Endodontischer Notfall: Akute irreversible Pulpitis

Bei einer irreversiblen Pulpitis hilft neben Schmerzmittel oft nur eine Notfallbehandlung. (© Piotr Marcinski - fotolia)

Die akute irreversible Pulpitis stellt eine der häufigsten Diagnosen in der zahnärztlichen Notfallsprechstunde dar. Die Schmerzintensität ist sehr hoch und viele Patienten benötigen daher Schmerzmittel, um die Beschwerden einigermaßen ertragen zu können.

Ursachen und Symptome

Die betroffenen Patienten klagen über starke Heiß-Kalt-Sensibilität am betroffenen Zahn. Oft kann schon Wasser mit Zimmertemperatur an der fraglichen Stelle nicht ohne Schmerzen konsumiert werden. Die Beschwerden können auch spontan ohne vorausgehenden Reiz und vor allem auch plötzlich nachts auftreten. Meistens geht bereits eine längere Phase von starker Kalt-Sensibilität und somit die Schonung der betroffenen Region im Mund voraus.

Häufig kann eine nervnahe Füllung in der betroffenen Region aus den letzten Monaten festgestellt werden. Dabei geht dieser tief gehenden Füllung zumeist eine tiefe Karies (also die Anwesenheit von Bakterien im Inneren des Zahns) voraus oder auch ein Trauma, wie zum Beispiel ein Schlag auf den (Front-)Zahn durch einen Sturz.

Notfalltherapie

Therapeutisch lässt sich die akute irreversible Pulpitis in der Regel gut behandeln. Eine effektive Methode besteht darin, unter lokaler Anästhesie zunächst die entzündete Nervenkammer zu eröffnen. Auffällig bei der irreversiblen Pulpitis ist in dieser Phase der Behandlung die starke Blutung nach Eröffnung des Zahns. Dies ist Ausdruck der starken entzündlichen Veränderungen im Inneren des Zahns.

Anschließend werden alle Nerven- und Blutgefäße im Zahn bzw. innerhalb der Wurzelkanäle entfernt und somit die sogenannte Wurzelkanalbehandlung eingeleitet. Meistens wird in diesem Zusammenhang vom "Nerv ziehen" gesprochen. Im Notfall und unter entsprechendem Zeitdruck in der zahnärztlichen Sprechstunde kann es genügen, z. B. an einem mehrwurzeligen Backenzahn lediglich die entzündlich veränderte Kronenpulpa zu entfernen und auf eine Entfernung der organischen Gewebereste innerhalb der Kanäle zu verzichten.

Um möglichst schnell schmerzfrei zu werden, ist die Einlage eines schmerzstillenden Medikaments in die eröffnete Nervenkammer bzw. in die behandelten Kanäle mit anschließendem provisorischem Verschluss der Öffnung nötig. Meistens klingen die Beschwerden innerhalb der ersten 24 Stunden deutlich ab. Eine Wurzelkanalbehandlung sollte zeitnah erfolgen. Die Behandlung ist normalerweise schmerzfrei möglich.

Folgebehandlung

Die Schmerzfreiheit nach der Notfallbehandlung ist meistens nicht von Dauer. Normalerweise besteht aber ein ausreichend langes Zeitfenster, um einen Termin für eine Wurzelkanalbehandlung zu finden, für die deutlich mehr Zeit benötigt wird.

Für die dauerhafte Schmerzfreiheit ist es wichtig, auch versteckt liegende Kanäle zu reinigen. Dies ist meistens nur unter entsprechendem Zeitaufwand möglich.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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