Prophylaxe beim Zahnarzt: Alles über Ablauf, Dauer & Kosten

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© Kzenon - fotoliaEine regelmäßige Prophylaxe beim Zahnarzt hilft, nachhaltig vor Zahnerkrankungen zu schützen. (© Kzenon - fotolia)Regelmäßige Prophylaxe-Termine beim Zahnarzt sind wichtig, damit Zähne und Zahnfleisch bis ins hohe Alter intakt bleiben. Dieser Artikel beantwortet häufige Fragen rund um die zahnärztliche Vorsorge.

Definition: Was ist zahnärztliche Prophylaxe und wie sinnvoll ist sie?

Prophylaxe bedeutet, Zahnerkrankungen vorzubeugen. Der Zahnarzt kann Sie dabei unterstützen, indem er in regelmäßigen Abständen Ihre Mundgesundheit überprüft und eine professionelle Zahnreinigung vorschlägt.

Ziel ist, dass Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparates wie beispielsweise Karies und Parodontitis frühzeitig erkannt werden und eine Therapie möglichst früh stattfinden kann, um den Verlust von Zähnen zu vermeiden. Außerdem kontrolliert der Zahnarzt auch die Mundschleimhäute und kann auch dort frühestmöglich Veränderungen feststellen.

Ein Beispiel: Karies im Anfangsstadium lässt sich häufig noch ohne Bohrer behandeln. Hier reicht es oft aus, wenn Sie Ihre Mundhygiene optimieren, weniger Süßes essen und der Zahnarzt Fluorid-Gel aufträgt.

Schmerzen entstehen bei Karies erst, wenn die Bakterien den Zahn schon ausgehöhlt haben. In diesem Fall ist eine Behandlung mit Bohrer notwendig. Wenn Sie regelmäßig zur Prophylaxe gehen, kann eine initiale Karies früher erkannt und mit entsprechenden Maßnahmen ein Fortschreiten unterbunden werden. So können Sie sich eine aufwendige Kariesbehandlung eventuell ersparen.

Wie läuft die Vorsorge beim Zahnarzt ab?

Die Vorsorge-Untersuchung ist harmlos, Sie müssen also keine Angst davor haben. Der Zahnarzt überprüft dabei Zähne, Zahnfleisch und Mundschleimhaut auf mögliche Krankheiten. Die Untersuchung ist schmerzfrei.

So geht Ihr Zahnarzt bei der Kontrolluntersuchung vor:

  1. Schritt: Wenn Sie den Zahnarzt gewechselt haben und neu in der Praxis sind, füllen Sie einen Fragebogen - den sogenannten Anamnesebogen - aus. Dort geht es um allgemeinmedizinische Grunderkrankungen.
  2. Schritt: Zu Beginn fragt Sie der Zahnarzt, ob Sie momentan Probleme mit Ihren Zähnen haben, Knirschen und welche Hilfsmittel sie zur Zahnreinigung verwenden
  3. Schritt: Der Zahnarzt untersucht mit zwei Mundspiegeln die Mundschleimhäute
  4. Schritt: Alle Zähne werden mit einem Mundspiegel, Luft und einer Sonde untersucht und ein Befund wird aufgenommen. Mit einem Mundspiegel kann der Zahnarzt auch die hintersten Zähne begutachten.
  5. Schritt: Mit einer Parodontalsonde lässt sich die Tiefe Ihrer Zahnfleischtaschen ermitteln.
  6. Schritt: Bei Bedarf erstellt der Zahnarzt ein Röntgenbild. Es gibt Übersichtsbilder, die den gesamten Ober- und Unterkiefer mit Knochen und Wurzelspitzen zeigen oder kleinere Röntgenbilder auf denen nur wenige Zähne oder Zahnkronen sichtbar sind – dafür aber detailgetreuer dargestellt.
  7. Schritt: Am Ende der Untersuchung erfahren Sie, wie es um Ihre Mundgesundheit steht.

Viele Patienten lassen direkt nach der Kontrolluntersuchung eine professionelle Zahnreinigung durchführen. Dabei entfernt die Dentalhygienikerin Plaque auch an Stellen, die für die Zahnbürste unzugänglich sind.

So läuft die professionelle Zahnreinigung ab

  1. Schritt: Ultraschall-Instrumente, Pulver-Wasserstrahl-Geräte und scharfe Scaler entfernen harte und weiche Beläge zum Beispiel in Zahnzwischenräumen und Zahnfleischtaschen.
  2. Schritt: Die Dentalhygienikerin entfernt Verfärbungen, die durch Tabak, Kaffee und Tee entstanden sind.
  3. Schritt: Ihre Zähne werden nun auf Hochglanz poliert.
  4. Schritt: Fluoridlack wird aufgetragen; dieser schützt den Zahnschmelz vor Kariesbakterien.

Die professionelle Zahnreinigung kann bei empfindlichen Zähnen stellenweise etwas unangenehm sein, aber schmerzhaft ist sie nicht.

Am Ende jeder Prophylaxe-Sitzung erhalten Sie auf Ihre individuelle Mundsituation zugeschnittene Zahnpflegetipps.

Wie lange dauert die Prophylaxe-Sitzung beim Zahnarzt?

Die Kontrolluntersuchung dauert meist nur wenige Minuten. Die professionelle Zahnreinigung ist etwas aufwendiger und nimmt etwa 45 bis 60 Minuten in Anspruch.


Wie oft zur Prophylaxe?

Gehen Sie mindestens einmal pro Jahr zur Kontrolluntersuchung, auch wenn Sie keine Beschwerden haben. Denken Sie daran, Ihr Bonusheft mitzunehmen. Wenn Sie Jahr für Jahr einen Stempel erhalten, übernimmt die Krankenkasse einen größeren Teil möglicher Zahnersatzkosten. Wenn Sie fünf Jahre regelmäßig bei der Vorsorge waren, erhöht sich der Krankenkassenfestzuschuss um 20 Prozent. Bei zehn Jahren steigt der Festzuschuss um 30 Prozent.

Wie oft Sie zur professionellen Zahnreinigung gehen sollten, hängt von Ihrer Mundsituation ab. Ist Ihr Karies- und Parodontitisrisiko gering, reicht einmal pro Jahr aus. Ist Ihre Mundhygiene nicht optimal, erschweren Ihnen zum Beispiel schief stehende Zähne die Mundhygiene oder haben Sie bereits eine Zahnerkrankung, kann die PZR bis zu viermal jährlich sinnvoll sein. Ihr Zahnarzt berät Sie, was in Ihrem Fall empfehlenswert ist.

Zahlt die Krankenkasse die Vorsorge-Untersuchungen?

Die Krankenkasse kommt für zwei Kontrolluntersuchungen pro Jahr auf. Viele Kassen schießen außerdem einen Teil zu den Kosten für die PZR zu.


© Kzenon - fotoliaSchwangere sollten ihren Mundraum besonders gut pflegen, da weiterreichende Risiken entstehen können. (© Kzenon - fotolia)Was ist bei Schwangeren zu beachten?

Da werdende Mütter besonders anfällig für Karies und Zahnfleischerkrankungen sind, ist eine zahnärztliche Prophylaxe wichtig. Eine Parodontitis sollte unbedingt behandelt werden, da sie das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen kann.

Zusätzlich beeinflussen Sie damit die Mundgesundheit Ihres Kindes negativ. Gehen Sie also zum Zahnarzt, um Ihre Mundgesundheit überprüfen zu lassen. Eine Professionelle Zahnreinigung ist sehr zu empfehlen. Als Zeitpunkt eignet sich das zweite Trimester am Besten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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