Zähneknirschen kann Nackenschmerzen auslösen!

Dr. Wolf

von
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Aufbissschiene CMS © fotolia-45722659-Brigitte MeckleCMD-Patienten bekommen in der Regel eine Aufbissschiene verordnetDie sogenannte Craniomandibuläre Dysfunktion (kurz CMD) ist eine Funktionsstörung der Kiefergelenke, die häufig die Ursache für Kopf-, Nacken- und in manchen Fällen auch für Rückenschmerzen ist.


Welche Symptome zeigt die CMD?

Die Symptome reichen von Nackenschmerzen über Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel, Tinnitus und Ohrgeräusche bis hin zu Schluckbeschwerden. Betroffene haben oftmals eine lange Reise durch alle medizinischen Disziplinen hinter sich, bevor ein Zusammenhang zu den Zähnen hergestellt wird.


Welche Ursachen gibt es?

Eine der Hauptursachen ist Stress. Anspannung führt häufig dazu, dass die Betroffenen mit den Zähnen knirschen oder ihre Zähne zusammenpressen. Was viele nicht wissen, ist, dass das ganz unbewusst passiert und zwar sehr oft nachts. Weitere Ursachen liegen im Kieferbereich selbst: Fehlende Zähne oder Kontakte, Frühkontakte der Zähne und Fehlstellungen gehören dazu. All diese Ursachen können zu einer Dysfunktion führen.


Wie wird die CMD diagnostiziert?

Bei Verdacht auf CMD untersucht der erfahrene Zahnarzt die Kiefergelenke und die beteiligte Muskulatur zunächst mittels spezieller, manueller Techniken, d.h., die Muskeln und Gelenke werden abgetastet und passiv bewegt. Um abzuklären, ob bestimmte Beschwerden in Zusammenhang mit den Zähnen stehen, verordnet der Arzt in der Regel zusätzlich Physiotherapie.


Wie läuft die Behandlung ab?

© Jeanette Dietl - fotoliaPhysiotherapie hilft, die Symptome bei CMD zu lindernDer Fokus der Behandlung liegt auf einem interdisziplinären Therapiekonzept. In vielen Fällen sind Funktionsschienen (Aufbissschienen) indiziert. Je nach Schienenart werden die Bewegungen der Kiefergelenke und die Positionen von Ober- und Unterkiefer dreidimensional vermessen und registriert, was eine bestmögliche Funktion der Schiene gewährleisten soll.

Diese Schiene muss vor allem nachts getragen werden und ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung.

Die Physiotherapie begleitet in der Regel die Therapie. Speziell geschulte CMD-Physiotherapeuten arbeiten dabei eng mit dem Zahnarzt zusammen.

Der Therapeut erhält den detaillierten Befund, sodass er Sie zielgerichtet therapieren kann. Zudem werden Ihnen auch Übungen für zu Hause vermittelt, um die Symptome der CMD zu lindern. Eine fachübergreifende Zusammenarbeit, wie z.B. mit HNO-Ärzten oder Orthopäden sichert darüber hinaus den Behandlungserfolg.


Was sollten Betroffene in ihrem Alltag beachten?

Bei diagnostizierter CMD ist es wichtig, sich selbst zu beobachten. Wie erlebe ich mich in Stresssituationen? Welche Angewohnheiten zeige ich?

Ganz unbewusst bringen Betroffene auch tagsüber ständig ihre Zähne in Kontakt, was zwangsläufig zur Überlastung von Muskeln und Gelenken führt. Die Selbstbeobachtung und das Einüben bewährter Entspannungsmethoden können hier helfen, den Stress, der sich u.a. auch auf die Zähne auswirkt, zu reduzieren.

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