Was ist Wurzelkaries? Definition, Diagnostik & Therapie

Freiliegende Zahnhälse bieten dem Karies neue Angriffsflächen. (© bilderzwerg - fotolia)

Wurzelkaries ist ein kariöser Defekt an der sogenannten Schmelzzementgrenze, dass heißt dem Übergang zwischen der Zahnkrone und dem Wurzelbereich. Lediglich die im Mund sichtbare Krone ist nämlich von Zahnschmelz bedeckt. Der Wurzelbereich unter dem Zahnfleisch ist hingegen vom sogenannten Wurzelzement bedeckt.

Ursachen & Risiken einer Wurzelkaries

Zieht sich das Zahnfleisch zurück, liegen diese Wurzeloberflächen frei. Gründe für einen Rückgang des Zahnfleisches sind neben beabsichtigten oder unbeabsichtigten Zahnwanderungen auch Überbelastungsphänomene (Knirschen und Pressen) und insbesondere eine Parodontose.

Ebenso wie die Häufigkeit der Parodontose steigt auch das Risiko für eine Wurzelkaries mit zunehmenden Alter. Die Wurzelkaries tritt bevorzugt an schwer zugänglichen Bereichen wie den Zahnzwischenräumen oder an Rändern von Kronen und Brücken auf.

Neben einer eventuell nachlassenden manuellen Geschicklichkeit im Alter und damit erschwerter Mundhygiene spielt bei der Entstehung der Wurzelkaries auch eine gehäufte Mundtrockenheit eine große Rolle. Häufig ist die Mundtrockenheit Folge von Medikamenten und kann bei Strahlentherapie im Mund-Kopf-Bereich besonders ausgeprägt sein. Die schützende Wirkung des Speichels vor Säure sowie die Regeneration durch die im Speichel enthaltenen Mineralien entfallen somit.

Die Diagnostik erfolgt in der Regel durch visuelle Kontrolle oder Abtasten verdächtiger Stellen mit einer Sonde. Die Röntgendiagnostik kann insbesondere bei Wurzelkaries in den Zahnzwischenräumen eine wertvolle Ergänzung darstellen.

Wie wird eine Wurzelkaries behandelt?

Bei der Therapie muss zwischen aktiven Stellen und inaktiven Stellen sowie der Tiefe der Läsion unterschieden werden.

Inaktive Läsionen, die durch eine schwarze, feste Oberfläche gekennzeichnet sind: Solche Läsionen können häufig konservativ durch Unterstützung und Verbesserung der Mundhygiene sowie regelmäßige Fluoridierung behandelt werden. Begleitend sollte eine zuckerarme Ernährung sowie die Anwendung von Zahnpasten mit Fluorid verfolgt werden.

Gegen eine eventuelle Mundtrockenheit kann zusätzlich im einfachsten Fall das Kauen von Kaugummi oder das Lutschen von sauren, zuckerfreien Bonbons helfen. Bei schwereren Formen der Mundtrockenheit können auch der Einsatz von Präparaten zur Befeuchtung der Mundhöhle oder zum Ersatz des Speichels helfen. In Absprache mit dem Hausarzt kann auch eine medikamentöse Anregung der Speichelproduktion diskutiert werden.
Aktive Läsionen oder tiefe Defekte müssen hingegen restaurativ behandelt werden.

Befinden sich die kariösen Stellen im Bereich von Kronenrändern, ist eine Neuanfertigung in den meisten Fällen die sinnvollste und langfristig bewährteste Methode. Aktive Wurzelkaries, die in zugänglichen Bereichen liegt, kann dagegen in den meisten Fällen mit einer Füllung behandelt werden. Mittlerweile sind in der Regel sogenannte Glasionomerzemente oder Komposite im Einsatz.

Unabhängig vom Füllungsmaterial ist die vollständige Entfernung der Karies von entscheidender Bedeutung. Wobei unter Umständen das Zahnfleisch im Randbereich des Defektes kurzweilig verdrängt werden muss.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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