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Was tun, wenn ein Zahn fehlt?

Dr. Feise

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© fotolia-110867300-RioPatuca ImagesBrücken und Implantate verschaffen Abhilfe bei Zahnverlust. (© fotolia-110867300-RioPatuca Images)Schöne Zähne tragen aktiv zu unserem Selbstwertgefühl bei. Sie steigern die Attraktivität, das Selbstbewusstsein und sind auch verantwortlich für die Sympathie, die wir ausstahlen bzw. anhand derer wir unser Gegenüber beurteilen. Was also tun, wenn ein Zahn verloren gegangen ist und das positive Lebensgefühl getrübt wird? Zunächst liegt die Aufgabe erst einmal darin, die Ursache für den Zahnverlust abzuklären. Liegt ein Zahntrauma vor? Ist der Zahn verunfallt? Oder ist der Verlust des Zahnes das Resultat einer Parodontitis bzw. ist ein Rückgang des Kieferknochens erfolgt? Die moderne Zahnmedizin eröffnet heute vielseitige Möglichkeiten, einen Zahnverlust zu behandeln, dabei ist es jedoch von zentraler Bedeutung, nicht nur die Ästhetik zu fokussieren, sondern immer auch die Funktion in alle Phasen der Beratung und der Behandlung einzubeziehen, sodass eine ganzheitliche Diagnostik den ersten Schritt bildet.

Wurde die Ursache für den Zahnverlust abgeklärt und sind ggf. weitere therapeutische Maßnahmen erfolgt, ist es nun an der Zeit, den Zahnersatz genauer zu definieren. Bewährt haben sich dabei vor allem die Brücke sowie das Implantat, deren jeweilige Vor- und Nachteile nachfolgend betrachtet werden sollen.

Das Implantat – Die High-End-Versorgung

Fällt die Wahl auf eine implantologische Versorgung, entscheidet sich der Patient für die aktuell hochwertigste Variante von Zahnersatz. Dazu wird eine künstliche Zahnwurzel – das Implantat –  bei einem substanzschonenden sowie minimalinvasiven operativen Eingriff direkt in den Kieferknochen eingebracht und nach einer erfolgreichen Einheilung prothetisch versorgt.

Die Prothetik wird individuell angefertigt, ist dadurch äußerst passgenau und die implantologische Versorgung in ihrer Gesamtheit von einer hohen Lebensdauer gekennzeichnet – eine entsprechend sehr gute Mundhygiene wird bei dieser Methode vorausgesetzt. Zahnimplantate kommen dabei für den Ersatz einzelner Zähne bis hin zu ganzen Zahnreihen zum Einsatz.

Vorteile von Implantaten

Durch die direkte Verankerung im Kieferknochen zeichnet sich ein Implantat durch eine sehr hohe Stabilität aus – Essen, Sprechen und Lachen sind wie mit natürlichen Zähnen möglich. Der Patient wird keinen Unterschied innerhalb seines Lebensgefühls feststellen. Im Gegenteil – die Lebensqualität wird bei Zahnverlust Dank der Möglichkeit von Zahnimplantaten wieder stark erhöht.

Auch funktionell hat ein Implantat viele Vorteile, denn der Knochen bleibt dauerhaft vor Resorption bewahrt durch die kontinuierliche weitere Belastung. Die implantologische Diagnostik,  die OP-Planung, die Navigation während der Implantation sowie die Herstellung des Zahnersatzes sind dabei heute digital sowie computergesteuert möglich – Prozesse, die Transparenz und Sicherheit ermöglichen.

Die Brücke – Der Klassiker

Die Alternative zu einem Zahnimplantat stellt die Brücke dar. Sie wird gern genutzt, um Lücken zu schließen und ist eine bewährte zahnmedizinische Restauration. Das Grundgerüst einer Brücke besteht dabei aus Metall, welches durch zahnfarbene Keramik verblendet wird. Immer häufiger – und im Frontzahnbereich fast ausschließlich – werden Brücken metallfrei und vollständig aus Keramik hergestellt. Auch hierbei können gegenwärtig viele Planungs- und Herstellungsschritte digitalisiert erfolgen.

Nachteile von Brücken

Die eigentliche Zahnlücke wird durch ein Brückenglied überspannt, die Nachbarzähne dienen als Ankerpunkte für die Befestigung, sodass die Brücke auch hohen Kaukräften standhalten kann. Diese Befestigung an den Nachbarzähnen stellt dabei jedoch einen deutlichen Nachteil der prothetischen Versorgung mittels Brücke dar, denn für die passgenaue Herstellung müssen die Ankerzähne beschliffen werden.

Folglich wird gesunde Zahnhartsubstanz abgetragen – ein zahnmedizinisches Vorgehen, was heutzutage nicht mehr zwingend erforderlich ist, da es moderne, substanzschonendere Varianten wie das Zahnimplantat gibt. Eine Brücke geht zudem immer auch mit funktionalen Beeinträchtigungen einher, da es zur Resorption des Knochens an der Stelle kommt, an der die Lücke geschlossen wird: der Knochen wird nicht mehr belastet und bildet sich folglich zurück.

Hygienisch stellt eine Brücke besondere Anforderungen an die tägliche Mundpflege – die betreffenden Zähne sowie das sie umgebende Zahnfleisch müssen sehr gründlich gereinigt werden, um keine Angriffsfläche für Karies und Entzündungen zu bieten.

Brücken oder Implantate? Welcher Zahnersatz ist besser geeignet für mich?

©michaeljung - fotoliaVor jeder zahnmedizinischen Behandlung sollte ein gründliches Gespräch mit dem Zahnarzt erfolgen! (©michaeljung - fotolia)Bei Zahnverlust gibt es heute vielfältige Möglichkeiten von hochwertigem Zahnersatz, die je nach individueller Indikation in Betracht gezogen sowie mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen gegeneinander abgewogen werden sollten. Eine implantologische Versorgung ist häufig sinnvoll, wenn die benachbarten Zähne sich in einem guten Zustand befinden und es die Gesamtsituation der zahnmedizinischen Anamnese zulässt – denn der eigene Zahn sollte stets so lange wie möglich erhalten werden.

Verglichen mit einer Brücke ist beim Implantat zu berücksichtigen, dass ein chirurgischer Eingriff zum Einbringen der Schraube nötig ist und das Implantat einige Zeit benötigt, um in den Knochen fest einzuwachsen. Von Vorteil ist aber, dass bei einer Kronenversorgung auf einem Einzelimplantat die Reinigung so einfach wie zwischen zwei natürlichen Zähnen ist, während die Pflege einer Brückenkonstruktion erheblich aufwändiger ist.

Ebenso bestimmt das Zahnimplantat die Resorption des ortständigen Knochens. Dieser Knochenschwund tritt unter Brücken im Bereich des verlorengegangenen Zahnes immer auf und kann mittelfristig zu ästhetischen und funktionellen Nachteilen führen.

Beide Varianten haben ihre Stärken und Schwächen. Der Patient sollte sich hier vertrauensvoll an seinen Zahnarzt wenden und die für sich beste Versorgung wählen –  funktionell wie ästhetisch. Je nach Situation kann sich dabei auch die Kombination von Brücke und Implantaten als besonders geeignete Lösung herausstellen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


11.07.2016 - 03:31 Uhr

Hallo, ich habe mir gerade mit sehr großem...

von Corina

... Interesse all diese tollen, als auch verschiedenen Methoden zur Oral-Ästhetik mehrmals durchgelesen. Manches davon ist neu für mich. Z.B. statt einer festsitzenden Brücke gibt's doch nun tatsächlich eine Methode, den fehlenden Zahn "dazwischen zu kleben", wow! Ich habe derzeit ein riesiges Problem, da ich nicht mehr krankenversichert bin....Was sich nun natürlich auch leider an meinen Zähnen zeigt. Leider. Trotz guter Zahnhygiene... Zwei Jahre ohne Versicherung waren genau zwei Jahre zu viel. Inzwischen sind mir 2 Zähne ganz abgebrochen und ein Schneidezahn teilweise. Da die Zähne oben und unten ziemlich weit vorne fehlen, bemerkt man dies auch gleich.... Ich weiß mir einfach keinen Rat mehr, was ich unternehmen könnte, um diesen leidvollen Zustand zu ändern. Mal abgesehen davon, dass ich mich aufgrund meiner fehlenden Zähne mehr als nur schäme. Selbstbewusstsein ist für mich geradezu ein absolutes Fremdwort. Eventuell haben Sie ja Informationen darüber, was ich tun kann, um mein "altes" Leben wieder zurück zu bekommen.

Dr. Feise

Antwort vom Autor am 04.08.2016
Dr. med. dent. Tobias Feise

Sehr geehrte Leserin, herzlichen Dank für Ihr Interesse und Ihr positives Feedback - ich freue mich, dass der Artikel für Sie hilfreich war. Die von Ihnen beschriebene aktuelle Situation ist leider zu komplex, als sie schriftlich analysieren zu können. Eine genaue Befundung ist erforderlich, um Ihnen konkrete Versorgungsmöglichkeiten aufzeigen zu können. Daher würde ich empfehlen, dass Sie sich an einen Zahnarzt Ihres Vertrauens wenden - dieser kann Ihnen anhand Ihrer Indikation eine individuelle Einschätzung hinsichtlich der für Sie zahnmedizinisch erforderlichen Behandlungen geben. Mit den besten Grüßen, Dr. Tobias Feise


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