Wie Intraoralscanner die zahnärztliche Praxis verändern: Das sind die Anwendungsgebiete

Der Intraoralscanner liefert genaue Daten ohne die unangenehmen Umstände eines Abdrucks. (© davit85 - freepik)

Digitalisierung und digitale Technologien haben schon vor einigen Jahren Einzug in Zahnarztpraxen gehalten. Die „Abdrucknahme“ in 3D mit dem Intraoralscanner bietet Ihnen als Patient und der Praxis nur Vorteile. Mehr zu den positiven Auswirkungen erfahren Sie in diesem Beitrag. 

Machen Sie noch Abdrücke oder scannen Sie schon?

Diese Frage haben sicherlich schon einige Patienten dem Zahnarzt ihres Vertrauens gestellt. Denn hier liegt der wichtigste Fortschritt, den Intraoralscanner zu bieten haben. Früher mussten Patienten besonders für die Anfertigung von diversem Zahnersatz einen großen Abdrucklöffel in den Mund nehmen und auf eine teigige Masse beißen. Heute erledigt ein Intraoralscanner die gleiche Aufgabe durch eine digitale Abformung viel schonender, schneller und zuverlässiger.

Die unangenehmen Begleiterscheinungen klassischer Abdrucknahmen gehören damit der Vergangenheit an. Bei einem Intraoralscanner gibt es weder Atemnot noch Würgereiz. Das oft schmerzhafte Herausnehmen des Abdrucks gehört der Vergangenheit an.


So funktioniert ein Intraoralscanner

Der Intraoralscanner erstellt von einzelnen zu behandelnden Zähnen, einem größeren Bereich einer Zahnreihe oder vom gesamten Kiefer der Patienten dreidimensionale Bilder mit farbiger Darstellung. Dabei nimmt der Scanner pro Sekunde eine Vielzahl von Bildern auf. Selbst ein kompletter Kiefer-Scan ist deswegen in kürzester Zeit abgeschlossen. Patienten bemerken davon nichts, weil der Scanner vollkommen kontaktlos über die Zähne geführt werden kann.

Die Aufnahmen des Intraoralscanners sind erheblich exakter als konventionelle Abformungen. Das digitale Modell der Zähne zeigt sich sofort auf einem angeschlossenen Bildschirm. Genügt die Qualität nicht, können Zahnärzte den Scan sofort wiederholen. Auch nur in dem fehlerhaften Areal der Abbildung. Hinter jeder Darstellung verbergen sich ausschließlich Daten.

Einen Verschleiß wie bei herkömmlichen Abformungen oder Gipsmodellen gibt es hier nicht mehr. Die digitalen Bilder besitzen aber noch mehr Vorteile: für die Diagnostik oder als Anfangspunkt eines komplett digitalen Workflows bei verschiedenen Behandlungen mit Zahnersatz.


Anwendungsmöglichkeiten eines Intraoralscanners

In Verbindung mit spezieller Software erhalten Intraoralscanner eine Vielzahl von Einsatzgebieten beginnend mit einer Unterstützung von Befundung oder Diagnostik. Die Scanner liefern genaue Erkenntnisse zu Schädigungen von Zahnsubstanz oder Weichgewebe. Zeitlich versetzte Kontrollscans dokumentieren außerdem Veränderungsprozesse.

So lassen sich Abrasions- oder Erosionsprozesse, Zahnwanderungen oder ein Zahnfleischrückgang leicht ohne Strahlenbelastung für die Patienten und zuverlässig erfassen und auswerten. Das verbessert die Befundung und Therapieplanung in vielen zahnmedizinischen Bereichen. Von der Endodontie, über die Kariologie und Implantologie bis hin zur Kieferorthopädie oder der Parodontologie.

Für Patienten wird vor allem der digitale Abdruck als Basis für Zahnersatz, Zahnspangen oder eine Schienentherapie immer präsenter. Die Daten können ohne nennenswerten Kosten- oder Zeitaufwand sofort an ein Dentallabor übertragen werden, wo dann der Zahnersatz entsteht.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (2)

Petra K., 10.03.2020 - 12:16 Uhr

Gibt es Zahnärzte in Lübeck, die damit arbeiten?

Antwort von Dr. med. dent. Carsten Oberg, verfasst am 10.03.2020

Hallo Petra K., geben Sie in Google einmal "Intraoralscanner" und "Lübeck" ein, da finden Sie zumindest die ersten Treffer. Viel Erfolg, Dr. Oberg

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