Was ist der Unterschied zwischen einer Gingivitis und einer Parodontitis? Risiken & Behandlung

Eine unbehandelte Parodontitis kann weitreichende Folgen mit sich bringen. (© STUDIO GRAND OUEST - fotolia)

Ist nicht beides eine Zahnfleischentzündung?

Gingivitis ist eine reine Zahnfleischentzündung ohne Beteiligung des Zahnhalteapparats. Bei einer Parodontitis hingegen ist das gesamte Gewebe, das den Zahn umgibt, betroffen. Hierbei wird auch der eigene Kieferknochen angegriffen.

Gingivitis entsteht durch Ablagerungen einer Plaque am Zahnhals, welche durch schlechte Mundhygiene verursacht wird. Die Plaque enthält Bakterien, die schädliche Stoffe wie z. B. Säure produzieren können. Das entzündete Zahnfleisch macht sich durch Schwellung, Rötung oder Blutung bemerkbar.

Wenn die Gingivitis nicht behandelt wird, entsteht die Parodontitis. Fast 80 % der Bevölkerung ist von einer Parodontitis betroffen. Viele Betroffene wissen es nicht einmal. Daher ist es sehr wichtig, dass der Zahnarzt bei der Routinekontrolle auch das Zahnfleisch beurteilt.

Parodontitis kann man sicherlich frühzeitig erkennen und behandeln, sodass keine großen Folgen entstehen wie z. B. Zahnfleischrückgang, Zahnverlust durch lockere Zähne, Knochenabbau etc.

Welche Risikofaktoren gibt es für die Parodontitis?

Das Rauchen stellt ein großes Risiko für die Parodontitis dar. Weitere Faktoren sind zum Beispiel Diabetes mellitus, Schwangerschaft, das Alter, Immunschwäche, Karies, Zähneknirschen oder Vitaminmangel, vor allem Vitamin C. Patienten, die Bluthochdruck haben, haben häufig ein stark geschwollenes Zahnfleisch, da in den meisten Fällen das Medikament Amlodipin eingenommen wird. Parodontitis kann auch genetisch bedingt sein.

Die PsycheStress und das soziale Umfeld spielen ebenfalls eine Rolle. Wie oben beschrieben, spielen auch die Mundhygiene und die Art der Bakterien eine Rolle, die bei jedem Menschen unterschiedlich in der Mundhöhle vorhanden sind. Zusammengefasst ist die Parodontitis eine multifaktorielle Erkrankung.

Wie therapiert man eine Parodontitis?

Es ist jedem Patienten zu empfehlen, regelmäßig zur Zahnreinigung zu kommen. Diese Regelmäßigkeit kann einmal, zweimal oder drei bis viermal im Jahr sein. Bereits bei einer Gingivitis sollte man früh genug reagieren und nach der Ursache schauen. Eine weitere Möglichkeit ist, die Zahnreinigung in kürzeren Intervallen einzuhalten, damit die Gingivitis zusammen mit dem Patienten bekämpft wird. Es reicht nicht aus, nur zur Zahnreinigung zu kommen, sondern der Patient muss auch Bereitschaft zeigen und zu Hause gut mitarbeiten.

Wenn die Parodontitis aber schon vorliegt, ist es zu empfehlen, die geschlossene Parodontitistherapie durchführen zu lassen, die man sich als tiefreichende Zahnreinigung vorstellen kann. Nach der abgeschlossenen Therapie sollte der Zahnarzt das Zahnfleisch beobachten und falls erforderlich weitere Maßnahmen ergreifen wie z. B. offene Parodontitistherapie. Sie kann auch lokal an stark geschwächten Zähnen erfolgen. Hierbei werden das Zahnfleisch aufgeklappt und der Zahn und der umgebende Knochen unter Sicht saubergemacht. Es sind auch weitere chirurgische Maßnahmen möglich, die aber individuell empfohlen werden.

Der größte Fehler eines Parodontitis-Patienten ist es, nach einer Parodontitisbehandlung zu denken, dass diese Krankheit vorbei ist. Dieser Gedanke ist falsch. Wenn einmal Parodontitis diagnostiziert wurde, hat man sie lebenslang und sollte sich im Laufe des Alters auch immer von einem Zahnarzt untersuchen lassen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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