Schwangerschaft und Zahngesundheit: Darauf sollten Sie achten!

Das Zahnfleisch ist in der Schwangerschaft anfälliger für Bakterien. (©fotolia-01151400-Kzenon)

Während einer Schwangerschaft verändern sich viele Abläufe im Körper der Frau: Hierzu gehört auch der Zusammenhang zwischen Mundhygiene und der allgemeinen Gesundheit. Wechselwirkungen während einer Schwangerschaft sind schon lange bekannt. Aber worauf müssen Schwangere denn nun achten?

Was ändert sich während der Schwangerschaft und warum?

Die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft hat auch Auswirkungen auf das Zahnfleisch. Dieses wird nun stärker durchblutet, wird deshalb weicher und blutet auch schneller. Es ist zudem anfälliger für Bakterien: Diese siedeln sich im Mundraum einer Schwangeren noch schneller an und bilden Plaque.

Durch die Schwangerschaft verändert sich die Speichelzusammensetzung und begünstigt die Entstehung von Karies. Hinzu kommt, dass Schwangere während der ersten Monate häufig erbrechen müssen. Und das fügt den Zähnen und dem Zahnfleisch zusätzlichen Schaden zu, da beide von der Magensäure angegriffen werden. 

Risiken für die Schwangere und das Ungeborene

All diese Veränderungen begünstigen die Entstehung von Karies, Schwangerschaftsgingivitis oder sogar Parodontitis bei der Schwangeren. Jeder kennt das Sprichwort „Jedes Kind kostet einen Zahn“. Zwar ist dies sicher nicht mehr die Regel, wer seine Mundhygiene jedoch während der Schwangerschaft vernachlässigt, kann aufgrund von Parodontitis oder fortgeschrittener Karies tatsächlich einen Zahn verlieren. Bei einer Parodontitis können die Bakterien sogar durch das entzündete Zahnfleisch bis in den Kieferknochen wandern und den gesamten Organismus bedrohen.

Ein Zusammenhang besteht zudem zwischen Parodontitis und Frühgeburten. Die Bakterien im Mundraum, die für die Entzündung des Zahnbetts verantwortlich sind, können frühzeitige Wehen auslösen. Eine Parodontitis kann aber auch dazu beitragen, dass das Neugeborene untergewichtig zur Welt kommt. 

Welche Maßnahmen sollten Schwangere ergreifen?

Schwangere sollten auf eine ausreichende Mundhygiene achten. Hierzu gehört auch die intensive Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen. Wenn Zahnpasta und Zahnbürste den Brechreiz verstärken und das Zähneputzen nicht ermöglichen, können Schwangere auch auf eine bakterienhemmende Zahnspülung zurückgreifen.

Zahnfleischbluten während der Schwangerschaft sollte auf jeden Fall ernst genommen werden. Gehen Sie sofort zum Zahnarzt, wenn Sie Blut beim Zähneputzen oder Essen bemerken. Nehmen Sie auch die zwei empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt war.

Idealerweise liegt der erste Termin hierfür im ersten Drittel der Schwangerschaft und der zweite im letzten Drittel. So kann der Zahnarzt gleich erkennen, ob vielleicht schon eine Zahnfleischentzündung oder Karies vorliegt, diese zeitnah behandeln und Ihnen wertvolle Tipps an die Hand geben.

Wichtig ist während der Schwangerschaft auch die Professionelle Zahnreinigung (PZR) - als Maßnahme gegen Zahnbelag und entzündetes Zahnfleisch. Die Prophylaxe-Mitarbeiterin kann Ihnen auch hilfreiche Tipps zur Zahnpflege geben. Die PZR ist aber vor allem eine wichtige Vorsorgemaßnahme, die Schwangere auf jeden Fall nutzen sollten, um ihr ungeborenes Kind zu schützen.

Karies ist „ansteckend“ - Zahngesundheit nach der Schwangerschaft

Karies kann über den Speichel übertragen werden - ein abgeleckter Löffel stellt deshalb bereits eine große Gefahr dar. (© auremar - fotolia)
Da Karies eine Infektionskrankheit ist, deren Übertragung über den Speichel erfolgt, sollten Mütter auch nach der Schwangerschaft auf ihre Zahngesundheit achten und möglichst kariesfrei sein. Denn wenn Eltern den Schnuller oder Löffel ablecken, können sie auf diesem Wege die Kariesbakterien an ihr Kind übertragen.

Kommen diese dann mit Zucker aus der Nahrung in Kontakt, verursachen sie die Zahnfäule. Ein Speicheltest beim Zahnarzt kann einen Hinweis darauf geben, wie hoch der Anteil der Kariesbakterien im Mund der Eltern ist.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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