Artikel 03/06/2017

Das jameda-Interview: 10 Fragen an Herrn Dr. Volmar

Team jameda
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Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. Volmar interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Zahnarzt.

jameda: Herr Dr. Volmar, was hat sie motiviert, Zahnarzt zu werden?

Herr Dr. Volmar: Dass mich Medizin besonders interessiert, stand schon in der Mittelstufe fest. Meine Entscheidung, Zahnarzt zu werden, wurde allerdings durch meine Erfahrung als Patient beeinflusst, als ich mir 1982 meine Amalgamfüllungen gegen Goldinlays austauschen ließ. Ich wollte damals meine Zähne langfristig, optimal versorgt haben. Damals bekam ich einen interessanten Einblick in den Beruf des Zahnarztes. Die Kombination aus medizinischem Wissen und praktischer Umsetzung gefällt mir bis heute und macht für mich den Reiz meines Berufes aus. Für mich die beste Berufswahl, denn ich behandele jeden Tag mit Freude meine Patienten.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Herr Dr. Volmar: Zahnheilkunde ist unglaublich vielseitig und spannend. Die richtige Diagnose zu stellen, dann aus den verschiedenen Teildisziplinen der Zahnmedizin die beste Therapie individuell für die Patienten zu finden und umzusetzen, macht für mich den Reiz meines Berufes aus. Es ist die Kombination aus intelligenten zahnmedizinischen Lösungen und perfekter praktischer Umsetzung, um einem Patienten ganz individuell zu helfen, die den Reiz des Berufs ausmacht. Dabei kommt es darauf an, wissenschaftlich up to date zu sein, um die besten Methoden für die Patienten bereitstellen zu können. Eine erfolgreiche Therapie und zufriedene Patienten machen einfach Freude.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Herr Dr. Volmar: Wenn wir überhaupt einmal Vorurteilen in unserer Praxis begegnen, sind es genau die Vorurteile, die in den Medien regelmäßig pauschal erzeugt werden. Allerdings leben wir in unserer Praxis gemeinsam mit unseren Patienten eine sehr transparente, ehrliche und verbindliche Unternehmenskultur. Da können wir stressfrei über diese Dinge miteinander reden. Mir ist es sehr wichtig, dass über die derzeitig besten Behandlungsmöglichkeiten, deren Alternativen und auch über die Kosten offen gesprochen wird - unabhängig von irgendeinem Kassensystem. Es geht um die Gesundheit, deshalb entscheidet immer der aufgeklärte Patient, was für ihn das Beste ist.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen?

Herr Dr. Volmar: Natürlich gibt es Behandlungen, die unangenehm empfunden werden. Deshalb müssen Patienten vor Beginn der Behandlung möglichst genau wissen, was auf sie zukommt und was wir als Praxisteam speziell für sie tun können, um sie optimal zu unterstützen. Hilfreich ist dabei, sich die Verbesserung nach der Behandlung vorzustellen. Eine gute Betreuung heißt für mich, meine Patienten nicht nur zahnärztlich, sondern auch psychisch zu begleiten. Gegenseitiges Vertrauen ist für mich ein grundsolides Fundament, um unangenehme Behandlungen mit ärztlicher Hilfe erfolgreich abzuschließen.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Herr Dr. Volmar: Ich vergleiche das mal mit einer Bergtour. Der Bergführer bespricht mit Ihnen die Tour, ihre Alternativen, erläutert alle Risiken, und was Sie unterwegs und auf dem Gipfel erwartet. Dabei übernimmt er die Verantwortung für die Sicherheit unterwegs. Gefährlich wird es, wenn der sichere Weg verlassen wird. Genauso ist es im ärztlichen Bereich. Die Therapie wird bei mir vorher ausführlich besprochen und immer gemeinsam mit den Patienten geplant. Verlässt der Patient ohne verständliche Gründe den sicheren Pfad, muss der weitere Weg verständnisvoll und in Ruhe neu besprochen und Hilfe angeboten werden. Nützt das auch nichts, wäre es für Arzt und Patient falsch weiter zu gehen.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Herr Dr. Volmar: Als Erstes würde ich eine strikte Trennung von Politik und wirtschaftlichen Interessengruppen einführen. Es gibt genug Beispiele in denen Gesundheitspolitiker ihre Karriere nach ihrem politischen Amt im Vorstand einer Krankenversicherung fortsetzten, erstaunlicherweise aber niemals in einer Arzt- oder Zahnarztpraxis. Komisch oder? Außerdem mehr Transparenz für die Patienten, welche Leistungen tatsächlich vom Gesundheitssystem gewährt werden. Die Schere zwischen medizinischem Fortschritt und kassenzahnärztlicher Versorgung öffnet sich ständig mehr. Besonders wichtig ist auch, dass die Eigenverantwortung der Menschen für die persönliche Gesundheit gestärkt wird.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Herr Dr. Volmar: Ärzte sind Menschen und keine Übermenschen. Sie sind individuell und haben unterschiedliche Stärken und Schwächen. Das heißt, jeder Arzt hat sein ganz persönliches Verbesserungspotential. Das herauszufinden bedeutet für mich eine gute Portion Selbstreflexion, um sich und die bestehenden Arbeitsbedingungen ständig zu hinterfragen. Nun ja, ein kollektives Verbesserungspotential für Ärzte, gibt es vielleicht. Sich seiner ärztlichen Profession und der persönlichen Verantwortung für den eigenen Berufsstand bewusst zu werden und umzusetzen. Immer höhere Arbeitsbelastungen stressen Patienten und Ärzte, sie stumm zu schlucken ist grundlegend falsch.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Herr Dr. Volmar: Ja, die gibt es. Bewährte innovative Verfahren waren für mich aus meinen Praxisabläufen noch nie wegzudenken. Wie ein Op-Mikroskop für Wurzelkanalbehandlungen mit dreidimensionalen Wurzelkanafüllungen, CEREC für abdruckfreie keramische Versorgungen, Piezo Surgery für schonende knochenchirurgische Eingriffe und Implantationen, PDT mit einem Softlaser zur Antiinfektionstherapie bei Parodontitis und Periimplantitis, computergestützte CMD Diagnostik zur Funktionsdiagnostik und -therapie und vieles mehr. Diese Verfahren wurden von mir sorgfältig ausgewählt und geprüft, denn sie machen unsere Behandlungen sicherer, schonender und besser.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Volmar: Eine ganze Reihe. Von lustig über herzlich bis skurril erlebt man im Laufe seines Berufslebens einfach alles. Mir fallen gerade zwei kleine Patienten ein. Da war der selbstgefundene und bemalte Zauberstein einer kleinen Patientin als herzliches Dankeschön nach der ersten klitzekleinen Füllung und das selbstgeflochtene Freunschaftsband eines jungen Bastlers mit anfänglich großer Zahnarztangst. Nach erfolgreicher Füllungstherapie unter Lachgas wurde mir das Armband zum Zeichen seiner Wertschätzung und unserer neuen Freundschaft überreicht. Jedes freundliche, zufriedene Patientenlächeln ist ein Zeichen der Wertschätzung, das ich gerne von Herzen erwidere.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Volmar: Mit gesundem Menschenverstand, eigenverantwortlich das eigene Leben gesund gestalten. Viele ungesunde, schädliche Gewohnheiten und ihre Folgen sind hinreichend bekannt. Wenn man bewusst diese Dinge vermeidet, hat man ein großes Stück Gesundheit gewonnen und es kostet nichts. Zweitens, Gesundheitsprobleme so früh wie möglich und mit den besten medizinischen Möglichkeiten versorgen. Last but not least, Prävention ist immer noch der effektivste Gesundheitstipp, das ist mein primäres Prophylaxeziel. Nicht nur schicke, weiße Zähne, sondern in erster Linie rundum gesund im Mund.

Zur Person

Nach dem Studium der Zahnmedizin und dem Abschluss der Doktorarbeit in Göttingen folgten einige Jahre als Assistenzzahnarzt in einer chirurgischen Praxis. 1997, zwei Jahre nach meiner Praxisgründung, zog es mich für einen kurzen Studienaufenthalt nach Boston an die Dental School der Harvard University. Zahnmedizin mit ihren Teilbereichen hat unglaublich viel mehr zu bieten, als man im Studium an einer Universität vermittelt bekommt. So folgten zahlreiche Weiterbildungsetappen an verschiedenen Universitäten und Instituten der Fachgesellschaften im In- und Ausland, sowie zwei Masterstudiengänge M.Sc. Parodontologie und M.A. Integrated Practice in Dentistry.

Zur Praxis

Die Praxis für Zahnheilkunde Dr. Volmar steht seit 1995 für eine qualitativ hochwertige zahnärztliche Behandlung auf dem aktuellsten zahnmedizinischen Stand. Auf zwei Etagen biete ich Ihnen in den 2013 komplett neu gestalteten Räumen mit einem freundlichen, motivierten Team modernste Technik und Behandlungsmethoden für Ihre Zahngesundheit an.

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