Neue Zähne durch Implantologie: Das sind die Vorteile

Das Zahnimplantat wird fest im Kieferknochen verankert und bietet daher optimalen Halt. (© denisismagilov- Adobe Stock)

Manchmal grenzt der Fortschritt an Zauberei! So wie bei der modernen Implantologie. Dank ihr ist es uns möglich, verlorene Zähne durch ein nahezu identisches künstliches Duplikat zu ersetzen.

Daher kann ein Implantat heutzutage fast die gleichen Erwartungen erfüllen wie ein natürlicher Zahn. Dabei steht er, sowohl von der Funktionalität her als auch hinsichtlich der Ästhetik, seinem natürlichen Vorbild in nichts nach.

Wie funktionieren Zahnimplantate?

Nehmen wir es ganz genau, dann ist ein Implantat eigentlich nur der künstliche Ersatz der verlorengegangenen Zahnwurzel. Diese künstliche Wurzel besteht aus Titan oder Keramik und wird wie eine kleine Schraube bei einem chirurgischen Eingriff in den Kieferknochen eingeschraubt. In den darauffolgenden drei bis sechs Monaten, je nach individuellem Heilungsverlauf, kann das Implantat einwachsen.

Dabei ist es besonders wichtig, dass die Knochenzellen bis direkt an die künstliche Zahnwurzel heranwachsen und es bakteriendicht umschließen. Dies ist möglich, da das Implantat ähnliche biomechanische Eigenschaften wie ein natürlicher Zahn besitzt und somit von der Mundumgebung gut aufgenommen werden kann.

Sobald das Implantat vollständig eingeheilt ist, wird der eigentliche neue Zahn in Form einer Krone daraufgesetzt. Ein Verbindungsteil – auch Halsteil oder Abutment genannt – hält Implantat und Krone zusammen. Diese drei Elemente formen also zusammen einen „neuen Zahn“.

Das sind die größten Vorteile von Zahnimplantaten

Durch die Auswahl der richtigen Materialien, die außerdem in ihrer Farbgebung individuell gestaltet werden können, lässt sich der künstliche Zahn kaum von seinen Nachbarn unterscheiden. Diese natürliche Ästhetik trägt signifikant zur Lebensqualität der Patient:innen bei: Sie können endlich wieder fest zubeißen und vor allem herzhaft und strahlend lachen.

Neben Einzelkronen bieten sich Implantate außerdem für Prothesen mehrerer Zähne an. Diese sind herausnehmbar, bedecken aber durch die implantologische Verankerung nicht den gesamten Gaumenbereich, wodurch Sprechen, Lachen und Essen kaum beeinträchtigt werden.

Sobald ein Zahn herausgefallen ist und der regelmäßige Druck auf den Kieferknochen fehlt, beginnt dieser, sich langsam zurückzubilden.


Fazit

Patienten sollten mit dem Einsetzen eines Implantates nicht zu lange warten. Sollte der Kieferknochen sich schon zu stark abgebaut haben, kann er mit knochenaufbauenden Maßnahmen dennoch zurückgeholt und so für ein Implantat vorbereitet werden.

Da das Implantat nahezu dieselben biochemischen Eigenschaften wie der natürliche Zahn besitzt, wird der Kieferknochen durch die natürlichen Funktionen und den Druck stimuliert und so vor einem (erneuten) Rückgang geschützt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (17)

Klaus, 08.05.2022 - 11:55 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Feuerböther, die eben gelesenen Ausführungen sind hervorragend. So exakt habe ich es bisher noch nicht gelesen. Mit freundlichen Grüßen Klaus

Erna, 09.03.2022 - 22:07 Uhr

wann kommt bei einem zahnlosen Unterkiefer mit 2 Implantaten die Prothese mit Locator Aufsatz in Frage und wann ist die Metallsteg -Verankerung empfehlenswert. Diese soll schwieriger zu reinigen sein, als die kleinen Locator Verankerungen, außerdem soll das Trage- und Kaugefühl als unnatürlich und unangenehmer von Patienten wahrgenommen werden. Kann der Steg im Mund nicht auch als störend empfunden werden? Ich bin verunsichert - und vielen Dank für Ihre Antwort.

Antwort von Dr. med. dent. Michael Neuhaus, verfasst am 21.03.2022

Ich bin ein Freund der Locator Lösung

Erna G., 10.09.2021 - 10:56 Uhr

Ich bekomme 2 Implantate im zahnlosen Unterkiefer mit örtlicher Betäubung. Jetzt habe ich auch von Lachgas gelesen, was bei ängstlichen Patienten zu empfehlen sei und wüsste gerne wo hier die Vorteile sind. Wird man schmerzunempfindlicher oder einfach nur erträglicher. Ist das aus Ihrer Sicht zu empfehlen? Danke im Voraus!

Antwort von Dr. med. dent. Michael Neuhaus, verfasst am 13.09.2021

Mit örtlicher Betäubung ist das vollkommen in Ordnung, Lachgassedierung ist nicht notwendig. Implantieren ist deutlich weniger schlimm als einen Zahn gezogen zu bekommen. Nur Mut.

E. Tanojo, 08.09.2021 - 17:20 Uhr

Habe gehört, dass Zahnimplantat und kieferaufbauende Substanzen in einer Sitzung gemacht werden. Da ich keine Metalle (Allergiker) vertrage, kommt nur Keramik infrage. Was halten Sie davon? Bitte Rückantwort. Danke. E. Tanojo

Antwort von Dr. med. dent. Michael Neuhaus, verfasst am 09.09.2021

Wie hoch und wie breit ist der Knochen? Welcher Kieferaufbau ist geplant ? Titan reagiert zu Titanoxyd und macht dann nichts mehr, ist also auch für Allergiker geeignet, im Zweifelsfall vorher Materialverträglichkeit testen lassen. Keramikimplatate sind auch auf dem Markt, haben sich aber noch nicht durchgesetzt.

Elke Tanojo, 02.09.2021 - 12:49 Uhr

Allergie gegen Metalle. OK 26 fehlt, 25 nicht ok. Kieferhöhle war bei Entf. 26 offen und wurde genäht (8 Jahre her). Habe gehört, es gibt Implantate mit Aufbauersatz für Kieferhöhle = alles in einer Sitzung möglich (auch bei Keramik?. Mein Alter: 70 Jahre. Bitte Rückantwort. Danke.

Antwort von Dr. med. dent. Michael Neuhaus, verfasst am 07.09.2021

Wenn mehr als 5 mm Knochen in der Höhe vorhanden ist kann man eine einzeitige Behandlung : Implantation und Sinuslift (Der Knochenaufbau in der Kieferhöhle) machen , wenn weniger Knochen vorhanden ist muss man zweizeitig Arbeiten oder eine andere Lösung finden.

Wallner R., 11.07.2021 - 21:48 Uhr

mein zahnloser Unterkiefer bräuchte also 2 Implantate. Das Oberkiefer 4, so wie ich es aus den Antworten an andere Fragesteller/innen entnehme. Dazu dann Kronen. Kann ich mit den Kosten etwas unter 30 000 bleiben? Bin 75 Jahre, ich denke, etwas weniger teuere Produkte bei Implantaten und Kronen genügen auch. Narkose 1000? Könnte ich in Zahnkliniken besser fahren, weil Studenten sich an mir erproben dürfen. Danke im voraus,

Antwort von Dr. med. dent. Michael Neuhaus, verfasst am 27.07.2021

Eine umfassende Planung mit Kostenvoranschlag, kann man in der Praxis besprechen. Einfach einen Termin vereinbaren. Studenten dürfen keine Implantate setzen. Die Zeit der kostenfreien Implantatprogramme durch die Implantatfirmen an den Unis ist auch vorbei. Eine günstige Lösung wählen und dies dann in Raten zu bezahlen währe mein Vorschlag.

Erna G., 31.05.2021 - 20:49 Uhr

Was natürlich eine nicht unerhebliche Rolle spielt, sind die Kosten. Mit welchem geschätzten Eigenanteil müsste ich bei dieser Maßnahme (2 Implantate plus Prothese bei zahnlosem Unterkiefer) rechnen? Ca.-Angabe würde genügen. Vielen Dank für Ihre Antworten .

Antwort von Dr. med. dent. Michael Neuhaus, verfasst am 02.06.2021

Letztlich sind die Preise, sehr individuell. Abhängig auch vom Implantatsystem und dem Verbindungselement. Für einen Kostenvoranschlag oder um eine Zweitmeinung einzuholen vereinbaren Sie bitte einen Termin in der Praxis. An Modellen kann man sich das Ziel auch anschauen.

Erna G., 20.05.2021 - 11:19 Uhr

Da ich noch unentschlossen bin, eine weitere Frage: kann man während der Einheilungsphase den Unterkiefer belasten und danach ganz normal auch wieder abbeißen? Bei nur 2 Implantate?

Antwort von Dr. med. dent. Michael Neuhaus, verfasst am 27.05.2021

In der Einheilphase liegen die Implantate versteckt im Kiefer und werden nicht belastet. Das heißt die normale Unterkieferprothese kann weitergetragen werden. Wenn diese gar nicht hält, hilft eine Unterfütterung bzw. Haftcreme als Notlösung.

Erna G., 18.05.2021 - 21:06 Uhr

Können auch nur 2 Implantate mit Zahnaufsatz im zahnlosen Unterkiefer zum Erfolg führen?

Antwort von Dr. med. dent. Michael Neuhaus, verfasst am 19.05.2021

Mit 2 Implantaten und zum Beispiel Locator Druckknöpfen , kann man eine Unterkiefer Prothese sehr gut stabilisieren. Dies ist möglich da der Unterkieferknochen schön fest ist. Im Oberkiefer braucht man hingegen mindestens 4 Implantate, da hier der Knochen weicher ist.

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