überwiegende Zahl meiner Patienten kann damit auch umgehen und weiß das zu schätzen. Leider kann das nicht jeder..., aber ich bin authentisch!

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. Milde: Zunächst Zuverlässigkeit! Eine Zahnarztpraxis ist auch ein Unternehmen, das vielen Menschen einen attraktiven Arbeitsplatz bieten will. Versäumte Termine oder säumige Zahlungen sind dafür kontraproduktiv.

Besonders aber liebe ich kritisch mitdenkende und mündige Patienten. Patienten, die mit mir in einen Dialog treten, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die zu einem hervorragenden und dauerhaften Ziel führen.

Der Empfangsbereich der Praxis Dr. Milde. (© Milde)
jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Milde: Es war ein Kriminalbeamter, ein Hüne von einem Mann, mit wahnsinniger Angst vor dem Zahnarzt und entsprechend katastrophalem Gebisszustand. Es mussten leider mehrere Zähne entfernt werden, eine Parodontalbehandlung durchgeführt und umfangreicher Zahnersatz angefertigt werden.

Nach erfolgreichem Abschluss der ca. 6-monatigen Behandlung stand besagter Mittelfranke mit den Worten auf: "So, wenn mir etzert nochmal einer auf's Maul haut, den derschieß ich sofort!"

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Milde: Ernährung ist ein wichtiger Punkt: Kalzium-Lieferanten wie Milch oder Käse sind wichtig – sie können zur Stärkung der Zähne beitragen. Außerdem Vollkornprodukte oder Rohkost, denn beim Kauen wird die Speichelproduktion angeregt. Speichel spült unter anderem Speisereste weg und neutralisiert Säuren, die den Zahnschmelz angreifen.

Ein weiterer Tipp sind zum Beispiel Nüsse statt Schokolade als Zwischenmahlzeit und nach dem Mittagessen ein zuckerfreier Zahnpflegekaugummi. Reduzieren Sie säurehaltige Getränke wie Limonade oder Fruchtsäfte – sie fördern Zahnschmelzabbau. Und es gilt immer noch die Regel, jeden Bissen 30 bis 50 Mal zu kauen!

Zur Person

Seit meiner Kindheit war mein Berufswunsch immer (also nach dem Bischof :-)) der Zahnarzt. Ich muss sagen, dass ich diese Berufswahl niemals bereut habe und meinen Beruf immer noch gleichzeitig als mein größtes Hobby betrachte und ihn mit Leidenschaft ausführe. Aus diesem Grund war die Tätigkeit als Zahnarzt auch niemals eine Belastung für mich.

Jeder Tag bringt neue Herausforderungen! Deshalb wird es nie zur Routine oder langweilig. Dass seit 2016 nun auch mein Sohn mit gleichem, wenn nicht noch größerem, Enthusiasmus und Engagement in der Praxis tätig ist, erfüllt mich mit größter Freude und Zufriedenheit. Durch seine Spezialisierung auf die Endodontie unter dem Mikroskop hat die Störfeldbehandlung einen Riesenschritt voran getan! Besser kann es meines Erachtens nach nicht laufen!

Zur Praxis

Wir führen unsere Praxis an der Stadtgrenze Nürnberg-Fürth seit Februar 2016 als Gemeinschaftspraxis und Familienbetrieb. Dr. Hermann-Josef Milde gründete die Praxis 1988 in Nürnberg. Der Umzug nach Fürth erfolgte 2013. Seit 2016 sorgen wir gemeinsam für das Wohlergehen unserer Patienten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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