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Karies & Parodontitis: Was nun?

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© Carlos Caetano - fotolia.com© Carlos Caetano - fotolia.comWerden Speisereste nicht gründlich entfernt, haben Bakterien leichtes Spiel. Sie verursachen die zwei häufigsten Zahnerkrankungen: Karies und Parodontitis. An Karies leiden rund 90 Prozent, an Parodontitis rund 80 Prozent aller Erwachsenen. Wie Zahnärzte dagegen vorgehen, verrät dieser Artikel.

Wie Karies entsteht
Wer seine Zähne nicht gründlich pflegt, schafft beste Voraussetzung für Bakterien. Sie nisten sich an den Zähnen, gerne auch in den Zahnzwischenräumen, ein und verwerten die Speisereste, die sie dort finden. Nicht die Bakterien selbst, sondern deren Stoffwechselprodukte werden schließlich zum Problem: Sie greifen den Zahnschmelz an und schädigen dadurch die Zähne. Im fortgeschrittenen Stadium leidet auch das Zahnbein unter dem sogenannten Plaque, dem festen Zahnbelag.

Viele Patienten merken anfangs nichts von den Bakterien, die sich in ihrem Mund vermehren. Weißliche oder bräunliche Flecken deuten zwar auf deren Aktivität hin, aber Schmerzen treten erst auf, wenn die Bakterien den Zahnschmelz durchbrechen.

Was kann der Zahnarzt tun?
Wer regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt wahrnimmt, kommt mit einer vergleichsweise harmlosen Behandlung davon, sollte Karies festgestellt werden. Haben sich die Bakterien aber schon sehr ausgebreitet, ist die Therapie aufwendiger. Je nach Ausgangslage wählt der Arzt die richtige Behandlungsmethode. In vielen Fällen greift der Zahnarzt zum Bohrer, um den befallenen Zahn wiederherzustellen. Daraufhin verschließt er das Loch mit einer Füllung. Sind die Bakterien allerdings bis zur Zahnwurzel vorgedrungen, ist eine Wurzelbehandlung notwendig. Dabei entfernt der Zahnarzt Nerv, Mark und Gewebe und füllt den Zahn mit Kunststoff oder anderen Substanzen. Dadurch stirbt der Zahn zwar ab, kann aber seine Funktion weiterhin erfüllen. Zahnersatz ist also nicht notwendig.

Wenn das Zahnfleisch blutet
Bakterien können aber nicht nur Karies, sondern auch Parodontitis, im Volksmund „Parodontose“ genannt, verursachen. Ihre aggressiven Stoffwechselprodukte sorgen dafür, dass sich das Zahnfleisch entzündet. Schmerzen haben die Patienten zwar nicht, dafür leicht verfärbtes Zahnfleisch oder Zahnfleischbluten. Schreitet der Patient nicht ein, dringt die Entzündung schließlich bis zum Zahnbett vor. Im schlimmsten Fall ziehen sich Zahnfleisch und Knochensubstanz schließlich zurück – bis die Zähne ausfallen. Doch so weit muss es nicht kommen.

Parodontitis stoppen
Parodontitis bleibt oft lange Zeit unentdeckt, weil diese Zahnerkrankung keine Schmerzen verursacht. Meist stellt der Zahnarzt bei regelmäßigen Kontrollterminen fest, dass eine Entzündung vorliegt. Dann entfernt er die Bakterien aus den Zahnfleischtaschen und die Beläge an den Zähnen. Nur selten ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, um krankes Gewebe oder tiefer sitzende Bakterien zu beseitigen.

Um Zahnbehandlungen kommen Patienten nicht herum, wenn sich die Bakterien bereits festgesetzt haben. Umgehen lassen sie sich nur durch eine gründliche Prophylaxe. Denn wer alle Speisereste entfernt, indem er seine Zähne optimal reinigt, macht den Bakterien das Leben schwer. Saubere Zähne bleiben gesund – manchmal sogar bis ins hohe Alter.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


14.01.2015 - 15:05 Uhr

Ich lese hier gerade dass bei Wurzelbehandlungen...

von Günni

... Kunststofffüllungen gemacht werden. Da sieht man leider wieder den Unterschied zu den verschiedenen Zahnärzten. Bei jedem Zahn, bei dem ich Wurzelbehandlungen hatte, befindet sich eine Stiftkrone statt dem Zahn.


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