Wann muss ein Zahnimplantat entfernt werden?

Zahnfleischentzündungen können den Halt des Implantats schädigen, sodass es eventuell entfernt werden muss (© Maksym Yemelyanov - Fotolia)

Ein Zahnimplantat zu entfernen, ist dann notwendig, wenn der Zahnarzt eine Entzündung rund um das Implantat feststellt, die nicht mehr behandelbar ist. Hier spricht man von einer sogenannten Periimplantitis.

Was ist eine Periimplantitis?

Eine Periimplantitis ist eine bakterielle Entzündung, die durch Plaque-Ablagerung auf der Oberfläche des Implantates zu Stande kommt.

Durch die Interaktion der Plaque mit dem körpereigenen Abwehrsystem entsteht zunächst eine oberflächliche Zahnfleischentzündung rund um das Zahnimplantat. Das Zahnfleisch ist rot, schwillt an, schmerzt womöglich und blutet leicht bei Berührung. Diese oberflächliche Entzündung kann durch professionelle Reinigung, Nachsorge und eine adäquate Mundhygiene behandelt werden. Die Entzündung selbst ist reversibel.

Durch Pulverstrahlgeräte mit speziellem Glycinpulver ist es den Dentalhygienikerinnen möglich, bis zu einem gewissen Grad auch die kontaminierten Bereiche unterhalb des Zahnfleisches zu reinigen. Mit einem antibakteriellen Schutzlack und Gel wird die Entzündung der Schleimhaut auf chemische Weise angegangen.

Dem Patienten wird in mehreren Prophylaxesitzungen beigebracht, wie der implantatgetragene Zahnersatz mittels Zahnbürste, Zwischenraumbürstchen und Munddusche perfekt gereinigt werden kann. 

Viele Zahnfleischentzündungen sind schmerzfrei und werden erst durch den Zahnarzt entdeckt (©fotolia-Alexandr Mitiuc)
Besteht die Entzündung weiter fort, greift das Immunsystem die bakterielle Plaque massiv an und zerstört nach und nach das Gewebe um das Implantat. Der Knochen weicht zurück und es entstehen Zahnfleischtaschen, die mit einer Parodontalsonde gemessen werden können.
Im Mund zeigt sich eine Periimplantitis dadurch, dass die Parodontalsonde tief am Implantat in die Zahnfleischtasche sinkt. Es blutet und oft entleert sich auch Eiter.

Dieser Zersetzungsprozess des periimplantären Gewebes muss nicht unbedingt mit Schmerzen einhergehen. Deshalb wird die Periimplantitis fast immer durch den behandelnden Zahnarzt diagnostiziert, ohne dass der Patient etwas von seiner Erkrankung geahnt hätte. Das ist auch der Grund, warum Implantatpatienten regelmäßig an Prophylaxe- und Kontrollterminen teilnehmen sollten.

Wie kann eine Periimplantitis behandelt werden?

Wird eine Periimplantitis frühzeitig erkannt, können die kontaminierten Implantatoberflächen mit Hilfe von Titanbürstchen, Spülungen und Laser behandelt werden. Wirklich effektiv funktioniert die Implantatreinigung nur unter Sicht - das heißt durch ein offenes chirurgisches Vorgehen. In einem zweiten chirurgischen Eingriff kann das Weich- und Hartgewebe um das Implantat herum verbessert und in bestimmten Fällen zumindest teilweise wieder rekonstruiert werden.

Das funktioniert durch Weichgewebstransplantation aus dem Gaumen und Eigenknochen oder Knochenersatzmaterial. Nach heutigem Kenntnisstand liegt die Erfolgsquote der Periimplantitis-Therapie bei ca. 50 %. Deshalb müssen Pro- und Contra-Argumente sehr sorgfältig abgewogen werden. Im Zweifel ist der Patient besser beraten, den Schritt in Richtung Entfernung des Implantates und Neuversorgung zu gehen.

Wann sollte das Implantat entfernt werden?

Ist der Knochen bereits großteils zerstört oder das Implantat gar locker, muss es entfernt werden. Das Implantat wird in der Regel in Lokalanästhesie entfernt. Durch vorsichtige Umfräßung wird es gelockert und herausgenommen. 

Dabei geht zumeist auch viel Knochen und Zahnfleisch verloren. Je früher und atraumatischer ein Implantat entfernt wird, desto geringer ist der Gewebeverlust.

Prinzipiell kann jedes verloren gegangene Implantat ersetzt werden. Allerdings stellt sich die Rekonstruktion verloren gegangener Gewebe vor allem im Front- und Unterkiefer- Seitenzahnbereich als große Herausforderung dar. 

Unter gewissen Voraussetzungen sollte das Implantat entfernt werden um Folgeschäden zu vermeiden (© shironosov - iStock)
Knochen kann mit einer Eigenknochenentnahme aus dem Unterkiefer oder auch durch Ersatzmaterialien wiederaufgebaut werden. Sogar ein dreidimensional gefräßter, auf die Patientensituation perfekt angepasster Knochenersatz ist heute möglich. Ein digitaler Volumentomogramm erzeugt ein dreidimensionales Röntgenbild, mit dessen Hilfe ein Knochenblock passgenau hergestellt werden kann. Dieser wird in einem chirurgischen Eingriff in oder auf den Defekt aufgeschraubt und heilt dann in drei bis sechs Monaten ein. Nach zwei Jahren ist diese Art von Knochenersatz vollständig durch eigenen Knochen ersetzt worden.

Weichgewebe wird in der Regel durch Bindegewebsentnahme aus dem Gaumen rekonstruiert. Auch hier kann auf Ersatzmaterialien zurückgegriffen werden, allerdings ist genau wie beim Knochen auch das körpereigene Gewebe der Goldstandard.

Welche Kosten werden von der Krankenkasse übernommen?

Sämtliche Leistungen, die einen Eingriff am oder rund um ein Implantat beinhalten, sowie sämtliche chirurgische Leistungen zur Vor- oder Nachbereitung des Implantatempfängerbettes sind nicht im Behandlungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse enthalten und werden deshalb über die Gebührenordnung für Zahnärzte abgerechnet.

Bevor die Leistung erbracht wird, wird der Patient durch einen Kostenvoranschlag über die geplante Behandlung informiert.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (26)

Eveline F., 30.10.2021 - 09:37 Uhr

Am 25.10. wurde bei mir ein Implantat entfernt. Ist die Wundheilung abgeschlossen, so dass ich wieder körnchenartige Speisen, wie Mohn, Müsli essen kann?

David S, 22.10.2021 - 12:28 Uhr

Hallo Herr Dr. med. dent. M.Sc. Johannes Wirsing, Ich habe Mitte 2018 zwei Implantate ( 12 + 22 ) in der Front eingesetzt bekommen. Bis Oktober 2020 war alles gut, auch wenn auf dem Röntgenbild das eine Implantat schief sitzt, aber es sitzt. Dann bekam ich ein Knirschschiene eingesetzt (da ich mega knirsche und mein Unterkiefer abgeknirscht ist/wird) und dabei fiel mir die Brücke über den Implantaten raus ( 13 - 24 )! Sie wurde mehrfach provisorisch / halb provisorisch eingesetzt, aber fiel wieder raus. Hinten hatte ich dann eine Kante und Vorne zum Kieferleichte Löcher schon zu sehen, als ob sie nicht passend mehr sitzt. Ich bekam einen Frontkieferschmerz und keiner weis woher dieser Schmerz kommt. Ich hatte dann das Gefühl das sie nicht mehr 100% sitzt und vielleicht Druck aufbaute und dies über Monate. Dadurch denke ich , habt sich im Oberkiefer eingenistet ( Schmerz )! Diese Brücke hatte dann auch keinen richtigen halt mehr, da auch das letzte Stück (24) nur noch als Stützte ohne Zahn drunter war, sie wurde 6 Monate später erneuert! Laut Röntgenbild sagt mein Arzt, sieht man keine Entzündung um den Implantaten. Der Schmerz muss woanders her kommen! Es könnte sein, da ich seit 1 Jahr auf der Seite 23 - 27 keine Zähne z.Zt. mehr habe ( bekomme 25+27 Implantate mit Brücke nach Vorne im November ), das durch dem Druck , den nicht ordnungsgemäßen Biss, ein Schmerz in der Front kam. Ich bekomme Kiefergymnastik, aber nach 9x noch keine Besserung ! Da wo z.Zt. keine Zähne sind ist auch ein Schmerz seit Jahren im Kiefer ( war da als Zähne da waren und wo keine da waren, auch ), aber besser aus zu halten als in der Front der nun 11 Monate durchgehend da ist. Woher könnte der FRONTKIEFERSCHMERZ kommen ? Durch fehlenden richtigen Biss und Falschbelastung? Durch defekte Implantate ? Durch Überbelastung in der Front, da im Bereich 23-27 keine Zähne z.Zt. sind? Ach ja, wenn ich Essen , Trinke oder den Kiefer bewege mit Bonbons lutsche , ist der Frontschmerz fast weg ! Danke vorab für die Antwort MfG

Maximilian N., 21.07.2021 - 18:30 Uhr

Wie gut verheilt das kaputte Gewebe bei einer Entnahme des Implantate?

Elke E., 07.07.2021 - 18:06 Uhr

Wer kommt für die Kosten eines nicht ordnungsgemaessen Implantates auf. Der Zahnarzt oder der Patient?

Marta, 30.05.2021 - 10:26 Uhr

Hallo Alexander, auch ich habe das gleiche Problem und stehe vor der Entscheidung, sie rauszunehmen. Meine Beschwerden sind massiv (Pochen, Kopfschmerzen, leichte Schwellung der Backe, rotes Gesicht...) aber keiner findet die Ursache. Ich bin einfach nur verzweifelt. Hast du die Implantate mittlerweile rausgenommen? Viele Grüße Marta

Alexander, 17.04.2021 - 18:22 Uhr

Guten Tag, ich habe zwei Implantate im Oberkiefer links, Regio 25 und 27. Seit ich diese bekommen habe, habe ich Beschwerden (linke Gesichtshälfte). War bereit bei verschiedenen Ärzten (Kieferchirurgen). Man findet nichts auffälliges. Möchte mir die Implantate entfernen lassen. Habe Angst, daß danach noch größere Probleme auftauchen. Können Sie mir einen Rat geben?

Judith R., 29.03.2021 - 00:06 Uhr

Habe eine Teilprothese im Oberkiefer bekommen. Sobald diese eingesetzt wird entsteht nach ca. 15 min. ein unerträglicher Schmerz der vom Nasenflügel über den Backenknochen bis ins Ohr zieht. Arzt sagt wäre Gewöhnungsphase. Lebe jetzt seit 3 Monaten mit 3x täglich Metamizol-Natrium Tropfen, kann auch nur noch undeutlich sprechen. Ist das wirklich normal? Ich bin sehr verzweifelt.

Antwort von Dr. med. dent. M.Sc. Johannes Wirsing, verfasst am 30.03.2021

Sehr geehrte Frau R. Eine Gewöhnungsphase unter Dauerschmerz ist nicht normal. Implantate geben nicht nach. Wenn die Teilprothese nur unter Spannung eingegliedert werden kann, so entsteht u. U. ein massives Druckgefühl, dass durch die Implantate auf den Knochen übertragen wird. Im Gegensatz zu einer zahngetragenen Prothese , sollte bei implantatgetragenem Zahnersatz ab der ersten Minute Spannungsfreiheit herrschen . Ansonsten ist irgend etwas im Herstellungsprozess schief gelaufen. Eine weitere Möglichkeit kann auch eine starke Druckstelle sein. Diese lässt sich ohne Probleme diagnostizieren und entfernen! Alles Gute Mit freundlichen Grüßen Dr. J. Wirsing MSc.

Mourice, 21.02.2021 - 13:46 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr Wirsing, mir wurde im Juli 2020 ein Implantat gesetzt, jetzt merke ich öfters einen leichten Druck beim Kauen. Auf den Röntgenbildern (November 2020 & Jänner 2021) sieht es auf dem ersten Blick normal aus, zoomt man jedoch ran, ist zu erkennen, dass das Implantat auf einmal verstärkt zur rechten Seite geneigt ist. Mein Implantologe meint, es sei alles ok, jedoch habe ich da meine Zweifel. Kann es sein, dass sich das Implantat verschoben hat, falls ja, ist eine Explantation nötig? (Bei mir war kein Knochenaufbau nötig.) Vielen Dank im Voraus

Antwort von Dr. med. dent. M.Sc. Johannes Wirsing, verfasst am 25.02.2021

Sehr geehrter Herr Mourice, ob ein Implantat gelockert oder nicht richtig eingeheilt ist, lässt sich nicht immer alleine durch das Röntgenbild feststellen. In manchen Fällen ist das Implantat korrekt im Knochen, aber die oben aufgeschraubte Krone gelockert. In diesem Fall müsste nur die Krone wieder neu befestigt werden. Sofern Sie Ihrem derzeit behandelten Zahnarzt/ Implantologen nicht vertrauen, rate ich Ihnen eine unabhängige Zweitmeinung in einer auf Implantologie spezialisierten Praxis einzuholen. Verschieben kann sich ein Implantat definitiv nicht, da es fest mit dem Knochen verwachsen ist. Ist röntgenologisch sichtbar, dass das Implantat nicht mehr an der selben Stelle steht, sondern verwandert ist, ist es definitiv gelockert und damit nicht erhaltungswürdig und muss entfernt werden. Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit weiterhelfen, Mit freundlichen Grüßen, Dr. Johannes Wirsing

Nadi S., 15.06.2019 - 21:53 Uhr

Sehr geehrte Herr Wirsing, Bitte nochmal konzentriert durchlesen, um zu verstehen, um was es geht.

Antwort von Dr. med. dent. M.Sc. Johannes Wirsing, verfasst am 18.06.2019

Sehr geehrte Frau S., gerne schaue ich mir Ihre Röntgenbilder an, allerdings sollten Sie mir dazu auch nochmals detailierte Hintergrundinfo liefern ( Datum Chirurgie, Datum Röntgenaufnahme, evtl. Risikofaktoren, Knochenaufbau ja/nein, Übergangsversorgung). Bitte nutzen Sie dazu meine offizielle E-Mail Adresse! Mit freundlichen Grüßen, Dr. Johannes Wirsing MSc.

Nadi S., 15.06.2019 - 14:01 Uhr

Sehr geehrte Dr. Wirsing, herzlichen Dank für Ihr schnelle Antwort. Ich werde beruhigt sein ,falls Sie sich Zeit nehmen, meine Röntgenbilder anzusehen. Darf ich Ihnen als Anhang Röntgenbilder an Ihre Praxis senden? Nochmal 1000 Dank MfG Nadi S.

Nadi S., 14.06.2019 - 14:22 Uhr

Moin, ich habe am 15.05.2019 UK 4 Implantate Straumann BLT Oberfläche SLA eingesetzt . Nach Röntgenaufnahme hab gesehen das 3 von 4 Implantate 1 bis 1,5 mm über den Knochen rauskuckt, Der Implantologe meinte es ist ok... Müssen die Implantate noch tiefer eingesetzt werden ??oder ist normal wie der implantologe sagt. Ein Röntgen Bild ist vorhanden. Bitte helfen Sie mir bevor die Zähne eingesetzt werden. Danke in voraus

Antwort von Dr. med. dent. M.Sc. Johannes Wirsing, verfasst am 15.06.2019

Sehr geehrte Frau S. Sogenannte Straumann Bone Level Implantate werden so eingesetzt, dass der Knochen bündig mit der Implantatschulter abschließt. Hat sich der Knochen nach Einheilzeit um , wie Sie sagen 1- 1,5 mm bereits zurückgezogen, so kann dies verschiedene Ursachen haben. Z.B. ein Provisorium, dass darüber „ gescheuert“ hat, und/oder das darüberliegende Zahnfleisch ist zu dünn. Auch Angewohnheiten wie Rauchen können schon während der Einheilphase für Knochenverlust sorgen. Sofern die Implantate aber stabil eingeheilt sind, und das Zahnfleisch darum korrekt positioniert wurde, würde ich mir hier keine Sorgen machen. Auch wenn die Vorraussetzung hier nicht ganz perfekt ist, kann mit guter Pflege und richtiger professioneller Nachsorge ein langfristig gut funktionierender Zahnersatz etabliert werden. Mit freundlichen Grüßen Dr. Johannes Wirsing MSc.

Jochen R., 04.04.2019 - 19:23 Uhr

An Jameda, sehr geerhte Damen und Herren, es gab vor einigen Monaten eine Meldung, dass einige Firmen Implantate mit so einer schlechten Qualität lieferten, dass sie nach dem Einsetzen wieder aufwendig entfernt werden mussten. Könnten Sie mir bitte freundlicherweise die Firmen nennen, die solche Produkte vertreiben??? Ich muss nämlich checken, ob mir selbst von einer dieser Firmen ein Implantat eingesetzt wurde. Vielleicht können Sie mir auch einen Hinweis geben, auf welcher Webseite diese Informationen veröffentlicht wurden (z.B. Stiftung Warentest?). Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank im Voraus Jochen R.

Ursula H., 24.02.2019 - 21:12 Uhr

Hallo, ich habe vor 2 Jahren ein sogenanntes Replicate Implantat bekommen. Es schmerzte immer wieder mal und an der Seite im Zahnfleisch ist eine sogenannte kleine Tasche, die hin und wieder blutete. Erst war es lt. Nachuntersuchungen trotzdem in Ordnung, doch jetzt heißt es plötzlich, lt. Röntgenbild Periimplantitis und der Zahnarzt meinte, das Implantat müsse raus. Es könne der Knochenabbau soweit fortschreiten, dass die Nachbarzähne in Mitleidenschaft gezogen werden. Das Implantat hat mich sehr viel Geld und sehr viel Zeit gekostet und ich habe nach dieser kurzen Zeit nicht schon wieder Lust auf eine langwierige kostenintensive Behandlung. Ich würde am liebsten einfach abwarten und schauen, ob der Zahn von alleine rausfällt. Was ist die schlimmste Komplikation, die mir passieren kann, wenn ich abwarte? Stimmt es, dass auch die Nachbarzähne ausfallen können? Vielen Dank Mit freundlichen Grüßen Ursula H.

Antwort von Dr. med. dent. M.Sc. Johannes Wirsing, verfasst am 25.02.2019

Sehr geehrte Frau H. mit Replicate Implantaten habe ich keine Erfahrung. Dennoch gilt prinzipiell, dass eine Periimplantitis behandelt werden sollte. Eine bakterielle Infektion im Kieferknochen gehört einfach nicht in den Körper. Ob das Implantat entfernt werden muss, kann ich Ihnen ohne Röntgenbild definitiv nicht sagen. Der Zahnhalteapparat der Nachbarzähne kann durch den trichterförmigen Knocheneinbruch rund um das Implantat beeinträchtigt werden. Das die Nachbarzähne deshalb ausfallen halte ich eher für unwahrscheinlich. Was in Ihrem Fall früher oder später passieren wird, ist, dass Ihnen das Implantat locker wird und ausfällt. Dies kann mit oder ohne Schmerzen einher gehen. Eventuell entsteht ein Abszess, welcher dann u.U. antibiotisch behandelt werden muss. Viel mehr wird i. d. Regel nicht passieren. Dennoch würde ich Ihnen dazu raten, die Infektion im Rahmen einer Periimplantitistherapie behandeln zu lassen. Meine Patienten bekommen auf meine Arbeit 4 Jahre Garantie, sofern die Regeln der Nachsorge und Reinigung eingehalten werden. Aus diesem Grund würden bei mir auch keine Kosten für die Nachbehandlung anfallen. Ich hoffe, Sie finden den für Sie richtigen Weg, Mit freundlichen Grüßen Dr. Johannes Wirsing MSc.

R. Gebauer, 20.02.2019 - 17:56 Uhr

Hallo habe vor Jahren zwei Implantate im Oberkiefer bekommen. Man hatte mir eine doppelkrone darauf gesetzt. Und irgendwann nach Jahren war eine Entzündung drunter. Dann hatte ich mir Rat geholt .Man hatte mir die Kronen und alles notwendige gemacht und zwei einzelkronen drauf gesetzt. Aber trotzdem sehr eng zum putzen. Jetzt so ungefähr 3 oder 4 Jahre her fängt es wieder an zu bluten. Ich Bitte sie höflichst was würden sie tun ? Und welchen Guten Arzt können sie mir empfehlen wenn das Implantat raus muss? Kann es auch sein dass ich davon Kopfschmerzen bekommen kann ? Mit freundlichen grüßen R. Gebauer

Antwort von Dr. med. dent. M.Sc. Johannes Wirsing, verfasst am 25.02.2019

Sehr geehrter Herr Gebauer, wenn Implantate zu dicht beieinander gesetzt wurden, ist das Reinigen unter Umständen sehr schwierig. Ein regelmäßiger Besuch der professionellen Zahnreinigung und eine sehr intensive Mundhygiene zu Hause ist absolut unumgänglich. Sie können hier für zu Hause auf verschiedene Mundhygieneartikel wie z.B. eine Munddusche (z.B. Water Pik ) mit kurzzeitiger Chlorhexidin 0,1% Spülung ( max. 2 Wochen anwenden !) und Zahnzwischenraumbürstchen zurückgreifen. Des Weiteren ist die Optimierung des Weichgewebes um die Implantate herum sehr wichtig. Die Schaffung befestigter, dicker Schleimhaut um Implantate herum ist wichtig, damit sie diese auch richtig reinigen können . Hier kann Ihnen am besten ein Fachzahnarzt für Parodontologie weiter helfen. Sollte es zum Schlimmsten kommen und eines der Implantate entfernt werden, so würde ich Ihnen hier einen zertifizierten Implantologen oder Oralchirurgen empfehlen. Kopfschmerzen sind eher ein Anzeichen von Knirsch- und Pressattacken die zur Überlastung des Systems führen und Spannungskopfschmerzen auslösen können. Ich hoffe, ich konnte weiter helfen, Mit freundlichen Grüßen Dr. Johannes Wirsing MSc.

Susanne M., 28.01.2019 - 17:46 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe folgendes Problem: Es betrifft Zähne 23-27, Zahn 26 wurde entfernt, Zahn 27 ist gesund und Zähne 23 -25 bilden eine vorhandene Brücke (Zahn 24 ist Brückenglied). Mein Zahnarzt schlug eine neue Brücke mit 3 Kronen (23,25,27) und 2 Brückengliedern(24,26) vor. Von einem Implantat (Zahn 26) wurde mir wegen zu geringer Knochensubstanz abgeraten Welche Alternativen gibt es, um das notwendige Abschleifen für Vollkronen, eines gesunden Zahnes (27) und der bereits überkronten Zähne(23,25) zu vermeiden? Ist die sogenannte SDA-Technik anwendbar? Mit freundl. Grüßen Susanne M.

Antwort von Dr. med. dent. M.Sc. Johannes Wirsing, verfasst am 29.01.2019

Sehr geehrte Frau M. eine Implantation im Oberkiefer Seitenzahnbereich ist durch einen Knochenaufbau in der Kieferhöhle ( interner/externer Sinuslift) fast immer möglich! Ist die Brückenkonstruktion 23-25 soweit in Takt, würde ich zum Implantat raten und Ihnen empfehlen, einen Spezialisten für Implantate und Knochenaufbau zur Zweitmeinung zu konsultieren. Auch eine dreidimensionale Aufnahme, ein sog. digitales Volumentomogramm ( DVT ) kann Aufschluss über den vorhandenen Knochen und damit die Möglichkeit und Grenzen einer Implantatversorgung aufzeigen. Eine Rekonstruktion des Zahnes 26 mittels SDA- Technik ist meines Erachtens nicht möglich. Dafür müsste eine geklebte Brücke an Zahn 27 befestigt werden. Dies kann Mittel der Wahl im Frontzahnbereich zum Ersatz eines Zahnes sein, nicht jedoch im Seitenzahnbereich. Hier ist die Belastung für eine solche Rekonstruktion zu hoch um einen Langzeiterfolg zu garantieren. Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiter helfen.. Mit freundlichen Grüßen Dr. Johannes Wirsing MSc.

Anja L., 29.06.2018 - 09:31 Uhr

Guten Tag, bei mir ist gestern ein Implantat im Frontzahnbereich entfernt wurden, nach dem eine Entzündung mit Absonderung von Eiter einherging. Der Eingriff verlief bis jetzt gut, einen gewissen Wundschmerz toleriere ich. Meine Frage nun: wie soll die Entzündung jetzt abheilen ohne Antibiotika oder haben sie Verhaltensregeln für mich als Patient? Ist es überhaupt sinnvoll an diese Stelle nach ein paar Monaten ein erneutes Implantat zu setzen? Vielen Dank für Ihre Auskunft

Antwort von Dr. med. dent. M.Sc. Johannes Wirsing, verfasst am 02.07.2018

Die Entzündung am Implantatbett entsteht durch Auflagerung von Bakterienbelägen auf der Titanoberfläche, die das körpereigene Abwehrsystem bekämpft. Dabei kommt es zu Schwellung, Blutung und Eiterung. Dies ist eine körpereigener Abwehrmechanismus, um ein Eindringen der Bakterien in den Körper zu verhindern. Wird das kontaminierte Implantat entfernt, hat das Immunsystem keinen Gegner mehr und die Wunde kann auch ohne Antibiotika abheilen. Sofern bei Ihnen die Allgemeingesundheit nicht durch systemische Erkrankungen oder die Wundheilung durch spezielle Medikamente herabgesetzt ist, steht einer erneuten Implantation prinzipiell nichts im Wege. Ob dieser Eingriff auch Sinnvoll ist, lässt sich nur durch die genaue Analyse Ihrer Situation fest stellen. Mit freundlichen Grüßen J. Wirsing

Helmut S., 02.11.2017 - 17:32 Uhr

Gibt es eine Sonderputzmetode für Implantate? Wie viel Jahre kann ein lmplantat halten? Im voraus Danke

Antwort von Dr. med. dent. M.Sc. Johannes Wirsing, verfasst am 08.11.2017

Die tägliche Mundhygiene sollte sowohl die Reinigung mittels Zahnbürste ( händisch oder mittels elektrischer Zahnbürste) als auch die Zahnzwischenräume umfassen. Diese können am besten mittels Zahnzwischenraumbürstchen oder spezieller Munddusche gereinigt werden. Zahnseide ist eher nicht zu empfehlen, da die Handhabung Übung und Geschick erfordert und die Reinigungsergebnisse in größeren Zwischenräumen eher mäßig sind . Die Haltbarkeit eines Implantates hängt von vielen Faktoren ab. Der Implantologe muss das Implantat nach wissenschatlich korrekter Weise setzten und versorgen. Bereits hier können viele Fehler entstehen. Des Weiteren hängt die Haltbarkeit sehr von der Pflege durch den Patienten und die Nachsorge und Prophylaxe durch die betreuende Praxis ab. Auch die Allgemeingesundheit spielt eine große Rolle. Faktoren wie Rauchen oder eine nichtbehandelte Parodontitis sind ebenfalls große Risikofaktoren. Implantate können prinzipiell ein Leben lang halten. In der Regel geht man aber von einer Lebensdauer von 12- 15 Jahren aus. Statistiken zufolge sind nach 10 Jahren noch 85-90% aller gesetzten Implantate funktionstüchtig.

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