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Welche Vorteile bieten digitale Zahnabdrücke für Zahnersatz?

Dr. Wilde

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© rh2010 - fotoliaWichtige Herstellungsprozesse können durch moderne Verfahren sowohl für Patienten als auch Zahnärzte vereinfacht werden. (© rh2010 - fotolia)Moderne Verfahren vereinfachen die Herstellung von Zahnersatz deutlich. Der jameda-Zahnarzttipp erklärt, worauf es ankommt.

So wird Zahnersatz auf herkömmliche Art und Weise hergestellt

In der traditionellen Zahnmedizin hat sich ein bestimmtes Verfahren zur zahntechnischen Herstellung einer Krone nach der Präparation des Zahnes bewährt. Es bestand darin, vom Kiefer und vom Gegenkiefer Abdrücke zu nehmen sowie eine Bissregistrierung durchzuführen.

Anschließend werden diese Abdrücke im Dentallabor mit Gips ausgegossen. Die so entstandenen Kiefermodelle werden mit der Bissregistrierung in einem Gerät fixiert, das die Kaubewegung des Patienten dreidimensional simuliert.

Ein Zahntechniker modelliert dann eine Krone aus Wachs, die in eine feuerfeste Masse eingebettet wird. Sie kommt in einen Ofen, der sie so stark erhitzt, dass das Wachs rückstandsfrei verbrennt. Daraufhin entsteht in der Masse ein hitzestabiler Hohlraum, den ein Zahntechniker mit flüssigem Metall oder Keramik ausgießt. Nach der Abkühlungsphase bettet er das Gussobjekt aus und stellt es fertig. Damit es so gut wie möglich in den Mund passt, schleift und poliert er es oder trägt einen Farb- und Glanzbrand auf.

Mit diesem Arbeitsablauf ist nicht nur ein erheblicher Arbeitsaufwand verbunden, da jeder einzelne Arbeitsschritt eine manuelle, hochqualifizierte und zeitintensive Tätigkeit erfordert. 

Dieses Verfahren beinhaltet leider auch ein großes Fehlerpotential. Jedes Material, das an der Herstellung beteiligt ist, verändert bei der Aushärtung seine Dimension:

  • Das Abdruckmaterial verändert genauso seine dreidimensionale Dimension wie der Gips.
  • Das Wachs, aus dem der Zahntechniker die Krone modelliert, schrumpft.
  • Die feuerfeste Masse dehnt sich aus und Metalle und Keramiken wiederum ziehen sich beim Abkühlen zusammen.

Dass der fertige Zahnersatz dennoch handwerklich exakt ausfällt, liegt an der fachlichen Qualifizierung und der Erfahrung des Zahntechnikers und der herstellenden Industrie.

Welche Vorteile bieten digitale Verfahren?

Die digitale Aufnahme, bei der es lediglich um die berührungslose Abtastung der Oberfläche eines Zahnes geht, umgeht alle diese Fehlerquellen. Digitale Verfahren ermöglichen einen hochpräzisen, dreidimensionalen Datensatz, der nach der Datenerfassung sofort in die Weiterverarbeitung gehen kann.

Es ist nicht mehr notwendig, darauf zu warten bis die jeweiligen Materialien abgebunden oder durchgehärtet sind. Bei der Herstellung von Inlays oder Kronen mit CEREC sind die keramischen Rohlinge bereits fertig. Der Techniker löst die Kronen mit computergesteuerten Fräsen einfach aus diesen kleinen Keramikblöcken heraus. Dieser Vorgang dauert insgesamt nur zehn bis fünfzehn Minuten pro Krone! 

Der Zeitaufwand für eine geschichtete Keramikkrone, die in einem Dentallabor manuell hergestellt wird, ist um einiges höher.

Außerdem hat die handwerklich produzierte Krone immer winzig kleine Luft- und Schmutzpartikeleinschlüsse. Dadurch wird das molekulare Keramikgittergerüst gespannt. Diese Gitterspannungen reduzieren die gesamte Bruchbiegefestigkeit der Krone. Das führt dazu, dass häufig einzelne Keramikschichten absplittern oder sogar die ganze Krone bricht.

Im CEREC-Verfahren sind industriell hergestellte Keramikrohlinge üblich, die aus unterschiedlichen Keramiksystemen bestehen. Sie entstehen in einem zertifizierten Verfahren unter Hochvakuum in einem aufwendig optimierten Fertigungsprozess.

In diesem aufwändigen Verfahren entstehen Keramikrohlinge, die nicht nur spannungsfrei sind. Sie haben auch exakt vorhersagbare ästhetische und physikalische Materialeigenschaften.

 

Digitaler Zahnersatz unterstützt Nachhaltigkeit

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt bei der digitalen Fertigung von Zahnersatz ist die Einsparmöglichkeit bei den Materialien: Jedes Jahr gehen weltweit Millionen Tonnen von Abdruckmaterialien und Gips in die Produktion. Sie gelangen über Logistikstrukturen in die Praxen, in der Zahntechniker sie verbrauchen.

Alle Materialien landen nach einmaligem Gebrauch im Praxismüll. Mit einem erneuten logistischen Aufwand gelangen sie dann als Sondermüll in Deponien oder Müllverbrennungsanlagen. Dieses Verfahren ist heute weder notwendig noch ökologisch sinnvoll. 

Die rein digitale Herstellung von Zahnersatz macht damit Schluss. Mit ihr verbrauchen Zahntechniker nur noch so viel Material, wie sie für ihre Patienten wirklich benötigen.

Ein Blick auf die technischen und ästhetischen Möglichkeiten verdeutlicht: Diese Verfahren sind für Zahnärzte aktuell die hochwertigste Variante, um zerstörte Zähne zu rekonstruieren. Außerdem sind sie für unsere Patienten auch die preiswertere Option.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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