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Kiefergelenkbeschwerden & Depressionen: Welche Zusammenhänge gibt es?

Dr. Frankenberger

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© Africa Studio - fotoliaWie können Kiefergelenkbeschwerden zu Depressionen führen? (© Africa Studio - fotolia)Was sind die Vorteile einer kieferorthopädischen Behandlung und was hat das mit Stress, Depressionen und Kiefergelenkserkrankungen zu tun?

Kieferorthopädische Probleme entstehen individuell

In den letzten Jahrzehnten gab es viele Untersuchungen zu kieferorthopädischen Behandlungen. Meistens werden dort verschiedene Messwerte aus kieferorthopädischen Analysen verglichen. Ein Problem ist oft, dass es schwer ist, gleiche Patienten zu finden, denn nahezu jeder Mensch ist unterschiedlich und wächst auch unterschiedlich. Zudem gibt es natürlich auch noch Umstände, wie z. B. Daumenlutschen oder Nasenatmung, die den Kiefer ebenfalls beeinflussen können.

Das heißt, selbst wenn beide Patienten am Anfang der Studie komplett identisch waren, und der eine Daumen lutscht und der andere nicht, können die Ergebnisse komplett anders sein. Die Studien, die durchgeführt werden, sind mehr für Kieferorthopäden nützlich. Für die Patienten ist es schwer, die Vielzahl von Fremdwörtern und Messwerten zu verstehen.

Welche Symptome können durch kieferorthopädische Probleme ausgelöst werden?

Eine andere Sache ist, zu fragen, wie sich ein Patient durch eine kieferorthopädische Behandlung fühlt. Viele Menschen fühlen sich durch ihre schlechte Zahnstellung im Aussehen gestört, ihr Selbstbewusstsein ist eingeschränkt. Wenn Kiefergelenksprobleme vorliegen, ist es sehr schwer, normal zu arbeiten. Viele Betroffene leiden unter

Beim offenen Biss ist es schwer zu essen. Er geht oft einher mit Magen-Darm- und Sprachproblemen.

Eine neue Studie aus London zeigt, das kieferorthopädische Behandlungen das Gesundheitsbewusstsein der Patienten verbessert. Die Zahngesundheit wird deutlich besser und das Selbstbewusstsein steigt. Die meisten Patienten gaben an, häufiger Zähne zu putzen und nicht mehr so viele ungesunde, süße Zwischenmahlzeiten zu essen. Wenn man erst mal schöne gerade Zähne hat, gibt man sich viel mehr Mühe, sie sauber zu halten. Es bleibt auch weniger Essen und Plaque zwischen den Zähnen hängen. Auch das bessere Aussehen und das häufigere Lächeln hat einen großen Effekt auf die Neurotransmitter und das psychische Wohlbefinden.

Patienten mit einem richtigen Biss haben weniger Nacken- und Rückenprobleme, weniger Kopfschmerzen und seltener Tinnitus und Gelenkprobleme.

Diese Dinge sind für unsere Patienten weitaus wichtiger als Winkel oder Zahlen. Auch die KIG-Einstufung (Kieferorthopädische Indikationsgruppen) wird diesen Dingen manchmal nicht gerecht. Und wie oft passiert es uns, dass wir Patienten ein Vorherfoto zeigen und sie nicht glauben, das sie jemals so ausgesehen haben.


Wie machen sich Depressionen bemerkbar?

Depressionen nehmen in der Bevölkerung zu. Man geht davon aus, dass Depressionen ein Zusammenspiel innerer und äußerer Faktoren ist. Viele stark gestresste Patienten haben Kiefergelenksprobleme, knirschen und pressen stark und zeigen dann irgendwann erste Zeichen von Depression:

  • Interessenverlust
  • Antriebslosigkeit
  • Gefühl der inneren Leere
  • Appetitstörung
  • Schlafstörung
  • Schuldgefühle
  • Selbstmordgedanken
  • Konzentrationsprobleme
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Angststörungen
  • Panikattacken


Was sind Ursachen für Depressionen?

Es ist ein Zusammenspiel vieler verschiedener Faktoren:

innere Faktoren
  • psychosoziale Faktoren (z. B. schlechte Erfahrungen in der Kindheit)
  • psychischer Stress (z. B. Mobbing)
äußere Faktoren
  • genetische Disposition
  • chronische Entzündungen (z. B. im Kiefergelenk)
  • Darmprobleme
  • Mangel an Vitalstoffen
  • Umweltfaktoren (z. B. Schwermetalle, Strahlungen)


Dauerstress bedingt Depressionen und depressive Menschen können mit Stress schlechter umgehen.

Wir glauben, dass es auch einen Zusammenhang zwischen Depressionen und Kiefergelenkserkrankungen gibt.

Auch Fehlernährung ist ein wichtiger Punkt. Deshalb empfehlen wir Kiefergelenkspatienten eine antientzündliche Ernährung (Gluten und Alkohol reduzieren, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren erhöhen). Zudem sollte beim Hausarzt untersucht werden, ob ausreichend Magnesium, Zink, Vitamin B3, B6, B12 und Folsäure vorhanden ist. Diese sind wichtig für die Herstellung des Botenstoffes Serotonin, der für die Steuerung der Stimmungslage verantwortlich ist und uns das Gefühl von Ruhe und Zufriedenheit gibt. Er vermindert Angstgefühle.

Eine Untersuchung bei einem auf Mikroimmuntherapie spezialisierten Arzt kann ergänzend zur kieferorthopädischen Behandlung sinnvoll sein. Zudem können die Einnahme von Probiotika und das Lernen von Atemtherapien und autogenes Training empfohlen werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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