Wie lange dauert eine kieferorthopädische Behandlung?

Die Dauer einer kieferorthopädischen Behandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist daher stets individuell. (© nenetus - fotolia)

Man unterscheidet in der Kieferorthopädie zwischen der aktiven Behandlung, in der die Zähne bewegt werden, und der anschließenden Stabilisierungsphase, in der die Zähne in ihrer neuen Position gehalten werden.

Wie setzt sich die Behandlungszeit zusammen?

Geht es um die Dauer einer Behandlung, sprechen Kieferorthopäden meist von der aktiven Behandlungszeit.

Die Dauer der aktiven Behandlung ist immer abhängig vom individuellen Befund. Jedoch gibt es Zahnfehlstellungen, die in einem kürzeren Zeitraum reguliert werden können und solche, bei denen es einer umfangreicheren Behandlung bedarf.

Es gibt zum Beispiel zweiphasige Behandlungen, in denen zunächst im Wechselgebiss mit einer losen Zahnspange begonnen wird und anschließend, wenn der Zahnwechsel weiter vorangeschritten ist, mit einer festen Zahnspange weiterbehandelt wird. So kommt man auf eine insgesamt durchschnittliche Behandlungsdauer von 2-4 Jahren, inklusive der Stabilisierungsphase. Allgemein muss man sich auf eine längerfristige Betreuung und regelmäßige Kontrolltermine einstellen. In der Regel kommt der Patient alle 6-8 Wochen zu Kontrollterminen in die Praxis.

Der Umfang der Behandlung spielt eine große Rolle für die Behandlungsdauer

Die Art der Zahnbewegung ist auch ein auschlaggebender Punkt für die Dauer einer Behandlung. Sollen nur leichte Abweichungen einzelner Zähne korrigiert werden und ist genügend Platz vorhanden, kann man von einer kürzeren Behandlungsdauer ausgehen. Gibt es jedoch zum Beispiel eine Nichtanlage und es wird ein Lückenschluss angestrebt, bei dem alle Zähne eines Kiefers samt Wurzel bewegt werden müssen, ist von einer längeren Behandlungsdauer auszugehen.

Es muss aber nicht nur auf die einzelnen Zähne, sondern auch auf den Zusammenbiss beider Kiefer geachtet werden. Hier gibt es Fehlstellungen, die einen besonderen Behandlungsumfang erfordern. Zum Beispiel bei Kreuzbissen oder auch einer ausgeprägten Fehlstellung des Ober- und Unterkiefers.

Für den Kieferorthopäden gilt es, vor allem die aktive Behandlung mit Multiband-Apparaturen so kurz wie möglich zu halten. Denn sie bringen auch einige Risiken mit sich. Die Gefahr für Entkalkungen oder auch Wurzelschäden kann durch eine kürzere Behandlungsdauer reduziert werden. Außerdem muss besonders auf eine gute Mundhygiene geachtet werden, bei der natürlich auch die Mitarbeit des Patienten gefragt ist.

So können Sie als Patient die Dauer der Behandlung beeinflussen

Die Behandlungsdauer kann auch durch gute Mitarbeit verkürzt werden. Es ist häufig notwendig, dass sogenannte Gummizüge für die Korrektur der Bisslage eingehängt werden. Je konsequenter der Patient sie trägt, desto schneller kann das Behandlungsziel erreicht werden.

An die aktive Behandlungsphase schließt sich die Stabilisierungsphase mit herausnehmbaren Retentionsgeräten an. Innerhalb des ersten Jahres nach Entfernung der festen Zahnspange wird kontrolliert, dass die Zähne sich nicht verschieben und das Ergebnis stabil bleibt. In dieser Zeit sind ebenfalls regelmäßige Kontrollen notwendig, jedoch in größeren Zeitabständen. Danach empfehlen sich weiterhin Kontrolltermine in größeren Intervallen.

Fazit

Abschließend kann man sagen, dass die Behandlungsdauer sehr individuell ist und von mehreren Faktoren abhängt. Entscheidend sind die Ausgangslage sowie der Schweregrad der Zahn- und oder Kieferfehlstellung sowie die Mitarbeit des Patienten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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