Was tun, wenn sich Implantate entzünden?

Ein Zahnimplantat besteht in erster Linie aus einer künstlichen Zahnwurzel - hier kann sich leicht Plague ansammeln, was zu Entzündungen führt (©fotolia-rommma)

Zahnimplantate sind ein hochwertiger und langfristiger Zahnersatz. Entzündet sich der Knochen oder das Gewebe um das Implantat jedoch, sollte schnell gehandelt werden.

Wie kann sich ein Implantat entzünden?

Entzündungen entstehen in erster Linie durch Biofilm und Plaque am Implantat und an den entsprechenden Aufbauteilen. Unter "Biofilm" versteht man Bakterien, die mit einer Oberfläche verbunden und in Bindegewebe eingebettet sind. Die Anwesenheit von Batkerien ist also die wichtigste Voraussetzung für Entzündungen um Implantate.

Darüber hinaus gibt es verstärkende Faktoren wie zum Beispiel vorangegangene chronische Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis). Auch allgemeine Erkrankungen können die Entzündungen verstärken.

Genetische Faktoren können einen Menschen zu einem Risikopatienten machen, der aufgrund einer geringeren Abwehr gegen bestimmte aggressive Bakterienstämme besonders anfällig ist. Rauchen reduziert ebenfalls die Immunabwehr gegen Bakterien im Mund.

Außerdem können die Konstruktionen der Kronen, Brücken oder Prothesen auf den Implantaten durch ein falsches Design oder auch durch falsch positionierte Implantate für schlechte hygienische Zustände verantwortlich sein. Der Patient hat dann keine Chance, seine Implantate gut genug zu pflegen.

Was können Patienten selbst tun, um vorzubeugen?

Der Langzeiterfolg von Implantaten ist zum überwiegenden Teil von der Mitarbeit des Patienten anhängig!

Grundvoraussetzung dafür ist eine gute häusliche Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen in der Zahnarztpraxis. Dort erhalten die Patienten neben der "Professionellen Reinigung" auch implantatspezifische Instruktionen und Demonstrationen.

Des Weiteren ist es wichtig, Anzeichen der Plaque-Anhäufung zu finden. Die Kontrolle und die Beurteilung eventueller Entzündungen gehören ebenfalls zu den notwendigen regelmäßigen Untersuchungen.

Die Zahnarztbesuche müssen in individuell festgelegten Abständen stattfinden. Die Patienten sollten mindestens alle sechs Monate in die Praxis kommen.

Ist Schleimhaut oder Knochen entzündet?

Der Implantatpatient sollte bei jeder sichtbaren oder spürbaren Veränderung wie z.B. Schwellung, Rötung oder Sekretabfluss des Zahnfleisches um die Implantate herum einen Zahnarzt aufsuchen.

Das Zahnfleisch um ein Zahnimplantat herum kann sich durch Bakterien genauso entzünden wie um einen natürlichen Zahn. Das Narbengewebe um das Zahnimplantat ist weniger durchblutet und hat eine geringere Abwehrfunktion.

Befinden sich die Entzündungen um das Implantat im Bereich der Weichgewebe, spricht man von einer Mukositis, also der Entzündung der Schleimhaut. Ist die Entzündung dagegen bereits bis zum Knochen fortgeschritten, spricht man von einer Periimplantitis. Die Zuordnung bestimmt dann die Therapie.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (1)

Margarete J., 13.01.2019 - 18:27 Uhr

Sehr geehrter Doktor, seit circa drei Wochen trage ich ein Zahnprovisorium, da man mir einen Zahn ziehen musste. Durch diesen Zahnersatz hat sich leider ein anderes Problem ergeben, dass sich bei meinem Implantat das Zahnfleisch entzündet hat (Es passte nicht richtig.), da es auf das Zahnfleisch drückt und auch zuviel Druck auf diesem Implantat war. Ebenso blutet es leicht hin und wieder und es tritt ein Sekret aus ...!!! Trotz intensiver Reinigung, spezieller Mundspülung, besteht das Problem weiter. Wären eine lokale Antibiotikatherapie oder eine Laserbehandlung eher sinnvoll?? Ganz lieben Dank für eine Antwort. Mit freundlichen Grüßen aus Italien, Margarete J.

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