Kariesprophylaxe - Welche Maßnahmen kann ich selbst treffen?

Dr. Stangl

von
verfasst am

© Andrey PopovEine gründliche Mundhygiene ist eine gute Basis zur Prophylaxe gegen Karies (© Andrey Popov)Bei jedem Zahnarztbesuch – selbst wenn eigentlich nur ein Kontrolltermin ansteht – schon wieder ein Loch. Kommt Ihnen das bekannt vor? Dabei putzen Sie Ihre Zähne doch eigentlich regelmäßig und übermäßig viele Süßigkeiten essen Sie auch nicht. Neben dem zusätzlich notwendigen Termin, für den Sie eigentlich gar keine Zeit, und erst recht keine Lust haben, entstehen häufig auch noch Kosten und der Frust ist groß.

Muss das wirklich immer so sein? In vielen Fällen kann mit dem richtigen Vorsorgekonzept vermieden werden, dass neue Löcher entstehen.

Wie putze ich meine Zähne richtig?

Bei der Entstehung von Karies spielt Zahnbelag, die sogenannte Plaque, eine entscheidende Rolle. Je weniger Belag, desto weniger Bakterien, desto geringer die Wahrscheinlichkeit für Karies. Das heißt im Umkehrschluss: die Zähne gründlich putzen! Und zwar zweimal täglich für mindestens drei Minuten. Am besten eignet sich hierfür eine elektrische Zahnbürste zum schonenden Reinigen der Kauflächen sowie der Innen- und Außenflächen der Zähne.

Zur Reinigung der Zahnzwischenräume ist die richtige Anwendung von Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen unerlässlich. Denn auch und gerade hier sind die Kariesbakterien besonders gefährlich, weil sie hier häufig ungestört aktiv werden können.

Die richtige Zahnpaste spielt eine große Rolle

Aber das alleine reicht leider immer noch nicht. Noch wichtiger als das Zähneputzen selbst ist es, die richtige Zahnpasta zu verwenden. Ganz entscheidend ist eine ausreichende Menge an Fluorid. Durch Fluoride wird die Zahnoberfläche vor Säureangriffen geschützt, die Bakterien können sich nicht mehr so gut vermehren und sogar bereits entstandene Entmineralisierungen können durch Fluorid-Ionen wieder ausheilen.

Weniger Zucker und eine gesunde Ernährung

Zu guter Letzt spielt natürlich auch noch die Ernährung eine Rolle. Weniger Zucker in Form von Süßigkeiten reduziert das Kariesrisiko. Keinesfalls soll natürlich komplett auf Süßes verzichtet werden, doch schon eine gewisse Steuerung kann helfen.

So ist es für die Zähne beispielsweise besser, viel Süßes auf einmal zu verzehren und dann Ruhepausen einzuhalten, in denen sich durch den Speichel von ganz alleine wieder ein gesundes Mundklima einstellen kann, anstatt Zucker über den Tag verteilt zu konsumieren. Es kann außerdem deutlich helfen, auf zuckerfreie Kaugummis oder Bonbons umzusteigen. Oft spielt der Geschmack nicht einmal eine Rolle.

Gibt es noch mehr, das ich für die Kariesprophylaxe tun kann?

Wer sich an diese drei Faktoren hält – Zähneputzen inklusive Reinigung der Zahnzwischenräume, Fluorid in der Zahncreme und ein kontrollierter Umgang mit Zucker – kann die Entstehung von Karies deutlich beeinflussen. Natürlich gibt es noch weitere Faktoren, auf die man selbst leider keinen Einfluss hat, wie beispielsweise die Zusammensetzung des Speichels, unterschiedlichste Bakterienarten im Zahnbelag oder Zahnfehlstellungen, die eine Reinigung zu Hause deutlich erschweren können.

Ganz ausgeschlossen werden kann so die Entstehung einer Karies leider nicht immer. Umso wichtiger ist die regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt zweimal im Jahr, die sinnvollerweise mit einer professionellen Zahnreinigung verbunden werden sollte, um Problemstellen rechtzeitig zu erkennen.

Mit Ihrem Feedback helfen Sie uns, die Qualität von jameda laufend zu verbessern – vielen Dank!

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
1
Interessante Artikel zum Thema „Karies”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
  

Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete und Lexikon-Inhalte

Über Krankheiten und Symptome informieren

Das jameda Lexikon