Neue Wege in der Parodontologie: EmunDo®-Laser statt Antibiotika

Die moderne Parodontitis-Behandlung kennt eine Vielzahl schonender Verfahren. (© leaf - iStock)

Die bakteriell verursachte Infektionserkrankung des Zahnhalteapparats Parodontitis braucht immer eine Behandlung. Die Entzündung muss gestoppt werden. Nur so kann das stützende Zahnbett erhalten oder aufgebaut und ein Zahnverlust verhindert werden.

Die Wahl der Mittel hängt dabei vom Grad der Parodontitis oder auch Parodontose ab. Neben der konventionellen Therapie haben sich heute auch Alternativen wie das EmunDo®-Laser-Verfahren etabliert. Und das bietet einige Vorzüge gegenüber den traditionellen Behandlungskonzepten.


Behandlung bei Parodontitis

Eine Basisbehandlung bei leichter oder beginnender Parodontitis umfasst eine professionelle Zahnreinigung und das Säubern von Zahnfleischtaschen mit Handinstrumenten. Das ist effektiv und stoppt die Parodontitis in aller Regel.

Bei wiederholten Behandlungen kann eine anhaltende Hypersensibilität der betroffenen Zähne entstehen. Deswegen kommen heute immer mehr Ultraschall oder Laser als Alternativen zum Einsatz. Sie sind schonender und verbessern gleichzeitig die Gründlichkeit der Reinigung.


Antibiotika gegen Parodontitis

Gegen schwere oder aggressive Parodontitis setzt die klassische Parodontitistherapie außerdem auf Antibiotika – lokal oder systemisch verabreicht. Die lokale Applikation erlaubt eine hohe Konzentration mit schneller Wirkung über Zeiträume von bis zu zwei Wochen.

Bei besonders virulenten Bakterien oder mehreren betroffenen Zähnen und vielen Zahnfleischtaschen versprechen systemische Antibiotika in Tablettenform mehr Erfolg. In beiden Fällen müssen Patienten mit typischen Antibiotika-Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit oder allergischen Reaktionen rechnen.

Hinzu kommt: Immer mehr Patienten und Mediziner stehen einem allzu großzügigen Antibiotika-Einsatz wegen zunehmender bakterieller Resistenzen kritisch bis ablehnend gegenüber. Und so wächst das Interesse an einer antibiotikafreien Parodontitisbehandlung stetig. Die EmunDo®-Therapie ist dafür ein gutes Beispiel.


EmunDo®-Therapie kurz erklärt

EmunDo® ist eine photothermische Therapie, kurz PTT. Sie baut auf dem antibakteriell wirkenden, biokompatiblen Farbstoff EmunDo® und dessen Reaktion unter Einwirkung von Laserlicht auf. Der Laser aktiviert den Farbstoff, welcher einen bakteriziden Effekt hat. Parodontitisverursacher sterben ab und ihr Nährboden – bakterielle Beläge in den Zahnfleischtaschen – lockert sich durch das moderat dosierte Laserlicht. Somit können Zahnbeläge leicht und effektiv entfernt werden.

Das verkürzt die Dauer einer Parodontitisbehandlung. Denn der Farbstoff markiert deutlich infizierte Stellen und macht sie insgesamt schonender und schmerzfrei. Die Anwendung von Antibiotika bei schwerer Parodontose wird überflüssig, weil die EmunDo®-Therapie alle Bakterienarten gleichermaßen angreift und mit ihrer Wirkweise eventuelle Resistenzen umgeht.


Alles auf einen Blick: Vorteile der EmunDo®-Therapie mit Laser

  • schonende, substanzerhaltende Reinigung von Zahnfleischtaschen
  • schmerzfreie Therapie
  • keine Bakterienübertragung bei der Reinigung mehr möglich
  • Farbstoff biokompatibel, verträglich und ohne bekannte Nebenwirkungen
  • jodfrei und für Allergiker geeignet
  • selektive, zeitsparende Wirkung
  • sehr gute bakterientötende Wirkung macht die Beigabe von Antibiotika überflüssig

Diese Therapie funktioniert einfach, schnell und effektiv. Der Farbstoff braucht keine Einwirkzeit und wird während der Behandlung nicht vom Körper aufgenommen. Im Anschluss genügt einfaches Ausspülen des Mundes, um ihn restlos zu entfernen. Auch wiederholte Behandlungen sind ohne Weiteres möglich.

Bei Patienten, die die Therapie bereits kennen, findet sie eine hohe Akzeptanz und auch bei der zunehmenden Zahl an Periimplantitis-Füllen. Bei Entzündungen am Zahnimplantat zeigt sie mit ihrem hohen Desinfektionsgrad inzwischen einige Therapieerfolge.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (2)

Ingrid F., 02.04.2020 - 13:37 Uhr

Ich hatte Anfang letzten Jahres eine einseitige Paradontitis-Behandlung. Es war so schmerzhaft! Der Heilungsprozess zog sich über mehrere Monate hin. Ich konnte drei Monate fast nichts essen vor Schmerzen. Aus diesem Grund habe ich die Behandlung abgebrochen. Ende letzten Jahres bekam ich Antibiotika, wegen nachgewiesenen Keimen. Nun ist alles wieder beim alten! Ständig entzündete Stellen im Zahnfleisch, Zahnfleischrückgang verstärkt. Mein zweites Anliegen wurde vor vier Jahren nicht behoben. Der Zahnarzt wollte nicht dran gehen, weil er nicht wußte was er finden wird. Zwei überkronte Zähne, die Kronen sind Anfang der 80er eingesetzt worden. Jetzt mein zweites Problem! Unter einer dieser Krone gibt es einen Spalt, anstatt diese Kronen abzunehmen würde die nach innen gefüllt mit der Aussage..."er habe Moment keine Zeit und ich kann damit gut überbrücken. Ich könnte frühestens erst nach drei Monaten vorbei schauen. Vielleicht können sie mir raten? Mfg F.

Gaber, 14.01.2020 - 12:55 Uhr

Werden die Kosten für diese Behandlung von der Kasse übernommen? Wenn nicht, wie hoch sind die Kosten ungefähr?

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