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Wenn eine Volkskrankheit die nächste auslöst: Das sind die Zusammenhänge von Parodontitis & Diabetes

Dr. Ludwig

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© Cube - iStockAuch wenn zwei Krankheiten auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben, können Zusammenhänge bestehen. (© Cube - iStock)Zahnärzte, aber auch andere Mediziner und viele Studien, betonen immer wieder den engen Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und der allgemeinen Gesundheit. Ganz konkret zeigt sich diese Wechselwirkung beispielhaft an den Volkskrankheiten Parodontitis und Diabetes.


Zwei verschiedene Krankheitsbilder mit enger Beziehung

Parodontitis, früher Parodontose genannt, beginnt als Zahnfleischerkrankung, die unbehandelt auf den Zahnhalteapparat übergreift und bis zum Zahnverlust führen kann. Zahnmedizinische Erhebungen gehen davon aus, dass rund zehn Millionen Deutsche an einer Parodontitis im fortgeschrittenen Stadium leiden. Die Zahl der diagnostizierten Diabetiker liegt mit rund sechs Millionen etwas darunter. Allerdings ist bei beiden Krankheiten von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Oft treten Parodontitis und Diabetes auch zusammen auf, denn sie begünstigen sich gegenseitig. 

Neben schlechter Mundhygiene mit vielen Zahnbelägen, zählen Lebensgewohnheiten wie das Rauchen oder Erkrankungen wie die Altersdiabetes (Diabetes mellitus oder Typ-2-Diabetes) zu den begünstigenden Faktoren einer Parodontitis. Aber auch Typ-1-Patienten sind häufig betroffen. Denn der erhöhte Blutzuckerspiegel fördert immer die Entstehung von entzündlichen Vorgängen im Körper – zum Beispiel in der Mundhöhle die Parodontitis.

Umgekehrt können bei einer schweren Parodontitis die Botenstoffe der Entzündung – selbst bei Menschen ohne Diabetes-Erkrankung – genauso den Blutzuckerspiegel erhöhen.

Folgen für die Patienten

Diabetiker haben in etwa ein dreifach erhöhtes Risiko für eine Parodontitis-Erkrankung. Zudem verläuft die Zahnkrankheit bei ihnen schneller und schwerer als bei Nicht-Diabetikern. Zur Vorbeugung oder zur Unterstützung einer Parodontitistherapie sollten Diabetiker Risikofaktoren wie Rauchen meiden. Sie sollten aber vor allem auf eine gute Blutzuckereinstellung achten, die natürlich auch die Gefahr weiterer Diabetes-Folgeerkrankungen mindert. Bei guter Einstellung des Blutzuckers sinkt das Parodontitisrisiko dann sogar in etwa auf normales Niveau. Dieses Vorgehen steigert auch die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Parodontitistherapie.

Wieder gibt es eine Wechselwirkung. Es hat sich gezeigt, dass die erfolgreiche Behandlung einer Parodontitis mit nachfolgender Erhaltungstherapie zur Verbeugung neuer Parodontitis auch die Blutzuckerkontrolle langfristig verbessern kann. Für Menschen, die an Parodontitis oder Diabetes leiden oder zu den Risikogruppen gehören, empfiehlt es sich immer, bei Zahn- und Hausarzt regelmäßig entsprechende Vorsorgetermine oder Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen.

Ansonsten können beide Erkrankungen für sich oder im Doppel lange unbemerkt bleiben, was die spätere Therapie erschwert. Außerdem wird die häusliche Mundhygiene jetzt besonders wichtig.

Dazu gehören:

  • regelmäßiges Zähneputzen
  • Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürste
  • eventuell Mundspülungen

Unterstützung gibt es dabei von den Zahnärzten mit halbjährlicher Prophylaxe und der Professionellen Zahnreinigung. Sie entfernt die Parodontitis verursachende Zahnbeläge oder Plaque auch an den Stellen, die mit häuslicher Zahnpflege nicht erreicht werden können.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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