Was ist Laserzahnmedizin?

Herr Hamann

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© WavebreakMediaMicro - FotoliaLaserzahnheilkunde kann bei Karies, Bleaching und Parodontitis zum Einsatz kommen (© WavebreakMediaMicro - Fotolia)Die meisten denken, dass bei der Laserbehandlung mit Hitze geschnitten wird. Dem ist aber in der Regel nicht so. Meist wird eine sogenannte Interaktion zwischen dem Laserstrahl und dem Gewebe genutzt. Aber wie geht das? 

Wie Laser die Wellenlängen des Lichts nutzen

Ich erkläre das mal so, um das Prinzip klar zu machen, auch wenn es physikalisch nicht ganz richtig ist: Wenn man das hohe C singt, so kann man ein Glas zum Schwingen bringen. Das liegt an der Frequenz, mit der man singt. Wenn man tiefe Töne benutzt, wie zum Beispiel die Bässe in der Disco, wackeln die Wände und man spürt den Bass in der Brust.

Sogenannte Resonanzkatastrophen finden statt, wenn zum Beispiel der Wind mit einer bestimmten Frequenz bläst und die Brücke zum Einsturz bringen kann.

Ähnlich ist es beim Laser, nur ist es hier nicht die Frequenz des Tones, sondern die Wellenlänge des Lichts, mit der er das Gewebe anregt. Anregen heißt zum Beispiel:

  • abtragen
  • zerschneiden
  • Gewebe in der Heilung stimulieren
  • Bakterien töten ohne Schädigung des gesunden Gewebes
  • bleichen
  • anrauen

Das geschieht in der Regel ohne oder mit wenig Hitze. Zur Veranschaulichung: Bei einem Schnitt mit einem Diodenlaser oder den meisten Gaslasern muss man mit Hitze arbeiten, aber bei speziellen Gas- oder Festkörperlasern schneidet man mit der sogenannten Ablation. Das bedeutet, dass Körpergewebe entfernt wird. Und hier liegt das Geheimnis der Lasermedizin!

 

Verschiedene Laser für unterschiedliche Behandlungen

Es gibt verschiedene Laser, mit denen man Gewebe anregen und bearbeiten kann. So gibt es Gas-, Festkörper-, Farbstoff- und Diodenlaser in verschiedenen Wellenlängen. Ein Zahnarzt braucht also verschiedene Laser, um verschiedene Therapien anbieten zu können.

So kann er zum Beispiel mit Diodenlasern Wurzelkanal- und Parodontitisbehandlungen unterstützen, kleinere Schnitte im Weichgewebe durchführen und Aphten und Herpes etwas schneller zum Abklingen bringen.

Um dagegen Karies ohne Röntgenbilder zu diagnostizieren, benötigt man einen anderen Diodenlaser. Zum Bearbeiten von Knochen oder Zähnen geht nichts ohne einen Festkörper- oder einen speziellen Gaslaser. Zum Aushärten von Kunststoffen gäbe es auch einen Speziallaser. Um es nicht zu vergessen, gibt es aber auch Softlaser zur Beschleunigung von Heilungsprozessen und Zurückdrängen von Entzündungen oder Laser zum Vermessen des Kiefergelenkes und des Körpers.

Fazit

Um es kurz zu sagen, der Zahnarzt benötigt für verschiedene Therapien verschiedene Laser. Ein Laserzahnarzt ist also nicht jemand, der durch Zufall irgendeinen Laser in die Hand nimmt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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