Was alles hinter Zahnschmerzen stecken kann

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© Carlos Caetano - fotolia.com© Carlos Caetano - fotolia.comKaries, Parodontitis, Nasennebenhöhlenentzündungen, Herzinfarkt: Zahnweh kann viele Ursachen haben. Was im Notfall hilft und wie man am besten vorbeugt ...

Als wären Zahnschmerzen nicht schon ärgerlich genug, so quälen sie uns erfahrungsgemäß besonders oft an Wochenenden oder Feiertagen. Kommt noch eine geschwollene Backe hinzu, so ist die schönste Feiertagslaune gründlich verdorben. Wer nicht zu Schmerzmitteln greifen möchte, der kann versuchen, durch alte Hausmittel, wie etwa das Kauen von Gewürznelken oder das Auflegen eines Eisbeutels, die Qual zu lindern. Lassen die Schmerzen nicht innerhalb einiger Stunden nach, so sollte der Zahnarzt (oder der zahnärztliche Notdienst) aufgesucht werden, um eine vorübergehende Schmerzlinderung zu erzielen.

Häufigster Auslöser für Zahnschmerz ist Karies. Bakterien in der Mundhöhle verwandeln Zucker, den wir mit der Nahrung aufnehmen, in schädliche Säure. Diese zerstört den Zahnschmelz. Der schützende Mantel ist weg, so dass der Zahnnerv prompt auf Reizungen wie Hitze oder Kälte reagiert. Was hilft? Regelmäßiges Zähneputzen beseitigt Bakterien. Außerdem ist auch eine gesunde Ernährung wichtig: Statt süßer Limonaden besser ungesüßte Tees oder Wasser trinken. Wichtig sind zudem halbjährliche Kontrollen, um Kariesbildung im Anfangsstadium zu erkennen.

Eine weitere Ursache für Zahnschmerzen sind Entzündungen des Zahnnervs. Sie gefährden nicht nur die betroffenen Zähne, sondern führen im schlimmsten Fall sogar zu krankhaften Veränderungen des Herzens oder anderer innerer Organe. Was hilft? Eine Wurzelkanalbehandlung löst das Problem, wenn auch meist nur für begrenzte Zeit. Dabei wird der Wurzelkanal mit feinen Instrumenten und desinfizierenden Spülungen gereinigt und anschließend bakteriendicht verschlossen. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt: Sind die Zähne bereits massiv geschädigt, so macht auch eine Wurzelkanalbehandlung keinen Sinn mehr.

Viele Menschen haben sehr kälte- und hitzeempfindliche Zähne. Der Grund: Mit zunehmendem Alter bildet sich das Zahnfleisch zurück und die Zahnhälse liegen frei. Verschiedene Reize haben es da leicht an den Zahnnerv zu gelangen. Was hilft? Bewährt haben sich Spezialzahnpasten, die die Zähne versiegeln und die Beschwerden beseitigen oder zumindest erheblich lindern.

Zahnweh durch chronische Entzündungen
Hinter Zahnschmerzen verbirgt sich häufig auch Parodontitis. Ursachen sind schlechte Mundhygiene, Rauchen oder genetische Prädisposition und Allgemeinerkrankungen. Die chronische Entzündung des Zahnfleischs führt langfristig zur Lockerung der Zähne. Betroffen sind fast ausschließlich Menschen über 35. Alarmzeichen sind Rötungen, Schwellungen und Blutungen am Zahnfleisch. Dies spricht fast immer für eine Entzündung des Zahnfleischs (Gingivitis) oder Zahnhalteapparates (Parodontitis). Was hilft? Lautet die Diagnose Parodontitis, so entfernt der Zahnarzt die schädlichen Zahnbeläge (Plaque) und reinigt die Zahnfleischtaschen. Ein grundsätzliches Problem liegt in der frühzeitigen Diagnose: Kommt der Patient nicht regelmäßig zur Vorsorge, wird die Parodontitis durch ihren schleichenden Verlauf erst spät erkannt.

Auch Nasennebenhöhlenentzündungen können eine Ursache für Zahnschmerzen sein. Meist kommen eine verstopfte Nase, Schnupfen und ein Druckgefühl an Stirn hinzu. Eine Sinusitis, so der medizinische Fachbegriff, tritt vermehrt in Verbindung mit Erkältungen auf. Durch Schnupfen schwellen die Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen an und die Öffnungen zur Nase werden eingeengt. Was hilft? Salzhaltige Nasenspülungen reinigen die Schleimhaut von Sekret und führen zum Abschwellen der Schleimhäute. Das Inhalieren mit Kamille wirkt entzündungshemmend und sorgt für eine freie Nase.

Wenn das Herz Zahnschmerzen auslöst
In seltenen Fällen sind Zahnschmerzen Vorboten eines Herzinfarkts. Enge im Brustkorb, Atemnot und starke Schmerzen, die bis in den Unterkiefer, in die linke Schulter oder den linken Arm strahlen, können Symptome dafür sein. Was hilft? Bei den genannten Alarmzeichen immer sofort den Notarzt alarmieren.

Der Verlust eines einzigen Zahns oder eine Fehlstellung der Zähne kann dabei nicht nur Zahnschmerzen auslösen, sondern weit reichende Folgen für die gesamte Körperstatik haben. Möglich sind Kopf-, Nacken-, Rücken-, Ohren- oder Gelenkschmerzen, aber auch Schwindel und. Experten sprechen in diesen Fällen von einer Cranio-Mandibulären-Dysfunktion (CMD).

Was letztendlich Auslöser der Zahnschmerzen ist - sei es eine CMD, Karies, Erkältungskrankheiten oder eine ausstrahlende Migräne - kann nur der Zahnarzt klären. Dank gezielter Behandlung verschwinden die Beschwerden in der Regel schnell - und Schlimmeres wird gegebenenfalls verhindert.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


13.03.2016 - 13:55 Uhr

Ich wollte eigentlich wissen, ob Zahnschmerzen...

von Iris L.

... auch vom Rücken kommen können und nicht umgekehrt. Mit freundlichem Gruß, Iris L.


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