Warum die professionelle Zahnreinigung so wichtig ist

Herr Schaefer

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©fotolia-78124891-KzenonDie Professionelle Zahnreinigung hilft bei der Vorbeugung von Zahnkrankheiten. (©fotolia-78124891-Kzenon)Die professionelle Zahnreinigung hat im Laufe der Jahre einen wichtigen Stellenwert in der Zahnmedizin erreicht. Es gilt das Motto: Vorbeugung statt Problembehandlung. Ziel einer professionellen Zahnreinigung ist die Entfernung der weichen und harten Beläge auf den Zähnen und eine Optimierung der Mundgesundheit. Die Beläge bestehen aus Bakterien, Speichel und Speiseresten.

 

 

Wie entstehen Karies und Parodontitis? 

Erhärten diese Beläge, so spricht man von Zahnstein. Beläge müssen primär nicht gefährlich sein, aber jeder Belag kann zu einer Infektion führen. So kann Karies innerhalb von 24 Stunden entstehen, wenn man sich die Zähne nicht putzt.

Karies (übersetzt: Mundfäulnis, Zahnloch) entsteht durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Dazu gehören Bakterien, Nahrung, Mundhygiene, Speichelzusammensetzung, Speichelfließrate, Pufferkapazität des Speichels, Zahnstellung (Morphologie), Strahlentherapie, Medikamente, Bildungsrate der Bakterien, Bakterienspezies und schließlich Zeit (Verweildauer der Bakterien).

Kurz gefasst bedeutet das: Die Bakterien metallisieren kariogene Substrate und dabei entstehen Säuren. Ab einem PH-Wert von < 5,5 kommt es zur Demineralisation des Zahnschmelzes, der äußeren Zahnhülle. Der Zahnschmelz wird porös, erweicht und Bakterien können eindringen. Dann kommt es zu einem proteolytischen Abbau organischer Bestandteile.

Patienten mit einem perfekten Gebiss und ohne Karies kann man an zwei Händen abzählen. Diese Patienten hatten immer eine Fissurenversiegelung, die sie bereits in ihrer Kindheit bekamen.

Eine Zahnfleischentzündung, die Gingivitis, und die spätere Parodontitis können aufgrund einer mangelnden Mundhygiene bereits nach wenigen Tagen entstehen. Man erkennt eine Zahnfleischentzündung oft an einer Schwellung, an einer dunkelroten Veränderung, Zahnfleischbluten und an Mundgeruch

Auch hier sorgen Bakterien für eine Entzündungsreaktion, die im schlimmsten Fall dem ganzen Körper schadet. Besonders häufig sind Schwangere aufgrund der hormonellen Veränderung von Zahnfleischentzündungen betroffen. In Ausnahmefällen kann es sogar zu Frühgeburten kommen.

Diabetes-Patienten und Raucher weisen ebenfalls ein erhöhtes Risiko auf. Manche Fachleute sind außerdem der Meinung, dass eine Parodontose die Arteriosklerose, einen Schlaganfall, Herzinfarkt und sogar Lungenerkrankungen begünstigen kann.


Symptome

© Kzenon - fotoliaDie richtige Mundhygiene sollte bereits im Kindesalter eingeübt werden. (© Kzenon - fotolia)Laut Studien gehören Karies sowie Zahnfleischerkrankungen nach wie vor zu den häufigsten Krankheiten der Menschheit, auch wenn ein deutlicher Rückgang zu erkennen ist, wenn man den Statistiken Glauben schenkt.

Das heimtückische an Zahnfleischerkrankungen ist, dass sie oft symptomlos sind und sich ohne Schmerzen ausbreiten.

Frühuntersuchungen sind sinnvoll, um sich viel Kummer, Zahnverlust und Kosten zu sparen.

 

Vorbeugung

Wie gut Sie Zähne putzen und wie viele Beläge Sie auf den Zähnen haben, können Sie ganz einfach testen. Putzen Sie Ihre Zähne mit Ihrer Zahnbürste und fragen Sie beim nächsten Zahnarzttermin nach einer Färbetablette. Die Färbetablette wird zerkaut und anschließend sollten Sie gründlich mit Wasser ausspülen. Wenn Sie nun in den Spiegel schauen, sehen Sie Ihre Beläge in Farbe.

Der Zahnarzt kann nun anhand der gezählten Beläge eine Aussage über Ihren Mundhygiene-Status treffen:

  • < 5 % stehen für eine optimale Mundhygiene
  • 5 - 35 % für eine gute Mundhygiene
  • 35 - 70 % für eine mäßige Mundhygiene
  • 70 - 100 % für eine unzureichende Mundhygiene.


Ablauf einer professionellen Zahnreinigung

Die zahnmedizinische Fachangestellte entfernt die Beläge und Verfärbungen durch spezielle Instrumente, Pasten und Hilfsmittel - und zwar dort, wo die Zahnbürste versagt. Auch die Zunge kann mit einem speziellen Gel und Zungenschaber gesäubert werden.

Die zahnmedizinische Fachangestellte muss einen speziellen Kurs für die professionelle Zahnreinigung absolviert haben, sonst darf sie die Zahnreinigung nicht durchführen.

Jede Zahnarztpraxis verwendet meist verschiedene Geräte oder Materialien und besucht unterschiedliche Schulungen, weshalb die Kosten einer Zahnreinigung variieren. Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten ganz oder zum Teil. Am besten Sie erkundigen sich vorher.

Nach der Zahnreinigung

Nach der Zahnreinigung findet ein Aufklärungsgespräch statt, in dem Ihnen Tipps für eine bessere Zahnreinigung für zu Hause gegeben werden. Sie erfahren, was die beste Zahnputztechnik ist und wie Sie Zahnseide richtig verwenden – so bleiben auch Ihre Zahnzwischenräume kariesfrei!

Sind Ihre Zähne schön glatt und sauber, so empfiehlt sich die Anwendung eines Fluoridlacks, der die Zähne nach der Reinigung schützt. Den nächsten Tag sollten Sie auf sehr saure und stark färbende Lebensmittel verzichten, da die Zähne in den ersten 24 Stunden etwas anfällig sein können. Bei manchen Patienten sind die Zähne außerdem etwas sensibler nach der Behandlung. Das ist häufig der Fall, wenn ein dicker Zahnsteinmantel die Zähne umschlossen hatte.

Außerdem können die Zähne zu wackeln beginnen, da der Zahnstein die Zähne vorher zusammengehalten hat. Eine grünliche Zahnreinigung dauert in der Regel zwischen 45 Minuten und einer vollen Stunde.

Wie oft die professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden soll, ist ganz individuell. Es gibt auch Patienten, die noch nie in Ihrem Leben eine Zahnreinigung bekommen haben und dennoch eine perfekte Mundhygiene aufweisen. Hier empfiehlt sich weiterhin die halbjährliche Kontrolle ohne die Zahnreinigung.


Warum ist die Zahnreinigung bei Spangenträgern sinnvoll?

©av88 - fotoliaFür Zahnspangenträger ist die halbjährliche professionelle Zahnreinigung besonders wichtig. (©av88 - fotolia)Die Antwort ist ganz einfach: Spangen weisen unglaublich viele Retentionsstellen auf, an denen sich Beläge ungehindert sammeln und vermehren können.

Viele Zahnbürsten kommen hier an ihre Grenzen, aber auch das mangelnde Sichtfeld des Patienten trägt Schuld daran. Viele Patienten haben deshalb nach einer Spangen-Therapie unschöne, weiße Flecken auf den Zähnen, sogenannte White Spots.

Diese White Spots sind Stellen auf dem Zahnschmelz, an denen die oberflächige Struktur noch intakt ist. Eine Demineralisierung hat aber schon stattgefunden. Bei vielen Kindern und Jugendlichen sollte man daher besonders darauf achten, dass die Zähne noch gründlicher geputzt werden als vorher. Schade wäre es nämlich, wenn die Zähne nach der kieferorthopädischen Behandlung schön gerade sind, aber dafür Karies haben.

Tun Sie sich etwas Gutes und informieren Sie sich in Ihrer Zahnarztpraxis!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


07.10.2016 - 23:39 Uhr

Ich dachte, die Zahnmedizinische Fachassistentin...

von Sonja B.

... (ZMF) oder Dentalhygienikerin (DH) sind für die PZR ausgebildet?

Herr Schaefer

Antwort vom Autor am 26.10.2016
Malte Schaefer

genau.


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