Moderne Wurzelbehandlung mit dem Dentalmikroskop

Durch das Dentalmikroskop verbessert die Ergebnisse der Wurzelbehandlung, da viel genauer gearbeitet werden kann. (© Igor Mojzes - fotolia)

Eine unbehandelte Karies und defekte Füllungen oder Kronen eröffnen gefährlichen Bakterien den Weg in das Zahninnere. Dort schädigen sie erst das Zahnmark und befallen schließlich auch die Zahnwurzel. Diese Entwicklung bleibt ohne regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt oft länger unbemerkt, bis die Nerven im Zahninnern angegriffen werden.

Dann protestiert der Zahn schnell mit starken, pochenden Schmerzen. Rund um den Zahn drückt das Zahnfleisch oder es bildet sich eine dicke, schmerzhafte Entzündung. Auch ein Unfall mit Zahnschäden oder ein schräges Wachstum von Weisheitszähnen können solche Entzündungen auslösen. In jedem Fall ist es jetzt höchste Zeit, zum Zahnarzt zu gehen. 

Wird die Wurzelbehandlung ihrem schlechten Ruf gerecht?

Nur mit einer schnellen Behandlung lässt sich der betroffene Zahn noch retten. Ansonsten stirbt er ab und muss oft gezogen werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden.

Die Wurzelbehandlung oder Wurzelkanalbehandlung ist dann die einzige Möglichkeit, diese Entwicklung aufzuhalten. Gleichzeitig zählt sie unter den Patienten aber auch zu den gefürchtetsten Zahnarztterminen überhaupt.

Ihr schlechter Ruf geht auf die frühen Methoden der Endodontie zurück, der Lehre von der Behandlung eines erkrankten Zahninneren. Heute besteht angesichts einer Wurzelbehandlung aber längst kein Grund mehr zur Sorge. Fortschrittliche Therapiemöglichkeiten und der Einsatz moderner Dentalmikroskope erlauben mittlerweile eine sanfte Wurzelkanalbehandlung mit wesentlich verbesserten Erfolgsraten.


So läuft eine Wurzelbehandlung ab

Zahnärzte untersuchen den Zahn zunächst äußerlich, testen seine Vitalität und sammeln weitere Eindrücke durch bildgebende Verfahren wie Röntgen oder digitale Volumentomographie.

Besonders die Bilder liefern sehr präzise Informationen für die Lokalisierung entzündeter Wurzelbereiche. Ziel ist es nun, sie restlos zu entfernen und den Wurzelkanal bakteriendicht zu verschließen.

Zunächst reinigt der Behandler den betroffenen Zahn, beseitigt Karies und deckt den Mundraum in der Umgebung ab. Dadurch wird verhindert, dass weitere Bakterien eindringen, wenn er den Zahn im nächsten Schritt unter örtlicher Betäubung öffnet. Dann entfernt er das Zahnmark, um an die Eingänge der Wurzelkanäle zu gelangen. Auf den bekannten grafischen Querschnitten eines Zahnes wirken sie groß und geradlinig. In der Realität sind sie dagegen winzig klein und oft stark verästelt.

Um dennoch alle Keime, Bakterien und abgestorbene Nervenreste zuverlässig und schonend entfernen zu können, nutzen Zahnärzte heute die elektronische Vermessung der Wurzelkanäle genauso wie ein Dentalmikroskop.


40-fache Vergrößerung mit dem Dentalmikroskop vereinfacht den Eingriff

Das OP-Mikroskop - auch Dentalmikroskop genannt - zeigt die feinen Kanäle der Zähne mit bis zu 40-facher Vergrößerung und übertrifft damit deutlich das Leistungsvermögen des menschlichen Auges oder die Möglichkeiten einer Lupenbrille.

Unter dem Mikroskop werden feinste anatomische Strukturen sichtbar und lassen sich nun im Bereich von Mikrometern mit Ultraschall oder Spezialinstrumenten präzise und restlos säubern.

Diese besonders gründliche Reinigung - bevor der Zahn wieder aufgefüllt wird - verhindert zuverlässig eine erneute Entzündung und schützt zudem die noch gesunde Zahnsubstanz.


Endlich schonende Wurzelbehandlungen

Mit dem Dentalmikroskop ist die Wurzelbehandlung heute ein minimalinvasiver Eingriff mit sehr guter Erfolgswahrscheinlichkeit geworden. Nach Möglichkeit sollte man immer einen Versuch wagen, damit Zähneziehen und Zahnersatz überflüssig wird.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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