Kopf-Nackenschmerzen und Migräne häufig Folgen unerkannter Problemen im Kausystem

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Immer wieder trifft man auf Patienten, die bei der Untersuchung nur durch intensives Nachfragen bekannt geben, daß sie zum Teil unter heftigen Kopf und Nackenschmerzen bzw. Migräne leiden.  Diese Patienten haben häufig eine Reihe von Untersuchungen bezüglich ihrer Beschwerden bei anderen Fachrichtungen wie Orthopäden und Neurologen hinter sich.  Oftmals ohne relevante Befunde, die Betroffenen nehmen Schmerzmittel in phasenweise hohen Dosen ein, Physiotherapeuten und Osteopathen werden zur kurzfristigen Linderung eingesetzt.  Nicht selten werden solche Patienten nach einem langen Leidensweg mit der Diagnose 'psychosomatische Beschwerden' entlassen, was zu Resignation und Frustration führt.  Die Lebensqualität wird durch die immer wieder auftretenden Schmerzen als deutlich herabgesetzt empfunden.
Verwunderlich und auch bedauerlich für viele Patienten, ist es doch evident, daß ein fehlerhaftes Kausystem solche Beschwerden massiv hervorrufen kann.  Zähne, Kiefergelenk, Gesichtsmuskulatur und Halswirbelsäule bilden eine funktionelle Einheit. Um festzustellen, ob die Ursache im Kauapparat zu finden ist, gilt es jedoch nicht, daß der Zahnarzt durch ein einfaches 'in den Mund schauen' beurteilt, ob alle Zähne zusammen passen.  Eine aussagekräftige Diagnose ist auf diesem Weg sicher nicht zu stellen!  Eine unproblematische und schmerzfreie Untersuchung ermöglicht es jedoch, evtl verantwortliche Veränderungen aufzuzeigen und dem Patienten deutlich zu machen.  Möglichkeiten der Behandlung ergeben sich dann aus diesem Befund.

In der nächsten Woche erfahren Sie, wie eine bioästhetische Registrierung zur Feststellung von Problemem im Kausystem durchgeführt wird.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (10)

Birgit Franz, 16.12.2008 - 14:53 Uhr

Wenn die Zähne nicht "zusammen passen" kann das sicher eine Menge Probleme, unter anderem die von Ihnen beschriebenen, hervorrufen. Ich denke nicht, dass Sie um eine Erneuerung herum kommen, erfahrungsgemäß führt ein ständiges Ausbessern und Umarbeiten nicht zur Besserung der Probleme. Das heißt aber nicht, dass es gleich eine Totalprothese sein muß, besonders wenn noch erhaltungswürdige Zähne vorhanden sind. Hier bietet sich oft eine Teleskoparbeit an, mit der die Patienten hervorragend zurecht kommen. Natürlich muß auch da die Funktion stimmen!

In.ge, 12.12.2008 - 20:53 Uhr

Liebe Frau Dr. Franz , Zunächst vielen Dank für die Antwort. Der Grund für die Verblockung war , daß mir gleichzeitig auf beiden Seiten je 3 Backenzähne gezogen wurden. Diese waren sehr locker. Hierfür wurde eine Teilprothese gefertigt , die an diese Verblockung angeklickt wird. Um hierfür genug Stabilität zu erhalten , war laut Aussage meines ZA die Verblockung notwendig. Im Übrigen kann ich diese Teilprothese nicht tragen. Auch sie machte von Anfangan nur Probleme. Mehrere Ausbesserungsversuche blieben ohne Erfolg. Nun habe ich praktisch nur noch diese 6 verblockten Frontzähne . Ein normales Eßverhalten ist darum nicht mehr möglich. Ist das der Grund für die ganzen gesundheitlichen Probleme ? Bleibt wohl als Alternative nur noch die Vollprothese ? Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Birgit Franz, 12.12.2008 - 16:39 Uhr

Warum wurden denn alle Zähne verblockt? Man versucht immer möglichst wenig Zähne miteinander zu verbinden. Ein Spannungsgefühl ist nicht untypisch, besonders wenn die Paßgenauigkeit nicht 100% ist. Was ebenso passiert sein kann: Der Biß wurde durch die neue Versorgung der Frontzähne verändert und führt evtl zu einem pathologischen Kaumuster und einer falschen Belastung des gesamten Kausystems. Die von Ihnen genannten Symptome können hierdurch entstehen. Ich würde in jedem Fall die Funktion von einem ( funktionell arbeitenden!) Kollegen kontrollieren lassen. Ansonsten bleibt die Überlegung, ob man diese verblockte Konstruktion nicht herunter nimmt und schaut, ob die Symptome zuerst mit einer provisorischen, möglichst getrennten Versorgung besser werden.

In.ge, 10.12.2008 - 20:38 Uhr

Seit ich vor fast 3 Jahren eine Kronenverblockung der Frontzähne erhalten habe ( 6 Zähne im Oberkiefer) plage ich mich mit Gesichtsschmerzen mit Panikattacken , anhaltenden Kopfschmerzen , Schwindel , Nackenschmerzen und Hörstörungen herum ( Verdacht auf Hörsturz mit Tinitus ) Ich war bei Orthopäden , Neurologen , HNO und Augenarzt , zum MRT und zu zahnärztlichen Gutachtern. Es hat nichts gebracht . Allesamt haben mich als psychisch krank abgestempelt. Meine Lebensqualität ist seit dem Einsatz dieser starren Verblockung sehr gesunken. Was kann ich noch tun , fühle mich hilflos. Habe meines Erachtens schon alles versucht , diesen Kronenblock wieder loszuwerden.

Samira, 06.11.2008 - 17:16 Uhr

Bei verändertem Biss treten nicht nur oft Kopf- und Nackenschmerzen auf, sondern in manchen Fällen sogar Sehnenentzündungen und -beschwerden an den Knien. Als Patient kann man kaum glauben dass Kieferorthopädische Fehlstellungen die Bänder und Sehnen im Knie beeinträchtigen, wenn man jahrelang von einem Arzt zum nächsten gelaufen ist und alles nichts geholfen hat...

Markus Berg, 05.11.2008 - 23:20 Uhr

Als Patient kann ich das nur bestätigen: Seit ich bei einem Zahnarzt bin, der Kiefergelenk, Gesichtsmuskulatur und Halswirbelsäule als eine Einheit betrachtet, habe ich endlich einen Schlüssel zu meinen andauernden Nackenverspannungen gefunden, bei denen bisher immer psychische Gründe im Vordergrund standen!

Birgit Franz, 03.11.2008 - 12:31 Uhr

Hallo Ulli, es gibt immer wieder Patienten, die angeben unter heftiger Migräne zu leiden und die dann während der Therapie eine deutliche Linderung bzw nur noch seltene bis keine Migräneanfälle mehr zu verzeichnen haben. Es müssen jedoch nicht unbedingt kieferorthopädische Fehlstellungen die Ursache sein. Zu hohe oder zu niedrige Kronen oder Füllungen, Zahnverlust, etc. können den Biß und damit den gesamten Kauapparat veränderen und die Symptome hervorrufen. Dies ist für den Patienten jedoch meistens nicht spürbar, hat das System sich doch oftmals über Jahre an den Zustand versucht anzupassen. Die Ursache kann daher nur bei einer individuellen Untersuchung festgestellt werden.

Birgit Franz, 03.11.2008 - 11:55 Uhr

Hallo Attia, auch Schwindel kann bei Unstimmigkeiten im Kausystem auftreten! Ich würde daher unbedingt zu einer Untersuchung raten, besonders wenn ein MRT keine Auffälligkeiten zeigt. Diese spezielle Untersuchung kann man bei bioästhetisch arbeitenden Zahnärzten durchführen lassen. Eine Liste von Behandlern weltweit ist unter www.bioesthetics.com einzusehen.

Attia, 30.10.2008 - 22:12 Uhr

und wo bitte schön, kann den Kausystem untersucht werden? Ich leide unter die o.g. Kopf-Nackenschmerz bis hin zu leicht Schwindel Anfälle. Nach eine MRT Könnte die Ursache von Kopf und Hals Bereich ausgeschlossen werden. Könnten Sie mir ein Rat geben. mein Dank im Voraus E.Attia

Ulli, 28.10.2008 - 22:47 Uhr

Dass kieferorthopädische Fehlstellungen für Migräne mitverantwortlich sein können, ist mir neu. Dass jedoch Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen und Nackenschmerzen in diesen Untersuchungsbereich fallen, ist plausibel.

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