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Richtig Zähneputzen: Fünf Tipps für die Zahnpflege zu Hause

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© W. Heiber Fotostudio - Fotolia.com© W. Heiber Fotostudio - Fotolia.comGesunde Zähne ein Leben lang – das wünschen sich die meisten. Doch ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, hängt von vielen Faktoren ab: Wer seine Zähne regelmäßig und gründlich pflegt, hat gute Chancen, sie bis ins hohe Alter zu behalten. Doch die Zahnpflege hat ihre Tücken: Zwei Drittel der Deutschen putzen zu kurz, zu unkonzentriert oder zu fest. Wie Sie’s besser machen, verrät dieser Artikel.

Hand- oder Elektro-Zahnbürste?
Immer mehr Zahnärzte empfehlen ihren Patienten, auf eine elektrische Zahnbürste umzusteigen. Die soll deutlich mehr Plaque entfernen als herkömmliche Bürsten, so die Hersteller. Doch noch wichtiger als die Art der Zahnbürste ist die Putztechnik: Wer seine Zähne länger als zwei Minuten sehr gründlich mit einer Handzahnbürste reinigt, kann ebenfalls gute Ergebnisse erzielen.

Auch die Bürstenform spielt eine Rolle: Die Borsten sollten dicht an dicht stehen und möglichst abgerundet sein, um das Zahnfleisch zu schonen. Damit sich keine Keime ansammeln, sollten Sie Ihre Zahnbürste alle zwei Monate wechseln.

Gute Zahncremes enthalten Fluorid
Zahncreme ist nicht gleich Zahncreme. Im besten Fall steht „1000 bis 1500 ppm“ Fluorid auf der Packung. Das Mineral sorgt dafür, dass die Zähne Säuren und Bakterien besser standhalten. Wenn Ihr Zahnfleisch empfindlich ist, sollten Sie darüber hinaus darauf achten, eine sensitive Zahncreme zu wählen. Sie enthält weniger aggressive Putzkörper, die zwar für eine gründliche Reinigung sorgen, aber den Zahnhälsen schaden können. Parodontitis-Patienten, deren Zahnhälse bereits freiliegen, sollten auf Weißmacher-Zahncremes verzichten, die viele Putzkörper gegen Verfärbungen enthalten.

Zahnseide & Mundspülung
Bakterien siedeln sich vor allem zwischen den Zähnen an, um sicher vor der Zahnbürste zu sein. Damit sie sich dort nicht ausbreiten und schließlich Zahnerkrankungen verursachen, empfiehlt es sich, Zahnseide zu verwenden. Nehmen Sie 30 bis 50 Zentimeter Zahnseide, wickeln Sie beide Enden um Ihre Zeige- oder Mittelfinger und lassen Sie einen Abstand von etwa drei bis fünf Zentimetern, um damit die Zahnzwischenräume zu reinigen. Bewegen Sie die Zahnseide zwischen den Zähnen auf und ab, ohne das Zahnfleisch zu berühren, und nutzen Sie für jeden Zahn ein frisches Stück Zahnseide.

Mundspülungen gelten zwar als Pflegemittel zweiter Wahl, können aber auch helfen, Karies und Parodontose vorzubeugen. Sie sind vor allem Patienten zu empfehlen, deren Zähne besonders anfällig sind.

Effektive Zahnputztechniken
Wer geeignete Zahnpflegemittel zur Hand hat, muss sie nur noch korrekt anwenden. Kinder lernen zwar schon früh, wie sie mit der Zahnbürste am besten umgehen, doch Putzfehler schleichen sich früher oder später doch wieder ein. Kreisende Bewegungen vom Zahnfleisch zu den Zähnen sind besonders effektiv, um den Bakterien zu Leibe zu rücken. Wer leicht rüttelt, ohne zu viel Druck auszuüben und keinen Zahn vergisst, sorgt bestens vor. Zweimal pro Tag für zwei Minuten zur Zahnbürste zu greifen, ist übrigens das Minimum. Wer kann, befreit seine Zähne nach jeder Hauptmahlzeit von Speiseresten.

Zahnfreundliche Ernährung
Zucker schadet den Zähnen, das wissen schon die Kleinsten. Schokolade, Bonbons und Sahnetorten sind ein gefundenes Fressen für Bakterien. Doch auch Saures kann negative Folgen haben: Zitrusfrüchte, Kiwis und Ananas greifen den Zahnschmelz an. Besser für die Zähne sind faserreiche Lebensmittel wie Gemüse und Vollkornbrot. Wer darüber hinaus auf unnötige Zwischenmahlzeiten verzichtet, gönnt seinen Zähnen eine Pause. Die ist wichtig, damit der Speichel genug Zeit hat, Säuren zu neutralisieren und Essensreste zu zersetzen.

Wer seine Zähne gründlich reinigt, hat gute Chancen, Zahnkrankheiten zu entgehen. Sollten sich dennoch hartnäckige Bakterien einnisten, kommt ihnen der Zahnarzt bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen schnell auf die Schlichte. Was kann der Arzt tun, um Krankheiten vorzubeugen? Darum geht’s im nächsten Artikel.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (9)


10.11.2016 - 12:50 Uhr

Gibt es in Münster noch Zahnärzte, die nicht zur...

von Hans-Dieter H.

... Verwendung elektrischer Zahnbürsten auffordern?

08.11.2016 - 20:24 Uhr

Die Tipps sind eine gute Auswahl. Allerdings denke...

von Falk

... ich, dass Zahnseide und Mundspülung gut sind, jedoch um Interdentalbürsten ergänzt werden müssen, damit auch die Zwischenräume der Backenzähne gereinigt werden können. Der Hinweis zu den abgerundeten Borsten ist wichtig, weil er gute von weniger guten Zahnbürsten abgrenzt und das Zahnfleisch so weniger beansprucht wird. Es ist krass, wie wenig in die Forschung für Zahnpflege investiert wird, wenn man sieht wie hoch die Investitionen in den Zahnersatz ist. Da regiert wohl das Geld den Markt. Besten Gruß, Falk

02.11.2016 - 21:01 Uhr

Wie schon durch meinen Vorredner erwähnt, kann ich...

von Zahnputzer

... auch nur die Benutzung von Interdentalbürsten empfehlen. Da die Zwischenräume der hinteren Zähne nicht flach sind, sondern in der Mitte eine Furche aufweisen, lässt sich alleine durch Zahnseide nicht jede Ablagerung entfernen. In diesem Artikel zu Zahnzwischenraumbürsten wird z.B. auf die Vorteile und richtige Anwendung eingegangen. Denn genauso wie bei der Zahnseide kann man bei falscher Anwendung auch den Zähnen schaden.

06.10.2016 - 08:58 Uhr

Danke für Ihren informativen und tollen Kommentar!...

von Mili

... Sie habe Recht, das Wissen im Bereich der Mundpflege in Deutschland wird zu wenig verbreitet. Leider zum Teil auch von Zahnärzten. Nur nachdem ich bei den Arzthelferinnen nochmals nachgefragt habe, haben Sie mir die Interdentalbürstchen empfohlen. Ist schon komisch, dass man nicht mal richtig über Zahnhygiene informiert wird, obwohl man Interesse daran zeigt. Umso mehr habe ich mich über Ihrer Kommentar gefreut. Also sollte man Zahnseide, Interdentalbürstchen, (Zungenreiniger?), Munddusche richtig anwenden und 2x jährlich zur professionellen Zahnreinigung gehen. Was halten Sie eigentlich von Ölziehkuren mit Sonnenblumenöl oder Koksöl? Ich finde es auch schrecklich, dass in unserem ganzen Essen Zucker versteckt wird, z.B. in Salatdressings, Wurst, ect. Angeblich soll der Geschmack damit abgerundet werden. Sollen wir nicht eher abhängig davon werden?

05.10.2016 - 13:59 Uhr

"Bakterien siedeln sich vor allem zwischen den...

von Peter R.

... Zähnen an, um sicher vor der Zahnbürste zu sein." Ob die wohl wirklich so schlau sind?

05.10.2016 - 13:11 Uhr

Ich finde Ihre Artikel sehr informativ. Ich muss...

von Shafi S.

... etwas dazu sagen. Bestimmt spielt auch die Genetik eine Rolle oder nicht? Ich bin 78 Jahre alt und habe noch alle meine Zähne. Ich gehe zweimal pro Jahr zum Zahnarzt (nur zum sauber machen). Ich habe noch nie in meinem Leben Zahnschmerzen gehabt. Wie kommt es, dass meine Zähne so gut sind? Mit freundlichen Grüßen, S. S.

05.10.2016 - 11:04 Uhr

Wie gut, dass sich Zahnarzt P. T. die Zeit nimmt,...

von Daniel

... hier noch weiter aufzuklären. Vielen Dank dafür!

04.10.2016 - 11:58 Uhr

Erst mal vielen Dank an den Kollegen für diesen...

von Zahnarzt P. T.

... Artikel, da jede Aufklären besser als keine ist! Das Wissen im Bereich der Mundhygiene/ Mundpflege ist noch insgesamt viel zu wenig verbreitet in Deutschland. Ich möchte noch ein paar Punkte ergänzen: Für meine Begriffe ist nicht nur Zahnseide für das Putzen der Zahnzwischenräumen, sondern die Kombination zwischen Zahnseide UND (nicht ODER) Interdentalbürsten zu bevorzugen. Denn die Zahnseide ist besonders gut zum einen, um die Zähne im Kontaktbereich zu reinigen (da wo sich zwei Nachbarzähne berühren) und zum zweiten für die Reinigung der Zahnfleischtaschen vorm jeweiligen Zahn im Zwischenraumbereich. Vorausgesetzt, man macht keine links/rechts Bewegung damit, sondern wie oben beschrieben, von der Zahnfleischtasche hinweg zur Zahnspitze (wie ein Schaber), um den Dreck aus der Zahnfleischtasche herauszuholen. Führen Sie ja keine "Sägebewegungen" durch, denn so schadet man dem Zahnfleisch noch mehr. Wenn Sie nach der Zahnseide noch eine Interdentalbürste mit passender Größe verwenden, werden Sie feststellen, dass gerade bei den hinteren Zähnen (Backenzähnen), Sie da noch einiges mehr rausholen können. Diese zwei Maßnahmen sind ausschlaggebend, um eine gute Mundpflege aufrechtzuerhalten. Wir empfehlen, noch den regelmäßigen Gebrauch einer Munddusche mit ein wenig Mundspülung im Behälter. Dies ist erwiesener Maßen eine sehr schonende Maßnahme für das Zahnfleisch und dadurch gegen Parodontitis. Darüber hinaus, weil man sowieso ohne professionelle Zahnreinigung sehr selten perfekt putzen kann, empfiehlt sich mindestens zwei Mal im Jahr einen Besuch beim Zahnarzt. Wer darauf verzichtet, bereitet sich viele Probleme mit Karies und Zahnfleischentzündungen und wird seinen/ihren Zahnarzt durch den dadurch entstandenen Bedarf an Füllungen und Zahnersatz langfristig reich machen. Und da reden wir noch gar nicht über die begleitenden Unannehmlichkeiten wie Zahnschmerzen. Die Meinungen über das Thema Fluorid in der Zahnpasta sind mittlerweile nicht mehr so einstimmig. Da Fluorid den Körper, besonders am Hypothalamus, das Kontrollzentrum der Ausschüttung der meisten Hormonen, der sich mitten im Kopf befindet, dadurch verheerend angreifen kann. Fluorid macht zwar den Zahnschmelz härter, dafür ist es aber ein Gift für den Rest des Körpers. Letztlich achten Sie bei der Auswahl Ihrer Zahnpasta, dass sie möglichst keinen Zucker enthält (sehr selten!! Fast alle Zahnpasta enthalten Zucker, gerade die Gängigsten - kaum zu glauben!) Ich hoffe, wir können dazu beitragen, eine noch bessere Mundhygiene zu gewährleisten. Viele Grüße, Zahnarzt P. T.

05.06.2014 - 17:12 Uhr

Meine Zähne sind auch krank, durch Bakterien und...

von Brigitte Ruetten

... immer entzündet. Zähne rausschmeißen.


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