Mini-Implantate als billiger Zahnersatz: Alles über Indikationen, Vorteile und Erfolgsraten

Herr Steinker

von
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©fotolia-44252374-contrastwerkstattMini-Implantate eignen sich hervorragend für die Behandlung von zahnlosen Kiefern (©fotolia-44252374-contrastwerkstatt)Mini-Implantate sind aus der aktuellen zahnärztlichen Implantologie nicht mehr wegzudenken. Insbesondere bei der Fixierung von Totalprothesen aufgrund von Zahnlosigkeit zeigen die durchmesserreduzierten Implantate sehr gute Resultate. Der Eingriff ist weniger aufwendig als die Implantation einer Standardversorgung, weshalb es seltener zu postoperativen Komplikationen kommt.

In der Regel reicht ein Termin aus, um die Implantate einzusetzen und eine sofortige Belastbarkeit herzustellen. Die kürzere Behandlungsdauer trägt zur Kostensenkung bei – das ist vor allem ein Vorteil für diejenigen Patienten, die auf eine günstige Versorgung angewiesen sind.
 

Für wen eignen sich Mini-Implantate?

Die Hauptindikation für Mini-Implantate sind schlecht sitzende Prothesen bei zahnlosen Kiefern. Im Unterkiefer sind vier und im Oberkiefer sind sechs Mini-Implantate notwendig, um eine Totalprothese zu fixieren. Anhand von Kugelköpfen, die sich im Gummiring der Prothese verankern lassen, wird die Stabilität beim Kauen und Sprechen erhöht.

Ältere Patienten mit wenig Knochenangebot, die bereits unter mehreren Erkrankungen leiden oder Angst vor aufwändigen Behandlungen haben, sich aber trotzdem eine festsitzende Versorgung wünschen, profitieren ebenfalls von Mini-Implantaten.

Durchmesserreduzierte Implantate können auch dann eingesetzt werden, wenn nur wenig Kieferknochen vorhanden ist – ganz ohne Knochenaufbau. Dank des minimalinvasiven Eingriffs verläuft die Wundheilung schneller als bei der Versorgung mit Standardimplantaten.
 

Die Vorteile auf einen Blick

  • Implantate ohne Schmerzen und ohne große OP
  • festsitzende Prothese
  • keine schmerzhaften Druckstellen
  • einfache Reinigung
  • geringe Kosten

Erfolgsraten mit konventionellen Implantaten vergleichbar

©fotolia-78124891-KzenonDie Versorgung mit Mini-Implantaten verläuft schmerzfrei (©fotolia-78124891-Kzenon)Die Überlebensrate von Mini-Implantaten ähnelt den Ergebnissen der Standardmodelle: Laut einer Studie waren bei den untersuchten Patienten nach 12 Jahren immer noch 92 % der Mini-Implantate intakt.

Um die Funktionstüchtigkeit der Versorgung zu erhalten, ist allerdings die Mitarbeit des Patienten erforderlich. Die Implantatkugelköpfe und die Prothese sollten regelmäßig gereinigt und kontrolliert werden.

Wichtig ist auch, einen Implantologen mit einschlägiger Weiterbildung und viel Erfahrung mit verschiedenen Implantatsystemen zu wählen - so halten Sie die Risiken möglichst gering!
 

Fazit

Obwohl Mini-Implantate in den USA schon seit über 40 Jahren eingesetzt werden, sind viele deutsche Zahnärzte immer noch skeptisch.

Tatsächlich können Mini-Implantate konventionelle Modelle nicht ersetzen – sie kommen vor allem bei bestimmten Indikationen in Betracht, bei denen sie eine sinnvolle Alternative zu Standardimplantaten darstellen.

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Kommentare zum Artikel (1)


24.03.2017 - 11:54 Uhr

Seit Wochen bin ich auf der Suche nach Zahnärzten...

von Wolfgang Martin R.

... im Raum Osnabrück, die dezidiert durchmesserreduzierte Mini-Implantate setzen, um eine Prothese zu fixieren. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass man mehrere Kosteneinsparungen addieren könnte : Prothese im Ausland fertigen lassen, z.B. in China, Implantate in Israel o.a.O. usw. Nur findet sich kaum ein Zahnarzt, der derart kostengünstige Lösungen anbietet. Nach meiner Berechnung müsste eine Prothese für den Oberkiefer für ungefähr 500 Euro zu kriegen sein, ein Mini-Implantat für etwa 450 Euro, wovon ich 6 haben müsste.Insgesamt kämen somit etwa 3200 Euro auf mich zu, wovon die BEK voraussichtlich die Behandlungskosten und die günstige Prothese übernehmen würde. Warum kriegt das keiner hin ?


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