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Wie wird ein Zahnimplantat eingesetzt? Alles über den Ablauf

Herr Edelmann

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© contrastwerkstatt - fotoliaWie werden Zahnimplantate eingesetzt? (© contrastwerkstatt - fotolia)Bei einer Implantatinsertion wird ein Zahnimplantat in Kieferknochen eingebracht, sodass es den Kiefer später mit dauerhaftem Zahnersatz versorgen kann.

Wann kommen Zahnimplantate zum Einsatz?

Unabhängig von diversen Implantatherstellern ist der Eingriff bzw. der Ablauf einer Implantatinsertation recht ähnlich, wenn nicht sogar gleich. Es wird stets dasselbe Ziel verfolgt: Eine gute Integration des Implantats im Knochen, sodass das Implantat dauerhaft als entsprechender Zahnersatz dienen kann.

Ist der natürliche Zahn aus unterschiedlichen Gründen leider entfernt worden, so wird eine neue dauerhafte Versorgung angestrebt. Mit einem Zahnimplantat wird die Basis geschaffen und es ersetzt die eigentliche Zahnwurzel im Knochen.

Zu welchem Zeitpunkt sollte ein Implantat eingesetzt werden?

Nachdem der natürliche Zahn entfernt wurde, gibt es drei gängige Zeitmethoden, welche als Anhaltspunkte dienen, wann das Implantat gesetzt wird.

Es kann

  • sofort nach dem Entfernen (Sofortimplantation)
  • nach sechs Wochen (verspätete Sofortimplantaion) oder 
  • nach ca. drei Monaten (regelrechter Implantationszeitpunkt)

gesetzt werden.

Die Entscheidung für einen bestimmten Zeitpunkt hängt von Knochenangebot, Position oder Vorgeschichte des entfernten Zahnes ab.

So wird ein Zahnimplantat eingesetzt

Gehen wir von einem Implantationszeitpunkt aus, bei dem alles verheilt ist und der Knochen sich wieder regelrecht aufgebaut hat. Dieser Zeitpunkt wird immer noch am meisten von Zahnärzten gewählt, um ein Implantat einzusetzen.

Zunächst muss das Gebiet freigelegt werden, in das ein Implantat eingebracht wird. Der erste Schritt ist ein minimaler Schnitt mit einem kleinen scharfen Skalpell. Die Schnitttechnik ist unterschiedlich und richtet sich nach dem Zustand der Schleimhaut, der Anzahl der zu inserierenden Implantate und dem Gebiet im Kiefer.

Nun finden wir unsere, von Schleimhaut befreite freie Knochenoberfläche vor.
Für die nun beginnende Implantation benötigen wir verschiedene, spezielle Bohrerarten, um einen entsprechenden Bohrstollen aufzubereiten.

Diese sind nach System in einem sterilisierbaren Implantatkasten aufgereiht und dienen auch nur der Implantation. 

Die vollständige Aufbereitung wird mit unterschiedlichen Bohrern durchgeführt, um zu einer Endgröße des Stollens zu gelangen. Dieses Vorgehen ist wichtig, damit das Implantat mit dem vorgesehenen Durchmesser und entsprechender Länge platziert werden kann. 

Im ersten Schritt der Aufbereitung wird die Position markiert, in die das Implantat kommt. 

Oft wird als Hilfsmittel eine vorher angefertigte Bohrschablone eingesetzt, die die exakte Position vorgibt. Eine Bohrschablone ist individuell und muss mit Hilfe von speziellen Röntgenbildern und Modellen geplant werden. Die neuste Methode verzichtet auf Modelle und der Innenraum des Mundes wird gescannt.

Die nächsten Schritte sind die Tiefen- und Längenbohrungen mit einem oder mehreren Formbohrern.

Auch diese Schritte können mit einer Bohrschablone unterstützt werden. Zwischenzeitlich kann man mit einem Längen- bzw. Parallelpfosten die Position überprüfen und knöcherne Begrenzung sondieren.

© beawolf - fotoliaDas eigentliche Implantat ist eine Schraube, die fest im Kieferknochen verwächst. (© beawolf - fotolia)Die unterschiedlichen Implantatsysteme haben noch abschließend bestimmte Bohrer im Angebot, welche je nach Knochenangebot angewandt werden, um die anschließende Implantatinsertion zu verbessern.

Nun ist der Bohrstollen vollständig aufbereitet und das Implantat kann eingesetzt werden. Hierbei gibt es zwei Methoden.

Die erste Methode ist maschinell, d. h. das Implantat wird mithilfe eines Bohrmotors eingedreht. Die zweite Methode ist manuell, d. h. das Implantat wird mit der Hand eingedreht. Als Hilfsmittel dient eine kleine Eindrehratsche, welche mit begrenzter Kraft von meistens 30 ncM bedient wird.

Ist das Implantat in seiner Endposition eingedreht – wichtig hierbei ist, dass es vollständig von Knochen in einer bestimmten Dicke umgrenzt ist – bekommt es noch eine Abdeckschraube.
Sollte hier Bedarf entstehen, müssen noch Knochenersatzmaterial allein oder im Mix mit eigenem Knochen und eine Membran angebracht werden.

Für eine regelrechte Einheilungszeit wird drei bis vier Monate empfohlen. Danach ist das Implantat mit dem Knochen verwachsen. 

Bereits sechs Wochen nach dem Eingriff wird ein kleiner Gingivaformer eingebracht. Hierzu muss ein kleines Gebiet um den Implantatkopf, der durch die Schraube abgedeckt ist, entfernt oder gestanzt werden. Die Abdeckschraube wird entfernt und durch einen Gingivaformer ersetzt, welcher eingedreht wird.

Dieser Former sticht etwas heraus und ist sichtbar. Er ist für die spätere Form des Zahnfleisches um die künstliche Krone herum verantwortlich. Weiterhin verhindert er, dass weitere Schleimhaut über den Implantatkopf wächst. Dies wird noch beim nächsten und einem der letzten Punkte wichtig sein.

Der Zahnersatz wird eingesetzt

Nach der Gesamteinheilzeit des Implantats wird die Position nun mit einem Abdruck übertragen und an den Zahntechniker übergeben. Hierzu wird der Gingivaformer abgedreht und ein sogenannter Abformpfosten eingedreht. Dieser verbleibt nach der Abformung in einem hierfür speziell angefertigten Abformlöffel. 

Nun kommt eigentlich der letzte und natürlich schönste Schritt für den Patienten. Der Gingivaformer wird zum letzten Mal abgedreht und eine künstlicher "Pfosten", welcher später die Versorgung, wie z.B. die Krone hält, fest eingedreht. 

Darauf kommt die endgültige Versorgung. Diese kann entweder durch eine kleine oberflächige Öffnung mit dem Pfosten verschraubt werden oder die Versorgung wird auf dem Pfosten zementiert. Die Entscheidung richtet sich wiederum nach Anzahl der Implantate, Erfahrung und Vorliebe des Zahnarztes oder Art der Versorgung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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