Das jameda-Interview: 8 Fragen an Ulrich C. Degner

Herr Degner

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© DegnerHerr Degner praktiziert als Zahnarzt in Berlin. (© Degner)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Ulrich C. Degner interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Zahnarzt.

jameda: Herr Degner, was hat Sie motiviert, Zahnarzt zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Herr Degner: Zahnarzt zu werden konnte ich eigentlich gar nicht vermeiden – ich komme aus einer reinen Zahnarztfamilie. Ursprünglich wollte ich Mathematik und Chemie studieren, konnte mich dann aber dem positiven Einfluss meiner Eltern bezüglich des Berufs nicht entziehen. Ich bereue es nicht. Und ich brauche den direkten Kontakt zu Menschen. Eine besondere Affinität und Verständnis für die Naturwissenschaften sind als Zahnarzt sehr hilfreich. Im funktionellen Bereich des Mundes hängt vieles von naturwissenschaftlichen Gesetzen ab.

Ich bin sehr glücklich, in der heutigen Zeit Zahnarzt zu sein. Forschung und Entwicklung haben uns nahezu unbegrenzte Möglichkeiten einer "unsichtbaren", ästhetischen Zahnheilkunde gegeben. Diese Möglichkeiten, vereint mit einer leidenschaftlichen und präzisen Behandlungsdurchführung können Menschen sehr glücklich machen. Dafür gehe ich jeden Tag zur Arbeit.

jameda: Worin besteht Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Herr Degner: Mein Tätigkeitsschwerpunkt liegt ganz klar in der ästhetischen Zahnheilkunde. Ob wir da von Kariesbehandlung mit Composite-Restauration reden, von Kronen und Brücken oder anderen Formen von Zahnersatz. Aber bitte: Alles immer nur im Zusammenhang mit den funktionellen Gesetzen der Mundarchitektur. Sonst sind dauerhafte Erfolge nicht möglich. Um zu diesen Ergebnissen zu gelangen, sind natürlich häufig Vorbehandlungen und eine intensive Planung aller Behandlungsschritte notwendig. Wir führen sie nach den gleichen qualitativen Kriterien aus wie alle anderen Behandlungen. Dafür ist der Einsatz der Lupenbrille seit 30 Jahren unverzichtbar.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Degner: Ja, und wie! Da ist zum einen Prof. Gutowski zu nennen, welcher sämtliche Fortbildungen als Live-Behandlungen über mehrere Tage durchführte. Übertragen wurde alles über riesige Monitore, sodass auch in der letzten Reihe jeder Behandlungsschritt genau nachzuvollziehen war. Da bin ich Anfang der 90er Jahre vom Glauben abgefallen, wie fein und präzise gearbeitet werden muss, um wirklich Top-Ergebnisse zu erzielen. Am nächsten Tag habe ich mir meine erste Lupenbrille gekauft. 

In den folgenden Jahren habe ich dann ca. 50 weitere Fortbildungen bei Prof. Gutowski besucht, in seiner Praxis hospitiert und meine Erfolgskurve ging immer weiter nach oben. Ende der 90er Jahre hatte ich das Glück, Prof. Stiller zu begegnen, einer absolution Koryphäe auf dem Gebiet der Kieferchirurgie. Auch bei ihm konnte ich sehen, was absolute Präzision, Feingefühl und Kompetenz für unser Fachgebiet bedeuten. Unglaublich beeindruckend!

Unbedingt möchte ich auch mein hervorragend arbeitendes zahntechnisches Labor erwähnen, welches ebenfalls die gleiche Wertschätzung verdient. Und dann sind es meine Mitarbeiter, die die Wertgedanken, Ideale und Konzepte meiner Praxis in höchstem Maße leben und umsetzen. In einem solchen Umfeld zu arbeiten, macht einfach Freude!

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Degner: Ja, sehr viele und es kommen nahezu wöchentlich weitere hinzu. Es bleibt jedoch immer die Frage, welche einen echten Nutzen bringen. Da muss man genau selektieren.

Ich beschäftige mich in der Fachliteratur gründlich damit und bin im intensiven Gespräch mit Außendienstmitarbeitern der Firmen. Hier ist es sehr wichtig, wissenschaftlich solide Forschungsergebnisse zu bekommen. Nicht alles, was neu ist, ist auch gut. Hier darf man seine Patienten nicht zu Versuchskaninchen der Industrie machen. Andererseits müssen Fortschritte auch immer Einzug in den Praxisalltag halten.

Unser Motto: "Das Bessere ist der Feind des Guten".

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Degner: Informationen! Unsere Patienten sind umfassend über ihre Situation informiert. Auch im Positiven. Es geht nicht darum, alles Negative hervorzuheben. Ich sehe auch sehr viele positive Dinge, z. B. gute Arbeiten von Kollegen, das intensive Bemühen der Patienten für eine gute Zahnpflege usw. Da geht es einfach um eine ehrliche Darstellung. Dafür sind Patienten sehr dankbar. Zum ersten Mal können Patienten ihre Zahn-/Mundsituation wirklich selbst begreifen, beurteilen und dann auch selbstbewusst eigene Entscheidungen treffen. Das ist ein wesentlicher Teil des Behandlungserfolges. Ein Patient, der gut aufgeklärt ist und weiß, worauf es ankommt und worum es geht, verhält sich bei der Behandlung anders und viel positiver, als wenn er von lauter Fragezeichen umgeben ist.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Degner: Die Begeisterung und Dankbarkeit, die ich von ihnen erfahre. Es gibt drei Gruppen von Patienten:

  1. Patienten, die nur eine geringe Behandlungsnotwendigkeit aufweisen und jetzt informiert sind, warum das so ist und noch mehr motiviert sind.
  2. Patienten, die vor einigen oder auch sehr vielen Jahren saniert wurden und seitdem so gut wie keine Behandlungsnotwendigkeit mehr hatten und uns dafür sehr dankbar sind.
  3. Patienten, die 2. noch vor sich haben.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Degner: Das ist mehr ein ständiges Déjà-vu! Ergebnisse anzuschauen, die schon Jahre und Jahrzehnte Bestand haben und die Erinnerung daran, aus welcher Ausganssituation wir uns auf den Weg begeben haben, diese Ergebnisse zu erzielen.

 

© DegnerImpressionen aus der Zahnarztpraxis Degner. (© Degner)jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Degner: Besuchen Sie zweimal in Jahr Ihren Zahnarzt. Folgen Sie der Prophylaxe-Empfehlung Ihres Zahnarztes. Und eines liegt mir besonders am Herzen: Haben Sie noch Kinder mit Milchzähnen, gehen Sie mindestens alle vier Monate, besser alle drei Monate mit diesen zum zahnärztlichen Kontrolltermin. Das ist sehr wichtig und stellt die Weichen Ihren Kindes für die Zahngesundheit für das ganze Leben. Und gehen Sie zum Zahnarzt! Kindergarten-Kroko und Reihenuntersuchungen sind kein Ersatz dafür.

Zur Person

Ich praktiziere seit 1987 als Zahnarzt, seit 1992 in eigener Praxis. Während einer kurzen Anlaufzeit bekam ich oftmals meine Grenzen als Zahnarzt zu spüren, wollte diese aber nicht akzeptieren. Danach begann ich eine intensive Fortbildungsperiode, welche sich über ein Jahrzehnt hinzog, in dem sich die Qualität der Referenten sehr rasch bis in das absolute Top-Niveau steigerte. In diesem Zusammenhang steigerte sich immer mehr die Freude und Leidenschaft für meinen Beruf. Das hält bis heute an, getreu dem Motte "Gute Zahnheilkunde wird im Ergebnis erlebt".

Zur Praxis

Wir sind ein kleines Team und in ständiger Kommunikation zu den anstehenden Behandlungen – uns zeichnen die absolute Leidenschaft und der Wille zum Erfolg aus. Wir behandeln ausschließlich nach den höchsten wissenschaftlichen Standards. Sämtliche Behandlungen sind der jeweiligen Situation individuell angepasst. Wir leben und lieben unsere anspruchsvollen Behandlungen. Alle Behandlungen finden mit einer Lupenbrille statt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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