Wie verhalte ich mich nach einer Zahn-OP?

Dr. Lampmann

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©fotolia-120201156-KzenonNach einer Zahn-OP müssen einige Dinge beachtet werden! (©fotolia-120201156-Kzenon)Nach oralchirurgischen Eingriffen gibt es einige Dinge, die Patienten beachten sollten, um die Heilung zu unterstützen und Komplikationen zu vermeiden. In diesem Artikel erhalten Sie ein paar nützliche Tipps, die Sie nach einer Implantation, einer Wurzelspitzenresektion oder einem Knochenaufbau beachten sollten.

 

 

Autofahren

Aufgrund der Betäubung oder der eventuellen Vollnarkose bzw. Analgosedierung kann Ihre Reaktionsfähigkeit noch einige Zeit nach der OP eingeschränkt sein. Idealerweise lassen Sie sich deshalb in der Praxis abholen. Die Praxismitarbeiter bestellen Ihnen auch gerne ein Taxi, wenn Sie niemand abholen kann. Bedienen Sie bitte am OP-Tag auch keine Maschinen.

 

Blutung stillen

Sie erhalten von Ihrem Zahnarzt, wenn nötig, einen blutstillenden Tupfer. Üben Sie in etwa eine halbe Stunde leichten Druck auf die Tamponade aus, damit Speichel und Bakterien nicht in die Wunde eindringen und ein verstärktes Nachbluten vermieden wird. Hat die Blutung nach der halben Stunde noch nicht aufgehört, erneuern Sie den Tupfer oder verwenden Sie ein sauberes Stofftaschentuch und üben Sie eine weitere halbe Stunde Druck auf die Wunde aus. Lagern Sie außerdem Ihren Kopf die ersten beiden Tage nach dem Eingriff beim Liegen hoch.

 

Essen

Solange die Betäubung wirkt, sollten Sie nicht essen, da die Gefahr für Bissverletzungen erhöht ist. Nehmen Sie auch keine heißen Getränke zu sich, solange die Betäubung wirkt, da Sie sich verbrennen könnten. Trinken Sie klare Flüssigkeit – z.B. mit einem Strohhalm.

 

Kaffee, Alkohol und Zigaretten

Kaffee, Alkohol sowie schwarzer Tee regen den Kreislauf an und lassen den Blutdruck steigen. Alkohol hemmt zusätzlich die Blutgerinnung. Beides kann Nachblutungen begünstigen. Zigarettenrauch kann die Wundheilung stören - verzichten Sie deshalb in den ersten 48 Stunden auf diese Genussmittel.

 

Kühlen

Um starke Schwellungen zu vermeiden, sollten Sie gleich nach dem Eingriff anfangen, die betroffene Mundpartie vorsichtig zu kühlen. Verwenden Sie hierzu feuchte Umschläge oder wickeln Sie ein Kühlpack in ein Geschirrhandtuch. Kühlen Sie 10 Minuten lang und pausieren Sie dann weitere 10 Minuten. Halten Sie sich mindestens die ersten beiden Tage nach der OP daran. Vermeiden Sie in diesem Zusammenhang auch direkte Sonneneinstrahlung.

 

Erlaubte Lebensmittel

Die ersten Tage nach dem Eingriff ist es empfehlenswert, weiche, nicht zu heiße Kost zu sich zu nehmen. Ideal ist beispielsweise gekochtes, püriertes Gemüse wie Blumenkohl, Spinat oder Kartoffeln. Finger weg von Obstbrei, Fruchtsäften oder scharfen Gewürzen, da die darin enthaltenen Säuren die Wunde reizen könnte.

 

Die richtige Mundhygiene

© diego cervo - fotoliaKühlen ist nach einer Zahn-OP besonders wichtig! (© diego cervo - fotolia)Die ersten 24 Stunden nach dem Eingriff sollten Sie das Wundgebiet nicht reinigen. Spülen Sie nach dem Eingriff nicht den Mund aus. Verwenden Sie Mundwasser frühestens nach zwei Tagen. Nach den ersten 24 Stunden können Sie mit einer weichen Zahnbürste putzen, ohne das Zahnfleisch zu berühren. Die Zähne, die nicht unmittelbar an die Wunde angrenzen, können Sie wie gewohnt gründlich reinigen. Spülen Sie nach jedem Essen den Mund kurz mit Wasser oder Kamillentee aus, damit sich keine Nahrungsreste in der Wunde absetzen und eine Infektion begünstigen können.

 

Schmerzmittel

Sie erhalten von Ihrem behandelnden Oralchirurgen ein Rezept für Schmerzmittel mit auf den Weg. Dabei handelt es sich in der Regel um Ibuprofen, da dieses zusätzlich entzündungshemmend wirkt. Nehmen Sie bitte auf keinen Fall Aspirin oder andere Schmerzmittel auf Acetylsalicylsäure-Basis. Diese wirken blutverdünnend und können Nachblutungen verursachen.

 

Sport, Sauna und Sonnenbaden

Sport und Wärme regen den Kreislauf an. Verzichten Sie die ersten Tage nach der Zahn-OP daher auf Saunagänge, Sonnenbaden und Sport, um Nachblutungen zu vermeiden.

 

Kontrolltermine

Gehen Sie bitte zum vereinbarten Kontrolltermin – und das auch, wenn keine Fäden gezogen werden müssen. Ihr behandelnder Kiefer- oder Oralchirurg kann hierbei gleich erkennen, ob eventuell Wundheilungsstörungen oder Komplikationen aufgetreten sind und sofort etwas dagegen unternehmen. Sollten stärkere Nachblutungen, ungewohnt starke Schmerzen oder Fieber auftreten, rufen Sie sofort Ihren Behandler oder den zahnärztlichen Notdienst an, damit etwaige Komplikationen abgeklärt werden können.

 

Fazit: Verhalten gut, alles gut!

Wenn Sie sich an diese Verhaltensregeln halten, verringern Sie das Risiko einer Nachblutung, Entzündung oder Wundheilungsstörung. Zögern Sie nicht, Ihren behandelnden Oralchirurgen aufzusuchen, wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt. Auf diese Weise können Sie sich bald wieder an Ihrem gesunden Lächeln erfreuen!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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