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Gibt es so etwas wie schlechte Zähne? Das können Sie dagegen tun!

Dr. Schröder

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© mtr - iStockZähne sind bei jedem Menschen unterschiedlich - so brauchen sie bei manchen mehr, bei anderen weniger Pflege. (© mtr - iStock)Immer wieder begegnen uns Patienten in der Zahnarztpraxis, die verzweifelt sind, weil ihre Zähne "von Natur aus nun mal schlecht sind". Man könne da nichts machen. Die Karies würde immer wiederkommen. Und es würde mittlerweile auch alles wackeln, weil die Parodontitis sich ja sowieso nicht aufhalten lässt. Diese Mythen halten sich wirklich seit Jahrzehnten hartnäckig. 


Aber was bestimmt nun, ob Sie gute oder schlechte Zähne haben?

Sicherlich ist ein Teil davon genetisch bedingt. Es wird immer wieder Menschen geben, die für ihre Zähne nicht viel Aufwand betreiben müssen und dennoch schöne und gesunde Zähne haben. Man kann so etwas auch mit der Figur vergleichen. Jeder von uns hat die eine Person im Bekanntenkreis, die tafelweise Schokolade essen kann und eine absolute Traumfigur hat. Aber das ist nicht die Regel, sondern eine Ausnahme. Die meisten von uns müssen etwas dafür tun, um gesund auszusehen und auch gesunde Zähne zu haben.


Wenn es aber nicht nur die Genetik ist, was ist es noch, das die Gesundheit unserer Zähne beeinflusst?

Wir können das wunderbar bei unseren kleinen Patienten beobachten. Haben die Eltern viel Karies, so sind die Milchzähne der Kinder auch von Karies befallen. Das hat jedoch an dieser Stelle nichts mit Vererbung zu tun. Die Kinder ahmen nach. Sie werden so ernährt, wie die Eltern es Ihnen vorgeben und sie pflegen ihre Zähne auch so, wie die Eltern es vorleben.

Ernährung ist aber ein wichtiger Bestandteil: Einerseits weil wir mit der Ernährung Zucker und Säuren zu uns nehmen – beides Faktoren, die Karies beeinflussen. Andererseits weil wir mit der Ernährung unsere Mikro- und Makronährstoffe abdecken. Ernähren wir uns ungesund, mit viel Fastfood und wenig frisch verarbeiteten Lebensmittel, so leidet unser Körper. Unsere Immunabwehr ist geschwächt und die Karies oder die Parodontitis haben freie Bahn. Damit ist die Ernährung ein wesentlicher Faktor für die Zahngesundheit.

Die Zahnpflege ist natürlich auch ausschlaggebend dafür, ob wir eine Karies bekommen. Zähneputzen allein reicht jedoch nicht aus. Dabei ist es unwesentlich, ob man zweimal pro Tag Zähne putzt oder fünfmal. Es ist nicht die Quantität, also die Menge, sondern die Qualität des Zähneputzens, die den Unterschied macht – gesund oder krank. Benutzt man keine Zahnseide, so bleiben zwei Fünftel der Zahnoberfläche schmutzig.

Das bedeutet, dass wir auch zwei von fünf Zähnen beim Putzen komplett auslassen könnten und wir dasselbe Ergebnis hätten. Das würde keiner machen, weil jeder sagen würde: Igitt das ist eklig, jahrelang einen Zahn nicht zu pflegen. Und dennoch verzichten so viele auf Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten.

Was kann der Zahnarzt für Sie tun?

Die wichtigste Wunderwaffe gegen Karies und Parodontitis ist die Professionelle Zahnreinigung. Es ist egal wie gut man selbst reinigt. Erst eine Professionelle Zahnreinigung durch eine speziell geschulte Kollegin entfernt alle Beläge und den anhaftenden Biofilm.

Dabei sollte das Intervall vom Fachpersonal vorgegeben werden. Es gibt durchaus Patienten, bei denen zweimal pro Jahr ausreichend ist. Parodontitis-Patienten wiederum sollten alle drei bis vier Monate zur UPT (unterstützenden Parodontitistherapie) – einer intensiveren Reinigung.

Es kommt gar nicht so sehr darauf an, welche Gene uns die Natur vorgegeben hat. Denn Patienten, die sich an diese Anweisungen halten, bleiben kariesfrei und haben lange Freude an ihren Zähnen und ihrer Gesundheit.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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